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Julian Kaliczok, hier noch im Dienste der Spvgg. Erkenschwick, stach am Sonntag mit seiner Fairplay-Aktion heraus.

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Julian Kaliczok wird sogar vom Gegner gefeiert

Beim Spiel der zweiten Mannschaften von Teutonia Waltrop und GW Erkenschwick sticht eine Szene besonders heraus: Julian Kaliczok fordert den Schiedsrichter auf, eine rote Karte zurück zu nehmen, die dieser seinem Gegenspieler zeigte.

"Es war schon heftig", erinnert sich Kaliczok, der am Sonntag mit der zweiten Mannschaft von GW Erkenschwick bei der Teutonen-Reserve antrat, an das Foul. Der 25-jährige Mittelfeldakteur der Grün-Weißen klärte einen Ball an der Eckfahne. Teutonia Waltrops Finn Kalisch konnte nicht mehr ausweichen und erwischte Kaliczok mit dem Knie am Kiefer. "Ich war zunächst einmal zehn Sekunden außer Gefecht gesetzt. Ich weiß auch nicht genau, was in dieser Zeit passiert ist", so der Erkenschwicker. Nach der Szene zückte Schiedsrichter Holger Durrey die rote Karte für Kalisch. "Ich habe das zunächst gar nicht mitbekommen. Der Schiedsrichter kam angelaufen und fragte mich, ob die rote Karte in Ordnung geht", erklärt Julian Kaliczok.

Fairplay-Aktion sorgt für lauten Jubel auf der Tribüne

Der 25-Jährige erklärte dem Unparteiischen dann, dass die Aktion von Kalisch äußerst unglücklich, aber keine Absicht war. Anschließend forderte er, dass Kalisch weiterspielen darf. Der Schiedsrichter nahm seine Entscheidung zurück. Von den Zuschauern, besonders von den Fans der Teutonen, bekam Kaliczok für diese Aktion viel Applaus. Direkt im nächsten Zweikampf der beiden Akteure krachte es erneut, als Kalisch Kaliczok den Ball aus einem Meter Entfernung mitten ins Gesicht schoss. "Zu meinem Orientierungsverlust kam dann auch noch Blutverlust", scherzt Kaliczok später. Kalisch bedankte sich auf ganz besondere Art und Weise bei den Erkenschwickern: Er netzte in der 90. Minute zum 3:2-Siegtreffer der Waltroper ein und sorgte dafür, dass die Grün-Weißen ohne Punkte nach Hause fuhren.

Unter der Woche beim FC Schalke 04

"Dumme Sprüche gab es von meinen Mitspielern eigentlich keine. Mir ging es aber nach der Partie echt schlecht, ich brauchte erst einmal eine Viertelstunde Pause", sagt Kaliczok. Der Mittelfeldakteur bestritt am Sonntag sein erstes Meisterschaftsspiel seit drei Jahren. "Über mangelnde Action konnte ich mich jedenfalls nicht beschweren", sagt Kaliczok mit einem Lächeln. Seine Fairplay-Aktion ist gerade dann sehr vorbildlich, wenn man weiß, was der 25-Jährige unter der Woche so treibt. Neben der U16 des VfB Waltrop trainiert Julian Kaliczok nämlich auch in der "Knappenschmiede" des FC Schalke 04 sämtliche Jugendteams. "Meine Aufgabe ist neben dem normalen Trainingsbetrieb auch das Scouting neuer Spieler", erklärt der Erkenschwicker. Was die Kinder vor allem von Julian Kaliczok lernen können: Wie man fair mit seinen Mit- und Gegenspielern umgeht.

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