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Ali Mahmoud, Kapitän bei SV Herta II, schämt sich für einige Vereinskollegen. 

Nach Schlägerei in Vinnum

Lange hat der SV Herta geschwiegen - jetzt meldet sich der Verein zu Wort

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Nach der Massenschlägerei mit acht Verletzten beim Kreisliga-Fußballspiel am Sonntag in Vinnum  hat man auf eine Reaktion des SV Herta gewartet. Die liefert jetzt zunächst Ali Mahmoud.

Nach Spielschluss der Partie zwischen Westfalia Vinnum und SV Herta Recklinghausen war es am Sonntag zu einer Massenschlägerei mit acht Verletzten gekommen. Die Polizei ermittelt noch.

Jetzt bezieht Ali Mahmoud, Kapitän der nicht beteiligten zweiten Mannschaft, Stellung zu den Vorwürfen. Und Ali Mahmoud redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Das ist große Scheiße, was da abgelaufen ist. So etwas hätte niemals passieren dürfen. Wir schämen uns dafür. Und wir wollen uns hiermit bei allen Beteiligten entschuldigen, vor allem bei den Leuten von Westfalia Vinnum.“ 

Ali Mahmoud: "Ich war geschockt"

Der zweifache Familienvater, im Libanon geboren, mit sechs Jahren nach Oer-Erkenschwick gekommen, habe am Sonntag per Whats-App von den Vorfällen erfahren. „In der Gruppe unserer Zweiten tauchte abends ein Handy-Video auf. Ich war geschockt und hab’ gedacht, dass die uns jetzt alles kaputt gemacht haben“, erzählt der 37-Jährige, der auf der Ludwigstraße in Oer-Erkenschwick mit seinem Bruder einen Autohandel und eine Kfz-Werkstatt betreibt.

Die Reaktionen der anderen Mannschaftskollegen, die mit ihm zusammen in der Kreisliga B3 sportlich auf dem fünften, in der Fairness-Tabelle sogar auf dem vierten Platz liegen, seien ähnlich gewesen. „Alle waren enttäuscht und traurig“, sagt er. 

Viele interne Gespräche unter der Woche

Intern habe es unter der Woche viele Gespräche gegeben, auch zwischen Vorstand und Spielern der ersten Mannschaft. „Die beiden Trainer haben sogar ihren Rücktritt angekündigt“, sagt Ali Mahmoud und verspricht: "Wir werden voll bei der Aufklärung mitwirken. Und wir werden uns offiziell bei den verletzten Leuten entschuldigen.“ 

"Wir können die Schuld nicht auf andere schieben"

Die Frage, wie es überhaupt zu einer solchen Eskalation der Gewalt nach einem Kreisliga-Fußballspiel kommen konnte, auch die hat sich Ali Mahmoud gestellt. „Natürlich gibt es immer auch Zuschauer und Spieler von der anderen Seite, die versuchen zu provozieren. Manchmal geht es auch auf dem Platz hart zur Sache. Das gehört dazu. Aber in diesem Fall können wir die Schuld nicht auf andere schieben“, sagt er.

Wobei ihm und den Vorstandskollegen bei der Suche nach den Verursachern aufgefallen sei, dass es hauptsächlich Zuschauer aus dem Umfeld des SV Herta waren, die bei der Prügelei mitgemacht hätten, weniger die Spieler. „Da waren Leute unter den Zuschauern dabei gewesen sein, die sonst nicht zu den Spielen kommen“, sagt Ali Mahmoud, der sich von den Kreis-Funktionären bei der Aufarbeitung eine faire Behandlung erhofft. 

Hoffen auf eine faire Behandlung

„Unsere zweite und dritte Mannschaft sind in den letzten Jahren nie negativ aufgefallen. Wir werden jetzt aber mit bestraft und stehen unter Aufsicht.“ Und wenn am Ende doch alle Mannschaften des Vereins aus dem Spielbetrieb genommen würden, was würde er dann machen? „Das wäre natürlich schlimm. Wir müssten uns in dem Fall einen anderen Verein suchen, weil wir gerne Fußball spielen“, sagt er.

Jetzt meldet sich auch Zakaria Chamdin, Teamchef des SV Herta Recklinghausen, zu Wort und tritt als Trainer und Geschäftsführer zurück. Seine Mannschaft steht hinter ihm und zieht ebenfalls Konsequenzen.

Zeugenvideo: Gewaltausbruch nach Fußball-Spiel in Vinnum

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