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Sven Göhrke (rot) und die Hockeyspieler des VfB Hüls bräuchten einen neuen Kunstrasenplatz, aber den wird es durch die Einsparungen von Evonik wohl kaum geben.

Verantwortliche wollen zunächst abwarten

Das sagen die Sportvereine zu den Evonik-Kürzungen

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MARL - Nachdem Geldgeber Evonik angekündigt hat, seine Zuwendungen auch an die Sportvereine zu halbieren, üben die sich öffentlich in Zurückhaltung.

Die Nachricht ist raus, aber die Betroffenen stimmen (noch) kein großes Klagelied an. Der Evonik-Konzern kürzt seine Zuwendungen an die Werksvereine ab 2019 um die Hälfte auf 100.000 Euro. Natürlich ist in Gesprächen mit den Sportlern hinter vorgehaltener Hand die Rede von „einem Schlag ins Kontor“ – aber zunächst einmal wollen sie weitere Gespräche und die konkreten Auswirkungen auf ihre Vereine abwarten.

Die nämlich sind noch kaum abzusehen. Jürgen Brüns, Präsident des VfL Hüls und damit des größten Marler Sportvereins, hat nach eigener Aussage erst am Sonntag in einem Schreiben Kenntnis von den Kürzungen erhalten. „Darin wurden die Kürzungen angekündigt. Wir haben uns im Präsidium noch nicht darüber unterhalten“, sagt Brüns. Die Nachricht sei noch zu frisch, als dass man sich tiefergehende Gedanken darüber habe machen können. Zudem sei ja momentan auch nicht klar, in welchem Umfang jeder Verein betroffen sei. Die Verantwortlichen der Vereine wollen zunächst abwarten, welche Auswirkungen die Kürzungen auf sie haben – und das ist eben noch nicht konkret zu sagen.

Anders scheint die Sache bei der Hockey-Abteilung des VfB Hüls zu liegen, denn dort gibt es mit dem dringend notwendigen neuen Kunstrasen eine Großbaustelle, deren Erledigung nun in weite Ferne zu rücken scheint. Hockey-Abteilungsleiter Carsten Plänker will sich dazu aber nicht äußern. „Es laufen noch sehr viele Gespräche, auch mit Evonik“, sagt er.

Zunächst einmal abwarten und noch einmal das Gespräch mit Evonik suchen will auch Dr. Klaus Beher, Vorsitzender des VfT SW Marl. Hakan Simsir, Fußball-Abteilungsleiter des VfB Hüls, betont, die Kürzungen seien absehbar und bereits länger im Gespräch gewesen. „Auch wir können noch nicht sagen, wie sie sich genau für uns auswirken“, sagt er.

Wenig überrascht von den bevorstehenden Kürzungen ist auch Ernst Klaus, Geschäftsführer der Rehabilitations- und Behindertensportgemeinschaft (RBSG) Marl-Hüls. Nun müsse man abwarten, welche Zahlen sich für den Verein genau ergäben. „Das wird erst noch errechnet.“ Klaus räumt ein: Die RBSG sei insgesamt von Spenden abhängig. „Würde alles wegbrechen, würden wir den Verein wohl zumachen.“

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