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Zurück auf die Bahn? Charlotte Becker will zu den Olympischen Spielen in Rio der Janeiro. Foto: DPA

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Charlotte Becker zieht es zurück auf die Bahn

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WALTROP - Es war ein turbulenter Abschluss der Straßen-Saison. Einer, der Lust auf mehr macht bei Charlotte Becker: „Das war seit langem mal wieder richtig schön“, sagt die Waltroperin, frisch von der Weltmeisterschaft aus Spanien heimgekehrt.

Die Silbermedaille für Lisa Brennauer, ein Rennen, das alle Höhen und Tiefen aufwies, mit Stürzen und Regen, aber eben auch eine klasse Moral aller deutschen Fahrerinnen und ein bemerkenswerter Teamgeist: Eigentlich wäre jetzt ein perfekter Zeitpunkt, zu genießen und abzuschalten.

Stattdessen lebt Charlotte Becker weiter aus dem Koffer. Eine Pause gönnt sie sich diesen Winter nicht. „Ich werde wieder Bahn fahren“, sagt die 31-Jährige. Schon den ersten Weltcup am 8. November im mexikanischen Guadalajara nimmt sie mit.

Vor zwei Jahren hatte sie sich vom Rundenrennen auf den Velodromen dieser Welt verabschiedet. „Ich brauchte ganz einfach mal eine Pause“, sagt sie. Bahn- und Straßensaison überschneiden sich in jedem Frühjahr, gerade die Umstellung, wenn die Klassiker anstehen, fällt oft schwer. Mittlerweile, sagt die 31 Jahre alte Waltroperin, habe sie wieder Lust.

Das Nahziel heißt Bahn-Weltmeisterschaft, das Fernziel Olympia in Rio de Janeiro. Ob auf der Bahn oder der Straße ist Becker egal: 2016 wird sie 33 Jahre. Zeit also, noch einmal für einen echten sportlichen Höhepunkt zu sorgen.

Ihren persönlichen in dieser Saison hat sie am Wochenende im spanischen Ponferrada gesetzt – auch ohne Medaille. Lisa Brennauer, die spätere Vizeweltmeisterin, hat sie nach deren Sturz wieder ans Feld herangefahren, selbst war Becker in einem Massensturz verwickelt - etwa 70 km/h hatte sie bei einer Abfahrt drauf.

"Es grenzte an ein Wunder, dass keiner groß etwas passiert ist"

„Das war ein mega Sturz, vor und hinter mir lagen die Fahrerinnen. Es war grausam“, berichtet sie. „Es grenzte schon an ein Wunder, dass keiner groß etwas passiert ist.“ Weitergefahren ist sie, als ob nichts gewesen wäre.

Erst als in der sechsten von sieben Runden der Regen in Kastilien einsetzte, habe sie sich zurückgenommen. „So ein Rennen gewinnst du bei den Abfahrten. Ich bin dann lieber auf Nummer sicher gefahren“, sagt sie. Seit einem folgenschweren Sturz auf regennasser Straße ist die Waltroperin bei diesen Bedingungen vorsichtig geworden. Ans Aussteigen aber habe sie dennoch nie gedacht, zu viel Adrenalin war im Spiel.

Im Ziel, das die Waltroperin als 53. erreichte, war sie eine der ersten, die Lisa Brennauer um den Hals fiel. Die WM-Silbermedaille für die Allgäuerin war eben ein Gemeinschaftswerk des ganzen Teams. So sieht es offenbar nicht nur Charlotte Becker.

„Am Abend, als wir uns das Rennen noch auf Video angesehen und ein wenig gefeiert haben, haben uns auch unsere Männer zur taktischen Leistung gratuliert“, berichtet die Waltroperin.

Wahrscheinlich wird Charlotte Becker in der kommenden Saison für ein neues Team fahren. Eins, das ihre „Ausflüge“ auf die Bahn unterstützt. Irgendwie hat die Waltroperin, Bronzemedaillengewinnerin im DM-Einzelzeitfahren auf der Straße in diesem Jahr, mittlerweile erkannt: „2014 war ein gutes Jahr für mich. So gut wie 2010, 2011 und 2012 war es aber nicht.“

2010 war sie deutsche Straßenmeisterin und Vizemeisterin im Einzelzeitfahren, 2012 Weltmeisterin im Mannschafts-Zeitfahren auf der Straße – in diesen Jahren fuhr Charlotte Becker Bahn und Straße. Was ihr zeigt: Es geht beides.

Und noch ein Ziel hat sie sich neben Olympia in Rio de Janeiro seit dem Wochenende gesetzt: „Mal eine Top-10-Platzierung bei einer Straßen-WM zu erzielen. In Ponferrada habe ich gespürt: Wo die anderen fahren, da kann ich auch reinfahren.“

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