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Sein Revier: Volker Lauer ist seit wenigen Wochen Leiter des Olympiastützpunktes in Essen.

Neuer Leiter des Olympiastützpunktes

Volker Lauer: Ein Kind des Leistungssports aus Recklinghausen

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ESSEN/RECKLINGHAUSEN - Vor wenigen Wochen hat sich für Volker Lauer ein Kreis geschlossen: Als Spitzen-Judoka genoss der Recklinghäuser einst eine erstklassige Sportförderung. Jetzt ist Lauer Leiter eines Olympiastützpunktes.

Der Geruch von frischer Farbe hängt in der Luft, das Türschild zu seinem Büro in Essen ist noch immer leer: Alles spricht dafür, dass hier jemand Neues am Werk ist. Aber ist Volker Lauer, achtmaliger Deutscher Judo-Meister und zweifacher Familienvater, wirklich ein Neuer in seinem Metier?

„Ich bin ein Kind des Leistungssports“, sagt der 40-Jährige. „Und war selbst Nutznießer des Systems.“ Seine Motivation beschreibt er wie folgt: „Auch wenn ich es selbst nicht zu Olympia geschafft habe, will ich anderen Sportlern dabei helfen.“

Vom Sport übers Studium ins Berufsleben

Am Olympiastützpunkt Köln hatte er zu seiner aktiven Zeit eine umfassende Förderung erhalten. An deren Ende, die ihm einen Abschluss als Diplom-Sportwissenschaftler mit Schwerpunkt Ökonomie/Management einbrachte, war er bereit, erfolgreich ins Berufsleben zu starten. Nach 15 Jahren in der freien Wirtschaft findet sich Volker Lauer nun als Leiter des Olympiastützpunktes Rhein-Ruhr an der Verwaltungsspitze wieder.

Lauer, der einst für die Hertener Panther in der 1. Judo-Bundesliga kämpfte, sieht sich als Netzwerker. Die Sportförderung ist ein komplexes Feld und wird immer komplizierter. Essen ist einer von bundesweit 18 Olympiastützpunkten, hier werden die Athleten geschmiedet, die bei Welt- und Europameisterschaften und natürlich Olympia Edelmetall für Deutschland holen sollen.

Viele ganz unterschiedliche Sportarten werden vernetzt

Das Erstaunliche, findet Volker Lauer, sei ja, wie man so unterschiedliche Sportarten wie Hockey und Schwimmen, Handball und Tischtennis vernetzen könne. Rund 300 Athleten betreut der Stützpunkt in Essen aktuell. „Wenn der Schwimmer seine Bahnen gezogen hat, liegt der Hockeyspieler meist noch im Bett“, sagt der Stützpunktleiter. Aber sie alle brauchen Ernährungsberater, Leistungsdiagnostiker und Sportpsychologen.

Damit die Kaderathleten von heute und auch die von morgen, darauf legt der Recklinghäuser wert, den Kopf frei haben für ihren Sport, gibt es Eliteschulen, Laufbahnberater haben die Zeit nach der aktiven Zeit im Blick und planen frühzeitig zusammen mit den Athleten. „Hoch spannend“, findet Volker Lauer das. „Aber auch mega komplex.“ Solch ein Stützpunkt sei ein einziges großes Kompetenzzentrum.

Es geht auch darum, Sponsoren und Unterstützer zu gewinnen

Das einem festen Budget aus Bundes- und Landesmitteln unterworfen ist. „Ja“, sagt Volker Lauer, „das ist auch eine Sache, die wir noch angehen müssen“: Unterstützer gewinnen, Sponsoren.

Acht Jahre lang war der Stützpunkt in Essen nur kommissarisch geführt: Im Zuge von Einsparmaßnahmen hatte auch der Standort Essen infrage gestanden. Jetzt, da der Fortbestand gesichert ist, gebe es einiges aufzuarbeiten, sagt der neue Leiter.

Volker Lauer, der mit seiner Familie seit sechs Jahren wieder in Recklinghausen heimisch ist, weiß, dass er noch ganz am Anfang steht. Damals, vor 17, 18 Jahren, stand er als Leistungsempfänger auf der anderen, der Sportlerseite. „Es ist Zeit, etwas zurückzugeben“, sagt er.

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