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Sönke Wortmann, 2008 als Zuschauer am Stimberg.

Fußball

Als Sönke Wortmann die Spvgg. Erkenschwick in die 2. Bundesliga schoss

Heute vor 40 Jahren gelang der Spvgg. Erkenschwick, was seitdem niemand aus dem Kreis mehr schaffte: der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

  • Am 18. Mai 1980 feierte die Spvgg. Erkenschwick einen 3:0-Heimsieg gegen den Bünder SV.
  • Damit waren die Schwarz-Roten in die 2. Bundesliga aufgestiegen.
  • Das erlösende 1:0 erzielte der spätere Regisseur Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern").

Der heute oft arg strapazierte Begriff des Türöffners war 1980 in der Reportersprache noch gar nicht verankert, aber eigentlich war das 1:0, das Sönke Wortmann am 18. Mai 1980 im Spiel gegen den Bünder SV erzielte (Endstand: 3:0), genau das.

Das 1:0 lässt Zweifler verstummen

Das Tor in der 33. Minute, ein Distanzschuss, ließ all jene verstummen, die bereits unkten, die Spvgg. Erkenschwick wolle oder dürfe mal wieder nicht aufsteigen, und sorgte gleichzeitig für eine nie gekannte Euphorie am Stimberg. An sein Tor kann sich Sönke Wortmann noch gut erinnern, und das nicht nur, weil es sein einziger Treffer war, den der heute 60-Jährige für die Spvgg. Erkenschwick erzielte. In einer Talksendung wurde ihm das Tor noch einmal im Video vorgespielt, sagt er im Telefoninterview. „Also, ich fand den Ball haltbar“, so der Regisseur („Das Wunder von Bern“) leicht verschmitzt. „Aber natürlich war’s mir in dem Moment egal.“ 

Dem Sieg folgt ein Platzsturm

Auch an die anschließenden Feierlichkeiten kann sich Wortmann noch gut erinnern: „Es gab einen regelrechten Platzsturm, es floss viel Alkohol.“ Obwohl im Vorjahr noch nicht im schwarz-roten Dress spielend, hat auch Wortmann, der aus einer Bergarbeiterfamilie in Marl stammt und dessen Heimverein der TSV Marl-Hüls ist, sehr wohl wahrgenommen, wie sehr der Druck auf der Mannschaft lastete nach dem schier skandalösen 0:1 von Beckum im Vorjahr, das im letzten Moment den sicher geglaubten Aufstieg in die 2. Bundesliga kostete.  „Der Stachel saß tief damals. Ich habe ehrlich gesagt erst nicht damit gerechnet, dass noch einmal solch eine Saison gelingt. Aber die Mannschaft war gut, und als die Chance da war, zu Hause Meister zu werden, haben wir sie genutzt. Dann solch ein Spiel, und wer lässt sich nicht gerne feiern?“, so Wortmann.

Über Herne geht's zum Film

Obwohl es der gebürtige Marler mit diesem einen Tor zumindest ins an Anekdoten wahrlich nicht arme Fußball-Geschichtsbuch des Ruhrgebiets schaffte, war seine Zeit auf dem Platz begrenzt. Wortmann verließ die Spvgg. Erkenschwick und wechselte zu Westfalia Herne, das noch immer unter den Auswirkungen der Goldin-Affäre zu leiden hatte. Auch dort blieb er nur ein Jahr. „Ich konnte nie so schnell laufen wie die meisten, zu mehr hat es nicht gereicht“, räumt Wortmann heute ein. „Ich kannte meine Grenzen. Dazu wollte ich weg, was anderes sehen.“

1983 schrieb er sich in München an der Hochschule für Fernsehen und Film ein, es folgte eine eindrucksvolle Karriere als Regisseur, in der er immer wieder auch den Fußball thematisierte. Sein langjähriges Engagement bei Fortuna Köln hat er mittlerweile eingestellt, auch Filme über den Fußball möchte er eigentlich nicht mehr drehen. „Das dürfen andere machen“, sagt er. Es bleibt, wie so oft, die Erinnerung an diesen spektakulären 18. Mai 1980 im Stimberg-Stadion.

Zuletzt hatte der heutige Westfalenligist Spvgg. Erkenschwick zwei Neuverpflichtungen bekanntgegeben. Der Vorsitzende Olaf May sieht den Klub nach einem Jahr Amtszeit auf einem guten Weg.

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