Stadt erlaubt den Einsatz von Fingerharz

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OER-ERKENSCHWICK - Nach mehr als zehn Jahren wird das „Haftmittel-Verbot“ in der Willi-Winter-Halle gekippt – allerdings nur unter strengen Auflagen.

Fußballer haben Schraubstollen, Leichtathleten Spikes und Turner nutzen gerne Magnesium, um nicht den Halt zu verlieren. Alle Hilfsmittel sind völlig legal. Auch die Handballer greifen gerne mal in die Trickkiste, oder besser gesagt in den Harztopf. Gut zehn Jahre war das in der Willi-Winter-Halle in Oer-Erkenschwick nicht erlaubt. Der Handballverband Westfalen überlässt es in den Durchführungsbestimmungen zwar seinen Vereinen, über den Einsatz von Haftmitteln selbst zu entscheiden. Die Klubs sind aber an die Vorgaben der Kommunen gebunden, die in der Regel Eigentümer der Sporthallen sind. Doch nach und nach haben die Städte Regelungen mit den Vereinen gefunden, wie der Einsatz von Fingerharz doch möglich gemacht werden kann – so jetzt auch in Oer-Erkenschwick. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft super“, sagt Andreas Krebs. Man befinde sich derzeit noch in der Harz-Testphase, verrät der Abteilungsleiter der FC-Handballer. „Aber wir werden immer besser und stehen in engem Kontakt mit dem Hausmeister und den Putzfrauen“, sagt Krebs. Der Wunsch, auch in der eigenen Halle Harz einsetzen zu dürfen, sei aus der Mannschaft gekommen, so Krebs. Der neue Trainer Jens Körner, der viele Jahre in höherklassigen Vereinen gearbeitet hat, wo der Haftmitteleinsatz gang und gäbe ist, hat ebenfalls auf eine Lösung mit der Stadt gedrängt. Die sieht vor, dass die Handballer selbst für die Reinigung verantwortlich sind. Nach den Trainingseinheiten am Dienstag und Donnerstagabend sind die Spieler beider Mannschaften nun im Putzeinsatz. Gut eine Stunde müssen die Handballer dafür zusätzlich opfern. In drei Arbeitsschritten wird der Hallenboden entharzt. Mittlerweile gibt es verschiedene wasserlösliche Haftmittel, die das alte (und deutlich schwieriger zu entfernende) Baumharz abgelöst haben. „Erst wird der Reiniger aufgetragen, dann kommt viel Wasser zum Einsatz und zum Schluss muss das Wasser dann wieder weg“, sagt Krebs. Mittlerweile hat der FC dafür auch einen speziellen Nasssauger bekommen. „Das klappt ganz gut, aber wir müssen das trotzdem noch optimieren“, so der Abteilungsleiter. Der Aufwand lohne sich aber auf jeden Fall. Handball mit Harz mache auch mehr Spaß. „Das Spiel wird dadurch natürlich schneller, das Fangen und Passen einfacher, die Würfe härter“, sagt Krebs. Und dann kämpfen nun in der Bezirksliga fast alle mit gleichen Waffen. So gesehen, sorgt Harz auch für mehr Gerechtigkeit.

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