Stefan Studtrucker (r.) ist aktuell Trainer des TuS Tengern.
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Stefan Studtrucker (hier 1996 im Trikot von Arminia Bielefeld beim DFB-Hallenmasters) kommt am Sonntag mit TuS Tengern zum TuS 05 Sinsen.

Fußball

Unbekannte Westfalenliga 1: Das sind die nächsten Gegner von Spvgg. Erkenschwick und TuS 05 Sinsen

  • Olaf Krimpmann
    vonOlaf Krimpmann
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Die Umgruppierung in die Westfalenliga Staffel 1 hat bei den beiden heimischen Vertretern Spvgg. Erkenschwick und TuS 05 Sinsen für Bestürzung gesorgt. Statt viele Revierderbys stehen jetzt etliche weite Fahrten an.

  • Die Spvgg. Erkenschwick und der TuS 05 Sinsen treffen auf viele Unbekannte in der Westfalenliga 1.
  • Die Umgruppierung hat nicht gerade für Zustimmung gesorgt.
  • Teilweise stehen weite Fahrten auf dem Programm.

Viele Gegner sind noch relativ unbekannt. Wie VfL Theesen und TuS Tengern, die beide Sonntag ins Vest reisen. Beim VfL Theesen, der am Sonntag bei der Spvgg. Erkenschwick gastiert, ist man stolz: Stolz, ein erfolgreicher Ausbildungsverein zu sein. Sechs Jugendmannschaften spielen in überkreislichen Ligen, das schlägt sich beim VfL auch in den Senioren nieder: 16 von 24 Spielern im aktuellen Kader sind beim Stadtteilverein im Bielefelder Norden ausgebildet worden.

„Wir haben mit der Jugend früher sogar schon mal höher gespielt“, berichtet Andreas Brandwein, der jetzt 16 Jahre Trainer beim VfL ist und die erste Seniorenmannschaft coacht. „Aber das war nicht zielführend für den Verein. Wir schauen jetzt, dass die Spieler aus der näheren Umgebung kommen, was vielleicht etwas zulasten der Qualität geht, aber für den Verein selbst viel mehr Sinn macht.“ Mit Arminia Bielefeld gebe es allerdings eine Art stille Kooperation: Die besten Akteure werden beim Bundesligisten ausgebildet, und wer es nicht schaffe in den Arminen-Kader, komme eben zum VfL. Vorzugsweise schaue man aber in der engeren Umgebung nach Talenten.

Westfalenliga: Bielefelder Stadtteilverein pendelt zwischen Ligen

Die Konsequenz: Die erste Mannschaft pendelt seit Jahren zwischen Westfalen- und Landesliga. „Mal reicht es, mal eben nicht.“ Entsprechend steckt Andreas Brandwein auch das Ziel für diese Saison: „Wir wollen die Liga halten, viel mehr haben wir uns nicht vorgenommen.“

Der größte Erfolg des TuS Tengern, der am Sonntag beim TuS 05 Sinsen gastiert, ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her: Es war der Aufstieg in die Westfalenliga. Wäre der Corona bedingte Saisonabbruch in diesem Frühjahr nicht gewesen, das Kapitel wäre wohl schnell wieder beendet gewesen: Die Mannschaft aus der Gemeinde Hüllhorst (liegt im Kreis Minden-Lübbecke) war beim Abbruch mit einem Sieg und vier Unentschieden abgeschlagenes Liga-Schlusslicht. An der Seitenlinie steht in dieser Saison ein bekannter Trainer: Stefan Studtrucker (53), früherer Profispieler bei Arminia Bielefeld (40 Spiele in der 1. und 2. Bundesliga) und auch im Kreis Recklinghausen kein Unbekannter: Von 1986 bis 1988 spielte „Studti“ beim damaligen Oberligisten 1. FC Recklinghausen und in der Saison 1990/1991 bei der SpVg. Marl.

Oer-Erkenschwick: Das Navi sagt 1:45 Stunden

Über die Zielsetzung gibt es keine zwei Meinungen: „Ohne Corona wären wir letzte Saison abgestiegen“, sagt Co-Trainer Bastian Bartelheimer. „Und bei fünf Absteigern in dieser Saison brauchen wir nicht lange zu diskutieren, was diesmal unser Ziel ist.“ Auch für die Ostwestfalen sind die Fahrten ins Ruhrgebiet Neuland. Barteilheimer: „Das Navi sagt, dass wir 1:45 Stunden bis Sinsen brauchen – mit dem Auto. Wir fahren Sonntag um 11.30 Uhr los und lassen uns überraschen.“

Personell versucht auch Tengern, vorzugsweise auf Eigengewächse zu setzen. Bastian Bartelheimer: „Wir schauen im Umkreis von 50 Kilometern. Wer Bock hat und gut zocken kann, ist willkommen. Aber bei uns geht’s eher dörflich-gemütlich zu.“ Die Konkurrenz im Kreis Minden-Lübbecke ist groß: Bis Rödinghausen sind’s 20 Kilometer, bis Espelkamp, für viele Experten der Liga-Favorit in der Westfalenliga 1, auch nur 18.

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