Nutzungsgebühren für Sportstätten

In Oer-Erkenschwick zahlen die Vereine nicht

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OER-ERKENSCHWICK - Teils marode Hallen, Schimmel in den Duschen, dafür aber hohe Nutzungsgebühren für die Sportvereine: In Datteln gehen die Klubs auf die Barrikaden. Es geht aber auch anders, wie ein Blick nach Oer-Erkenschwick und Waltrop zeigt.

Nahezu unzumutbar ist die Situation in der Sporthalle der Realschule an der Wiesenstraße in Datteln, wo der TTC Blau-Weiß beheimatet ist und sich die Fußballer von Kültürspor Datteln und ihre Gäste umziehen: Eine Tür, die sich nur einen Spalt öffnen lässt, weil das dahinter verbaute Waschbecken zu groß ist, Duschrohre, die sich von der Wand lösen, Schimmel an Decke und Wänden. Unzumutbare Zustände nicht nur für die Sportler, sondern auch für die Schüler.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick über den Kanal in die Nachbarstadt Oer-Erkenschwick. „Bei uns ist die Wiese noch etwas grüner“, sagt beispielsweise Peter Duscha (Foto), Vorsitzender des Stadtsportverbandes am Stimberg und SPD-Stadtverbandsvorsitzender. Duscha meint damit die für die Vereine durchaus komfortable Situation, denn die Sportstättennutzungsgebühr wurde am Stimberg 2017 wieder rasiert. „Der Verwaltungsaufwand war zu groß, das Modell einfach nicht praktikabel“, sagt Duscha. 2013 hatte die Stadt die Gebühren gegen einigen Widerstand der Sportler eingeführt, die die Vereine finanziell stark belasteten und die auch zu erhöhten Mitgliedsbeiträgen führten.

„Die Vereine mussten ihre Stundenpläne einreichen, wonach die Hallenbelegungen gemacht und die entsprechenden Gebühren berechnet wurden. Fielen dann mal Übungsstunden aus, musste alles wieder neu berechnet werden“, erzählt Duscha. Ein Antrag der SPD, die Gebühr wieder abzuschaffen, fand 2016 dann schließlich die Zustimmung aller Parteien im Rat. Die Oer-Erkenschwicker nutzten damals die Gunst der Stunde, um die fehlenden Einnahmen – rund 30.000 Euro jährlich – zu kompensieren, wie Hannes Kemper, ebenfalls SPD-Ratsherr erläutert. „Die Mittel aus einem Konjunkturpaket für die Durchführung so genannter energetischer Maßnahmen wurden eingesetzt, um veraltete Duschen und marode Heizungsanlagen in den Sporthallen und Sportplätzen zu erneuern“, sagt Kemper. Die fortan geringeren Energiekosten nutzt die Stadt nun, um die durch die Abschaffung der Gebühren fehlenden Einnahmen auszugleichen.

Dabei hoffen alle auf die Vernunft der Sportler. Wo die Vereine vor Abschaffung der Gebühren nämlich ganz genau überlegten, ob sie bestimmte Hallenzeiten überhaupt benötigen oder ob man Gruppen zusammenlegen kann, könnte nun quasi wieder „wild“ drauflos gebucht werden. Frei nach dem Motto: Kostet ja kein Geld. Die Hallenvergabe und der Schließdienst fallen in Oer-Erkenschwick weiterhin in den Verantwortungsbereich der Stadt. „Der SSV ist hier aber mit im Boot und hat bei der Hallenbelegung ein Mitspracherecht“, sagt Duscha.

Auch in Waltrop gibt es die Nutzungsgebühr

In der ersten Hälfte der Sommerferien bleiben die Sporthallen in Oer-Erkenschwick geschlossen. „In der zweiten Hälfte können die Vereine mit Wettkampfsport die Hallen aber wieder nutzen“, sagt Duscha. Aktuell hat man in Oer-Erkenschwick die Westerbachhalle wieder für Vereine und Schulsport geöffnet, die lange geschlossen war. „Weil uns mit der kleinen Halle an der ehemaligen Stimbergschule und der Turnhalle der Paul-Gerhardt-Schule zwei Hallen demnächst nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagt Duscha. Im Schulzentrum entsteht dafür ab dem kommenden Jahr eine neue moderne Zweifachhalle.

Auch in Waltrop werden die Vereine seit 2013 für die Nutzung städtischer Sportanlagen – zehn Sporthallen und zwei Sportplätze – zur Kasse gebeten. Die Preise pro Übungsstunde beginnen bei 1,88 € und enden bei 25 €. Sie richten sich danach, welche Sportanlagen genutzt werden und vor allem danach, wer die Nutzer sind. In fünf Kategorien – der Schulsport fällt in die Kategorie Null und ist natürlich kostenfrei – sind die Preise in der so genannten Entgeltordnung gestaffelt. Vereine, die dem SSV Waltrop angeschlossen sind und obendrein auch noch Jugendliche in der Übungsstunde trainieren, zahlen den geringsten Beitrag, erklärt Dagmar Windisch vom Sportbüro der Stadt Waltrop.

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