Sporthalle Nord, Recklinghausen
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Noch in diesem Jahr soll die neue Geschäftsstelle neben der Halle Nord bezugsfertig sein.

Handball

Wenn Sport zum Sozialmanagement wird - das passiert bei der PSV Recklinghausen

  • Jochen Börger
    vonJochen Börger
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Von der Mitgliederpflege bis zum Neubauvorhaben. Es gibt viele Themen abseits des Sports, die die PSV Recklinghausen aktuell beschäftigen.

Früher funktionierte die Sache manchmal so: Vereinsmitglied x feiert Geburtstag, Kollege y bekommt Wind davon und geht zu Vorstandsmitglied z, der dann gratuliert. Kann man machen, hat meistens auch ordentlich funktioniert, das Geburtstagskind fand die ganze Sache auch 1a. Und doch beschlich Lutz Cebulla regelmäßig in der Vergangenheit ein komisches Gefühl, wenn es um solche Geschichten ging. Cebulla ist einer jener Typen Funktionäre, die man gern als „Urgestein“ bezeichnet. Der Mann ist mehr als nur der Hallensprecher bei der PSV Recklinghausen, der bei Heimspielen in der Sporthalle Nord Tore und Teams ansagt. Verantwortlich ist er auch für das „Sozial- und Informationsmanagement“.

„Der Familienbegriff muss gelebt werden“

Im vergangenen Jahrtausend lautete eine solche Bezeichnung schlicht Pressesprecher. Doch auch der Alltag in Sportvereinen verändert sich – die Handballer aus dem Recklinghäuser Norden sind hierfür ein gutes Beispiel. Die Abteilung wächst und wächst, hat inzwischen mehr als 530 Mitglieder. Im Verein sprach und spricht man immer noch gerne von der „PSV-Familie“ – inzwischen müsste man bei einem Sippentreffen aber schon Namensschildchen verteilen. „Das müssen wir im Blick haben. Denn der Familienbegriff muss gelebt werden“, sagt Cebulla. Sportlich gesehen lieg es zudem für die Drittliga-Damen der PSV rund.

Sprach‘s schon Anfang des Jahres während einer Vorstandssitzung aus – und schon hatte der Mann eine neue Aufgabe, der er sich jetzt verstärkt widmet: Das Sozialmanagement perfektionieren. Klingt wie ein Posten in einem mittelständischen Betrieb – was ja bei der Zahl an Abteilungsmitgliedern auch irgendwie vergleichbar ist. Nur mit dem Unterschied, dass das PSV-Team alles komplett ehrenamtlich organisiert. „Aber wir müssen uns eben deutlich bei dem Sozialmanagement aufstellen“, bekräftigt Cebulla – und stellt das Projekt auf drei Säulen.

Vereinsprojekt fußt auf drei Säulen

Erstens: Integration. Jedes neue Mitglied müsse von Beginn an das Gefühl haben, sich wie in einer Familie wohlzufühlen. Eine Willkommenskultur als hohes Gut, nur so könne Vereinsarbeit funktionieren. Zweitens: „Soziale Pflege“ nennt Cebulla alles von einfachen Geburtstags-Glückwünschen bis zu der Frage, wie man bei Fragen im Umgang mit Behörden unterstützen kann. „Sportvereinen kommt in diesem Punkt eine immer wichtigere Bedeutung zu“, ist er überzeugt. Und drittens gehe es um Würdigung und Wertschätzung der Mitglieder. „Auf all das müssen wir unser Augenmerk legen!“, sagt der Sozialmanager und spricht von einem fortlaufenden Prozess.

Welcher freilich länger andauert als das aktuelle Bauvorhaben, das neben der Sporthalle Nord an der Halterner Straße sichtbar ist. Eine neue Geschäftsstelle entsteht mit Büroräumen und einer Kleinküche. Noch in diesem Jahr soll der Bau bezogen werden.

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