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Thomas Radolla mit den Jungen und Mädchen aus Titanias C-Jugend: Am Samstag fand die Weihnachtsfeier im Vereinsheim statt. Der Trainer war rechtzeitig aus China zurück. 

Fußball

Jugendleiter, Trainer und Spieler - Thomas Radolla für Titania unbezahlbar

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Als Jugendleiter, Trainer gleich mehrerer Teams und als aktiver Spieler bringt sich der 38-jährige Thomas Radolla beim SV Titania ein.  Dabei ist die Zeit dazu eigentlich knapp.

  • Seit 1995 ist Thomas Radolla beim SV Titania.
  • Der 38-Jährige ist Jugendleiter und trainiert drei Mannschaften. 
  • Beruflich war er 2019 mehrmals für Wochen in China. 

Es sind Menschen wie Thomas Radolla, die für einen kleinen Fußballverein, wie es der SV Titania 26 Erkenschwick ganz sicher ist, unbezahlbar sind. Nicht selten steht der heute 38-Jährige, der seit 1995 ununterbrochen dabei ist, sieben Tage in der Woche an der Esseler Straße auf dem Fußballplatz. Thomas Radolla ist beim SV Titania Jugendleiter, Spieler, Trainer mehrerer Mannschaften und er ist da, wenn er gebraucht wird. Dabei ist es keineswegs so, dass der Oer-Erkenschwicker, der erst mit 14 Jahren beim Fußball landete und der danach immer dem SV Titania treu blieb, sich über zu viel Freizeit beklagen könnte. Aktuell ist die Zeit für die Aufgaben im Verein sogar knapp. 

Beruflich mehrmals im Jahr in China

Erst am Donnerstag vergangener Woche war der Industriemeister für Kunststoff und Kautschuk nach Wochen aus China zurückgekehrt. In den vergangenen Monaten war er dort häufiger im Auftrag seines Arbeitgebers unterwegs, um die Produktion von Elektrokabeln für die Autoindustrie zu überwachen. „Im Februar muss ich zum letzten Mal nach China, für zweieinhalb Wochen“, sagt Radolla. Die Vereinsarbeit leide darunter ein wenig. „Aber wir haben in der Jugendabteilung viele fähige Leute, die das auch ganz gut ohne mich hinbekommen“, erzählt er. Aktuell trainiert Thomas Radolla bei den Titanen „nur“ drei Mannschaften. Es waren mal mehr. In der Jugend kümmert er sich um die „Minis“ und die C-Junioren. Dazu ist er Übungsleiter bei den Senioren II. „Für mich ist das ein guter Ausgleich zu meiner Arbeit“, sagt er. 

„Ergebnisse sind für mich zweitrangig“ 

Es sind die Momente, wie jener Anfang 2017, die für ihn Bestätigung sind. Die Titanen, damals noch unter Trainer Frank Richert, hatten – personell arg gebeutelt – ein Freundschaftsspiel beim SC Marl-Hamm mit 0:10 verloren. Abwehrspieler Radolla musste damals in der „Ersten“ aushelfen. „Wir waren nur zu elft. Das Ergebnis war mir am Ende völlig egal. Aber alle zehn Jungs, die damals gemeinsam mit mir auf dem Platz standen, hatte ich in der Jugend schon selbst trainiert. Da erntet man die Früchte der eigenen Arbeit“, sagt er nicht ohne Stolz. Ohnehin sind es nicht Ergebnisse, an denen er sich messen lassen will. „Wenn ich ergebnisorientiert arbeiten würde, dann müsste ich vieles anders machen. Als Trainer hast du eine soziale Verantwortung. Das steht an erster Stelle“, erzählt er. 

Manchmal Seelentröster oder Ersatzvater

Junge Leute manchmal auf den richtigen Weg zu führen, dass sei viel wichtiger als Zweikampfverhalten oder Schusstechnik. Einem Jugendspieler, der offensichtlich ein „Bier-Problem“ hatte, habe er mal erfolgreich ins Gewissen geredet. Für einen anderen war er Seelentröster, als die Mutter verstarb. „Zweimal war ich auch schon eine Art Ersatzvater, weil der eigentliche nicht mehr da war oder sich nicht mehr gekümmert hat“, sagt er. Eigene, leibliche Kinder hat er nicht, ist zurzeit Single. „Wenn ich eine eigene Familie hätte“, vermutet der 38-Jährige, „dann hätte ich wahrscheinlich viel weniger Zeit für den Verein.“ Doch in den vielen Jahren, in denen er jetzt schon an der Esseler Straße tätig ist, da sei der SV Titania für ihn zu einer Art Familie geworden, sagt Thomas Radolla. „Und so lange ich das Gefühl habe, dass ich die Spieler noch erreiche, will ich auch weitermachen.“ Im nächsten Jahr stehen wieder Vorstandswahlen an. Keine Frage, dass Thomas Radolla für das Amt des Jugendleiters kandidieren wird. Der Verein wird’s ihm danken.

So sieht im Kreis Recklinghausen die aktuelle Situation im Jugendfußball aus. 

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