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Wohin steuert der Amateurfußball? Das Mannschaftssterben geht weiter.

Fußball

Sind die aktuellen Kreisgrenzen im Amateurfußball noch zeitgemäß?

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Das Nichtantreten der U17 von der Spvgg. Erkenschwick im Kreispokal bei der JSG Südlohn/Oeding/Weseke hat eine Diskussion in Gang gesetzt: Sind die Kreisgrenzen noch zeitgemäß? 

Erkenschwicks U17 hatte das Viertelfinale 24 Stunden vorher abgesagt: An einem Mittwochabend sei eine 70 Kilometer weite Anreise mit schulpflichtigen Kindern nicht zu machen, so Trainer Holger Gehrmann sinngemäß. Die Spvgg. schenkte das nahe der holländischen Grenze angesetzte Spiel ab.

Macht eine Fusion mit dem Kreis Herne Sinn?

Für einige Funktionäre stellt sich damit wieder mal die grundsätzliche Frage. Wie für Thomas Breimann, Jugendleiter des VfB Waltrop: „Ich kann die Absage nachvollziehen. Solche Fahrten in der Woche sind nicht vernünftig, ganz gleich, wen es trifft.“ 

Breimann regt an, über neue Kreisgrenzen zu sprechen, eine Gebietsreform anzustoßen. Seine Idee: Die Vereine aus dem Borkener Raum könnten in den Kreis Ahaus-Coesfeld wechseln, Recklinghausen mit dem Kreis Herne fusionieren. „Das ist nicht gegen die Vereine aus Borken gedacht“, so der Funktionär. „Aber die haben doch das gleiche Problem wie die Vereine hier.“ 

Neben kürzeren Wegen wäre auch dem Kreis Herne, zu dem die Klubs aus Castrop-Rauxel zählen, geholfen: Dessen Jugendspielbetrieb kocht nur noch auf Sparflamme. Die einzige A-Jugend-Kreisliga-Staffel beispielsweise ist nach zwei Rückzügen auf zwölf Vereine geschrumpft. Bei B- und C-Junioren sieht es kaum besser aus.

Die erste Absage wegen der Entfernung in sechs Jahren

„Wir reden hier über zwei verschiedene Dinge“, sagt dazu der Jugendausschussvorsitzende Dominik Lasarz: „Im Pokal sind uns die Kreisgrenzen vorgegeben. Dass es zu einem extremen Fall wie jetzt gekommen ist, ist die absolute Ausnahme.“ 

Es sei in sechs Jahren seiner Amtszeit das erste Mal gewesen, dass ein Verein ein Spiel wegen der Entfernung abgesagt habe.

In der Liga achte man sehr wohl auf die regionalen Gegebenheiten, so der Dattelner. Aber auch das trifft nicht immer die volle Zustimmung. 

So klagt Markus Tollkühn, Jugendleiter des FC Marl, über große Langeweile in einigen Staffeln: Da spielen die DI und die DII des FCM zusammen unter anderem mit je zwei Teams des SV Schermbeck und des VfB Hüls in der Kreisliga B – Mannschaften, auf die die Marler ohnehin bei Turnieren oder bei den Stadtmeisterschaften treffen.

"Die Diskussion muss  ganz woanders geführt werden"

Tollkühn ist ein Befürworter davon, die Kreisgrenzen aufzubrechen. Sein Vorschlag: „Entweder man nimmt längere Anfahrten in Kauf, oder man öffnet sich anderen Kreisen gegenüber. Wir stehen Letzterem aufgeschlossen gegenüber.“

Auch der Waltroper Thomas Breimann sagt: Die Zeit ist längst reif. Doch da könne der Kreis kaum alleine entscheiden:  „Solch eine Diskussion müsste ganz woanders stattfinden und entschieden werden.“

   

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