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Spielabbruch TSV II - Wulfen III: Sportgericht bestraft TSV Marl-Hüls

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  • Thomas Braucks
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Der Abbruch der Kreisliga-C-Partie zwischen dem TSV Marl-Hüls II und dem SC BW Wulfen am 10. November hat die Fußball-Gemüter im Kreis bewegt. Jetzt hat das Kreissportgericht ein Urteil gefällt.

  • Am 10. November bricht der Schiedsrichter das C-Liga-Spiel nach Tumulten ab.
  • Das Kreissportgericht macht dafür nun die Mannschaft des TSV Marl-Hüls haftbar.
  • Die Punkte gehen nach Wulfen, der TSV muss eine Strafe zahlen.

Der TSV Marl-Hüls führte am Montagabend durch seinen Vorsitzenden Udo Lichtenstein aus, dass der Klub die Vorkommnisse aufgearbeitet habe. Auch sei inzwischen ein Hülser Spieler, der einen Wulfener geschlagen und die Auseinandersetzung ausgelöst haben soll, vom Trainingsbetrieb suspendiert worden. Das konnte den Klub vor dem Sportgericht auch nicht vor einer Strafe bewahren. 

Schiedsrichter Martin Paternoster sprach von einer sehr hektischen, nickeligen Partie, die er mehrfach unterbrechen musste, um die Spieler zu ermahnen, fair zu bleiben. Vergeblich. In der 68. Minute brach der Unparteiische die Partie nach einem Foul und einer Rudelbildung.

Abbruch erfolgte zu Recht

Zu Recht, wie das Sportgericht befand: Der Schiedsrichter habe seine Möglichkeiten ausgeschöpft. Irgendwann sei es nun mal gut.

Die Schuld für den Abbruch sprach das Sportgericht im Wesentlichen dem TSV zu. Die Partie wird mit 2:0 Toren und drei Punkten für Blau-Weiß Wulfen III gewertet, auf den TSV kommt eine Geldstrafe von 100 Euro zu. 

TSV III spielt auf Bewährung

Außerdem spielt die zweite Mannschaft ab sofort unter Bewährung: Im Wiederholungsfall droht dem Team der Ausschluss vom Spielbetrieb. Beide Vereine haben das Urteil akzeptiert, es ist damit rechtskräftig.

Beendet ist die Sache damit aber noch nicht: Die polizeilichen Ermittlungen aufgrund der Anzeige des Wulfener Spielers Meik Tregel gegen den TSV-Spieler, der geschlagen haben soll, laufen weiter.

Zur Vorgeschichte im Einzelnen:


Update: Dienstag, 12. November

Wie berichtet, hatte der Schiedsrichter das Spiel am Sonntag abgebrochen – angeblich nach einem Faustschlag eines Hülser Spielers und einer Rudelbildung. Der TSV-Vorsitzende Udo Lichtenstein hat sich inzwischen mit dem Vorsitzenden von Blau-Weiß Wulfen besprochen, bei den Hülsern soll es kurzfristig ein Gespräch mit dem Trainer der zweiten Mannschaft geben.

„Wir werden das zunächst einmal intern vollständig aufarbeiten“, kündigt der Vorsitzende an, der fest mit einem „Nachspiel“ vor dem Kreissportgericht in Recklinghausen rechnet. 

"Das kann der TSV nicht gebrauchen"

Lichtenstein selbst hat die erste Halbzeit der Partie vom Geschäftszimmer aus verfolgt, in der zweiten Halbzeit war er am Platz. „Den Schlag gegen den Wulfener Spieler habe ich nicht gesehen“, so der Vorsitzende. „Aber eins möchte ich klarstellen: Eine Schlägerei, wie am Montag teilweise berichtet wurde, hat es nicht gegeben.“ 

Welche Konsequenzen der TSV ziehen wird, ist derzeit offen. Zumal der Verein bislang auch nichts vom Staffelleiter oder vom Kreissportgericht gehört haben. Udo Lichtenstein: „Fest steht: Eine solche Art der Außendarstellung kann der TSV Marl-Hüls nicht gebrauchen.“

Vorwürfe aus Wulfen

Am Montag gab es von Blau-Weiß Wulfen schwere Vorwürfe gegen den Gastgeber. Ein Hülser Spieler habe dem Wulfener Meik Tregel mit der Faust ins Gesicht geschlagen – im Rücken des Schiedsrichters. Zuvor sei Tregel von dem Spieler beleidigt worden, wie der Wulfener berichtet. Der Hülser hätte sich dabei gut informiert gezeigt: „Er wusste zum Beispiel, wo ich wohne und wie meine Freundin heißt.“ Nach dem Faustschlag habe er den Platz verlassen, berichtet Tregel: „Der Schiedsrichter hat die Partie abgebrochen, nachdem wir ihm alles geschildert haben.“

Staffelleiter will Bericht abwarten

Der Staffelleiter, Franz-Josef Humme, wollte sich am Montag noch nicht äußern, der Bericht des Schiedsrichters lag ihm noch nicht vor. Dass die Sache vor dem Kreissportgericht landen wird, ist gewiss. Die Polizei ist mit dem Abbruch schon jetzt befasst: Meik Tregel hat gegen den TSV-Spieler Strafanzeige wegen Bedrohung und Körperverletzung erstattet. Seine Augenzeugen: zwei Mannschaftskollegen, die als Polizeibeamte arbeiten.

Vom TSV III hieß es am Sonntag zunächst so:

Im Loekamp lief die 65. Minute, es stand 1:1. Nach einem harten Foul des TSV an einem Wulfener Spieler gab es eine Rudelbildung. Der Unparteiische Martin Paternoster winkte die beiden an der Szene beteiligten Spieler zu sich, beide reagierten aber nicht direkt. Der Referee brach daraufhin das Spiel ab. TSV-Trainer Charif Houssein sagte, dass die Situation für den Schiedsrichter wohl nicht mehr durchschaubar war. „Hätte er 30 Sekunden gewartet, hätten sich alle beruhigt", sagte Houssein. "Er hat aber zehn Sekunden nach dem Foul abgebrochen."

So entschied das Sportgericht über einen Spielabbruch in der Kreisliga B3. Zuletzt gab es immer wieder auch weitere frühzeitig beendete Partien.

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