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Tayfun Kocak (l.) im Duell mit Ilter Kirici.

200 Zuschauer sehen 2:2

Stondzik rettet RWE das Remis

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OER-ERKENSCHWICK - Der SV Horneburg und RW Erkenschwick bleiben in der Kreisliga B4 weiter ungeschlagen. Im Topspiel der beiden Spitzenteams vor knapp 200 Zuschauern trifft Torsten Stondzik spät zum 2:2.

Schiedsrichter Alfred Raschen ließ sich vom teilweise übertriebenen Zeitspiel der Gastgeber nicht beirren. SVH-Trainer Rüdiger Bona hatte zuvor – wie es in der Kreisliga B erlaubt ist – seine drei Ersatzleute gefühlt 20-mal ein- und ausgewechselt, um die Zeit von der Uhr zu nehmen. Zudem ließen sich die Horneburger bei jeglicher Art von Spielunterbrechung aufreizend viel Zeit. So musste der souveräne Unparteiische aus Herten nach 90 regulären Minuten schon beide Hände zur Hilfe nehmen, um die Nachspielzeit von zehn Minuten anzuzeigen. Schon den ersten Durchgang hatte Raschen nach 50 Minuten beendet.

Und die Extrazeit nutzten die Oer-Erkenschwicker, um sich für ihren aufopferungsvollen Kampf gegen die drohende erste Saisonniederlage noch zu belohnen. Es lief die 96. Minute, als Florian Pagels einem langen Ball aus der eigenen Hälfte auf der rechten Seite hinterher sprintete. Horneburgs Torwart Jens Brinkbäumer, der den gesperrten Nedim Caliskan bis dahin glänzend vertrat, verließ seinen Kasten, klärte vor Pagels weit in Richtung Mittellinie. Pech nur, dass das Leder bei Torsten Stondzik landete, der aus gut 40 Metern zum 2:2 ins leer Tor traf.

Zuvor hatten die rund 200 Zuschauer am Landwehrring – so viele Besucher haben die Horneburger selbst bei Feldstadtmeisterschaften nicht – ein munteres Topspiel gesehen. Mit dem erwartbaren Drehbuch. Horneburg setzte auf dem holprigen Rasenplatz auf die einfachen Mittel, stellte sich hinten rein und drosch die Bälle in alle Richtungen lang aus der Gefahrenzone. Hin und wieder landeten solche Befreiungsschläge tatsächlich weit in der gegnerischen Hälfte. Und stellten die RWE-Hintermannschaft auch ab und an vor Probleme. So auch nach sechs Minuten, als Dennis Moll am Strafraum in Schussposition kam und den Ball zwischen RWE-Torwart Marc Horst und dem kurzen Pfosten zum 1:0 ins Tor schoss.

Die Gäste versuchten ihr gewohntes Passspiel aufzuziehen, suchten immer wieder ihren Spielmacher Stondzik. Doch auch der hatte echte Probleme mit der Ballannahme und -weitergabe. Erst in der Schlussphase von Hälfte ein gab’s drei richtig dicke Dinger. Nach Angriff über die rechte Seite konnte Julia Panchyrz das Zuspiel von Stondzik frei vor dem Tor nicht verarbeiten (41.). Dann traf Rudolf Behrenswerth alleine vor Schlussmann Brinkbäumer nur den Pfosten (43.). Kurz darauf wäre der Torwart geschlagen gewesen. Frederic Tophovens Schuss klärte Ali aber Caliskan für seinen geschlagenen Schnapper knapp vor der Torlinie (45.+1).

Portmann sieht Rot nach Foul an Peterlin

Nach dem Wechsel kam’s knüppeldick für RWE. Erst sah Manuel Portmann nach einem eher harmlosen Foul an Marvin Peterlin – es war das erste Foulspiel des RWE-Verteidigers bis zu diesem Zeitpunkt – überraschend die Rote Karte (50.). Fünf Minuten später erhöhte Ex-GWE-Stürmer Peterlin nach einem Konter über Dennis Moll auf 2:0 (55.).

Doch RWE gab sich nicht auf, kämpfte gegen nun völlig defensiv eingestellte Horneburger um den Anschlusstreffer. Der gelang dann Florian Pagels, der nach einem Einwurf von der linken Seite und einer Verlängerung von Panchyrz plötzlich alleine vor dem Tor auftauchte und mit seinem 17. Saisontor auf 2:1 stellte (71.). Kurz darauf hatte RWE Glück, dass Schiri Raschen den Treffer von Lars Rawen wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gab (80.).

Am Ende hatten die beiden Trainer Andreas Albersmann (RWE) und auch sein Gegenüber Rüdiger Bona (SV Horneburg) ein gerechtes Remis gesehen. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie hier Moral bewiesen hat und in Unterzahl noch einmal zurückgekommen ist“, meinte Albersmann zufrieden.

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