Pierre Nobbe, FLVW-Assistent für Vereinsentwicklung
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In ständigem Austausch mit den Vereinen: Pierre Nobbe ist seit dem 1. August „FLVW-Assistent für Vereinsentwicklung“ im Fußballkreis.

Fußball

Im Austausch mit den Vereinen - diese Aufgaben übernimmt Pierre Nobbe beim Fußballkreis

  • Thomas Braucks
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Pierre Nobbe arbeitet als hauptamtlicher Vereinsberater. „FLVW-Assistent für Vereinsentwicklung“ heißt der Job offiziell.

Im Sommer nahm Pierre Nobbe im Fußballkreis seine Arbeit als hauptamtlicher Vereinsberater auf. Er machte sofort Druck und präsentierte auf den Regionalkonferenzen ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm. „Es lief aus meiner Sicht richtig gut an, mit vielen persönlichen Kontakten zu Vereinen.“ Dann bremste die zweite Corona-Welle den Amateurfußball aus. Seitdem sitzt Nobbe im Homeoffice, allein in diesem November sind 15 fest verabredete „Ortstermine“ geplatzt. „Das ist natürlich sehr schade“, sagt der 29-Jährige. Für die Vereine ist er per Telefon, E-Mail oder in seinen digitalen Sprechstunden zwar immer erreichbar. „Die Arbeit lebt stark von persönlichen Begegnungen. Aber die sind derzeit leider nicht mehr möglich.“

Nobbe ist für die Fußballkreise Recklinghausen und Ahaus/Coesfeld zuständig. Die nehmen in Westfalen damit eine Vorreiterrolle ein. Daneben haben nur noch Dortmund und Gelsenkirchen im Rahmen eines DFB-Pilotprojekts Vereinsberater angestellt. „Das alte Ehrenamt aus der Zeit, in der ich mal angefangen habe, gibt es nicht mehr“, sagt der Fußballkreisvorsitzende Hans-Otto Matthey. Die Anforderungen an die Klubs und ihre Mitarbeiter seien immer komplexer geworden. Und damit auch der Bedarf an verlässlichen Informationen größer. Assistenten für Vereinsentwicklung sollen helfen, diese künftig zu liefern.

Den FC Schalke 04 bis in die USA begleitet

Pierre Nobbe scheint wie gemacht für den Job. Bei der PSV Recklinghausen hat er als F-Junior mit dem Kicken begonnen, später ist er noch für die SG Hillen aufgelaufen. Seine aktive Laufbahn beendete die Leidenschaft für den FC Schalke 04. Der Recklinghäuser wurde zum „Alles-Fahrer“: Ein Fan, der die Königsblauen selbst zu Testspielen in die USA begleitete. Weil er das Treiben des Profi-Geschäfts zunehmend kritischer sah, fing Nobbe vor einem halben Jahrzehnt an, sich wieder für den Fußball an der Basis zu interessieren. Nicht nur als Zuschauer. Der studierte Politikwissenschaftler lernte den Amateurbetrieb von Grund auf kennen, unter anderem durch ein mehrmonatiges Praktikum beim westfälischen Verband.

„Er hat in der Materie eine Menge drauf“

„Wir wollen den Vereinen mit Pierre ein frisches Gesicht präsentieren. Er hat in der Materie eine Menge drauf“, sagt Kreischef Hans-Otto Matthey. Einer, der helfen könne, „alte Strukturen aufzubrechen“. Ziel des Vereinsberaters müsse sein, in ständigem Austausch mit den Klubs zu stehen. „Die müssen wissen: Da gibt es einen beim Kreis, der jederzeit ansprechbar ist – für die kleinen wie für die großen Probleme“, sagt Pierre Nobbe. Viele Klubs haben das bereits genutzt. Vor allem, wie Nobbe festgestellt hat, Vereine aus den ländlichen Regionen des Fußballkreises, der zuletzt reichlich Organisationsaufwand hatte. Die Themen? Von technischen Problemen mit der Corona-App des Verbandes über Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtler, Kunstrasenbau und Finanzen bis hin zu grundlegenden Fragen der Vereinsentwicklung war alles dabei.

Ein Zwischenfazit des Pilotprojekts zu ziehen fällt dem Fußballkreis nach vier Monaten noch schwer. Wegen der Corona-Krise fehlten noch wichtige Erkenntnisse, sagt Hans-Otto Matthey. Der Kreisvorsitzende will das Projekt deshalb bis Dezember 2021 weiterführen: „Um klar dokumentieren zu können, was die Sache bringt.“

Der FLVW schreibt einen Ehrenamtspreis aus. Wer hat sich in der Corona-Krise besonders für seinen Verein engagiert? Wer ein Hygienekonzept entworfen? Wer ein soziales Projekt entworfen, mit denen sich Vereine für ihre Mitglieder oder ihr Umfeld engagieren?

Aus jedem Fußball- und Leichtathletikkreis in Westfalen wird ein Preisträger ausgezeichnet. Klubs, die eine Bewerbung einreichen möchten, können sie direkt an den Fußballkreisvorsitzenden Hans-Otto Matthey richten – und zwar am besten per E-Mail bis zum 15. Januar an Hans-Otto.Matthey@flvw.de

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