Jahresrückblick

Langweilig wird es am Erkenschwicker Stimberg nicht

OER-ERKENSCHWICK - Bei der Spvgg. Erkenschwick blickt man wieder einmal auf ein turbulentes Jahr zurück. Negativer Höhepunkt war das Aus der „Zweiten“. Das 102. Jahr seit der Vereinsgründung wird ganz sicher nicht als eines der guten in die Vereinsgeschichte der Spvgg. eingehen.

Zugegeben, der Traditionsklub vom Stimberg hat schon Schlimmeres in der Vergangenheit überlebt und ist in Sachen Fußball noch immer die Nummer eins in der Stadt. Aber vom Glanz vergangener Jahre hat der Deutsche Vizemeister der Amateure von 1969 auch 2018 wieder einiges verloren.

In der Jugend haben die Erben von Jule Ludorf und Co. weiter vom einstigen Status als erfolgreichste Nachwuchsabteilung im Kreis eingebüßt. Am Stimberg spielt die Jugend, die früher den Vergleich mit VfB Waltrop, TSV Marl-Hüls oder TuS Haltern nie scheuen musste, mittlerweile nur noch die vierte Geige. Zwar feierte die U17 in der Landesliga Mitte Juni in der Relegation gegen SpVg Brakel mit Ach und Krach den Klassenerhalt. Aber auch in dieser Saison geht es für sie wieder nur gegen den Abstieg. Auch die A-Junioren, 2011 immerhin noch Junioren-Bundesligist, dümpeln im Niemandsland der Landesliga vor sich hin.

In den unteren Altersklassen haben andere Vereine der Stadt der Spvgg. den Rang schon abgelaufen. Im Juni quittierte Jugendleiter Michael Kyll seinen Dienst, um fortan beim Hombrucher SV (!) als Co-Trainer der zweiten C-Jugend mitzuwirken. Einen richtigen Nachfolger hat der Verein bis heute nicht präsentieren können.

Und auch bei den Senioren gab es 2018 kräftige Nackenschläge. Der Versuch, talentierte Spieler aus der eigenen Jugend über eine „U23“ auf höhere Aufgaben vorzubereiten, wurde im April endgültig für gescheitert erklärt.

Nach einigem Hin und Her verkündete der Sportliche Leiter Michael Bröhl da das Aus der zweiten Mannschaft zum Saisonende. Ein sofortiger Rückzug aus der Bezirksliga stand zunächst sogar zur Debatte. Ob es 2019 wirklich einen ernsthaften Versuch geben wird, die „Zweite“ wiederzubeleben, ist unsicher.

Denn die große Frage, die sich die immer weniger werdenden Fans der Spvgg. stellen, lautet: Wer soll den Verein in die Zukunft und wieder zurück zu alter Stärke führen? Der Vorsitzende Hermann Silvers, der sich in Jahrzehnten wie kein Zweiter für Schwarz-Rot eingesetzt hat, ist mittlerweile 78 und denkt offen ans Aufhören. Einen Nachfolger zu finden, gestaltet sich äußerst schwierig. Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht.

Fest steht: Langweilig wird’s am Stimberg auch 2019 ganz sicher nicht.

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