Johannes Brune-Gringmuth, Trainer der Titania-Damen, steht am Spielfeldrand.
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Johannes Brune-Gringmuth, Trainer der Damen des SV Titania Erkenschwick, kann die Reaktion des Gegners FC Marbeck nicht verstehen.

Frauenfußball

Wertung für den Gegner: Titanias Damen hoffen auf Fairness, werden jedoch bitter enttäuscht

  • Christine Horn
    vonChristine Horn
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Nein, es gab keinen Corona-Verdachtsfall innerhalb seiner Mannschaft, sagt Johannes Brune-Gringmuth, Trainer der Bezirkslig-Fußballerinnen von Titania Erkenschwick. Was es vor dem Auswärtsspiel beim FC Marbeck aber gab? Bedenken und Angst. Letztlich wurde die Partie gewertet - als verloren für die Oer-Erkenschwickerinnen. Darüber sind Trainer und Mannschaft sehr enttäuscht.

„Alleine die 45-minütige Anfahrt in Privat-PKWs wäre wegen der Enge problematisch geworden. Mit wie vielen Autos hätten wir denn fahren sollen?“, fragt Titanias Damentrainer Johannes Brune-Gringmuth in einer Zeit, in der es in Oer-Erkenschwick einen Inzidenzwert von über 180 gab. In einem Gespräch mit Marbecks Trainer Klaus Kamphoff stieß Brune-Gringmuth zunächst auf Verständnis, wie er sagt. Doch dann das: Das Spiel wurde jetzt für Titania als verloren gewertet. „Letztlich waren es Fürsorge und Gesundheitsvorsorge, die unszu diesem Schritt bewogen“, erzählt Brune-Gringmuth.

Angst vor beruflichen Schwierigkeiten

Seine Spielerinnen äußerten ihre Angst, berufliche Schwierigkeiten zu bekommen. „Es gibt Arbeitgeber, die Andeutungen gemacht haben, dass wenn Spielerinnen für 14 Tage in Quarantäne müssten, eine Lohnfortzahlung nicht gewährleistet sei“, so Johannes Brune-Gringmtuh. Bei einem ersten Telefonat mit Marbecks Trainer Klaus Kamphoff traf der Titanen-Verantwortliche auf Verständnis. Daher war er davon ausgegangen, dass auch der Gegner einer Spielverlegung zustimmen würde.
Doch Staffelleiter Jürgen Groothus teilte auf Nachfrage dieser Redaktion mit: „Mir liegt eine Mail vor, in der Marbeck der Spielverlegung nicht zustimmt. Und weil wiederum kein Verdachtsfall innerhalb der Oer-Erkenschwicker Mannschaft vorliegt, werde ich mich an die Regeln halten und dieses Spiel für Marbeck werten.“ Anders wäre es gewesen, wenn sich beide Vereine geeinigt hätten.

„Wir setzen keine unfairen Mittel ein“

Dies ist eine Entscheidung, die Brune-Gringmuth überhaupt nicht nachvollziehen kann. „Sicher, wir hätten uns um einen Test bemühen können. Oder hätten angeben können, dass eine Spielerin vermutlich mit irgendjemandem, der womöglich infiziert sein könnte, in Kontakt war. Aber wir setzen keine unfairen Mittel ein. Wir gehen verantwortungsvoll mit der Situation um.“

„Das sind keine Gründe, ein Spiel zu verschieben“

Marbecks Trainer Kamphoff erläuterte, warum er sich gegen eine Spielverschiebung entschied: „Ich sehe in den Argumenten der Oer-Erkenschwickerinnen keinen Grund, ein Spiel abzusagen. Wir haben Verständnis, orientieren uns aber am Spielplan. Da wir auch nur einen Hartplatz haben, würde es bei einer Spielverlegung zu Problemen mit den Platzkapazitäten kommen. Daher ziehen wird das durch.“

Eine Beschwerde wird geprüft

Die Titanen erwägen, Beschwerde gegen die Entscheidung des Staffelleiters einzulegen. „Es geht mir nicht darum, dass das Spiel als verloren gewertet wird, das ist zweitrangig. Mir geht es hier um Gerechtigkeit“, unterstreicht Brune-Gringmuth. Und er fügt hinzu: „Das Training lassen wir vorerst ausfallen.

In anderen Sportarten wurde der Spielbetrieb bereits unterbrochen.

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