Charlotte Becker (links) erhält bei der Deutschen Meisterschaft die  DM-Silbermedaille im letzten Sommer.
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Weiter in Deutschlands Spitze: Charlotte Becker (links), hier mit ihrer DM-Silbermedaille im letzten Sommer.

Radsport

So sehen die sportlichen Ziele von Charlotte Becker im Olympiajahr aus

  • Olaf Krimpmann
    vonOlaf Krimpmann
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Schulbank drücken statt in die Pedalen treten: In den letzten Wochen hat Charlotte Becker wenig Sport treiben können. Für die Waltroperin beginnt die Saison jetzt spät, aber sie beginnt. So sehen ihre Ziele für das Olympiajahr aus.

Mittwoch vergangener Woche fiel sämtliche Last von den Schultern. Auf denen prangt nun auf jeder Seite ein silberner Stern. Sechs Monate lang hatte die Bundespolizistin büffeln und ihr Wissen in Praktika anwenden müssen. „Geschenkt haben wir nichts bekommen“, sagt die Waltroperin, der die Erleichterung anzuhören ist. Denn am Mittwoch bestand sie mit ihren Lehrgangskolleginnen, fast alles Leistungssportlerinnen, den Lehrgang. Mit 37 Jahren ist sie nun im gehobenen Polizeidienst angekommen. „Langsam muss man auch schauen, was kommt. Ewig werde ich nicht mehr meinen Sport machen können“, sagt sie.

Im Mai wird Charlotte Becker 38 Jahre alt

38 Jahre jung wird die Waltroperin im Mai. Die Saison 2021 – sofern Corona es zulässt – nimmt sie auf jeden Fall noch mit. Ihr Debüt möchte sie in 14 Tagen feiern, wenn sie im Trikot ihres Teams Arcea das Eintagesrennen „Grand Prix Oetingen“ bestreiten wird, ein stark besetztes Frühjahrsrennen in Belgien. Prognosen will sie keine abgeben, die letzten Monate haben zu sehr geschlaucht. „Das Training kam natürlich zu kurz. Hätte ich viel trainiert, wäre das zulasten der der Ausbildung gegangen. Und wenn ich gelernt habe, konnte ich nicht trainieren.“ Für fünf Tage hatte sie die Chance im Januar, mit ihren Teamkolleginnen ins Trainingslager zu fahren. Ihr Fazit: „Das war anfangs hart für mich, da war schon ein Rückstand zu spüren. Aber ich weiß, dass ich über die ganzen Jahre mir eine Grundausdauer zugelegt habe, dass ich da schnell wieder reinkomme.“

Olympiateilnahme ist für sie kein Muss mehr

Ob es für Charlotte Becker noch einmal für ein Olympiaticket reichen wird? Der Pool der infrage kommenden Fahrerinnen sei nicht sehr groß, sagt sie. Allerdings reisen voraussichtlich auch nur sechs Fahrerinnen zu den Spielen nach Tokio. Stress will sie sich keinen mehr machen: In London und Rio de Janeiro hat sie bereits olympische Luft geschnuppert. Vor allem die Spiele in der britischen Millionenmetropole, bei denen trotz Regenwetters Zehntausende das Straßenrennen der Frauen verfolgten und für eine unglaubliche Begeisterung sorgten, wird ihr ewig in Erinnerung bleiben. „So wird‘s wohl in Tokio kaum werden“, sagt sie. Allerdings gelte für sie auch: Sollte sich eine Chance ergeben, will sie sie nutzen. Diesen Ehrgeiz hat sich Charlotte Becker bewahrt.

Besuch der Familie in Waltrop geplant

Jetzt aber gilt es, erst wieder in Schwung zu kommen für die ersten Frühjahrsrennen. Wahrscheinlich wird sie der Familie in Waltrop in diesen Tagen einen Besuch abstatten und in ihrem vertrauten Trainingsrevier Kilometer machen. Einen Anfang hat sie bereits gemacht: Keine 24 Stunden nach der mündlichen Prüfung bei der Bundespolizei am letzten Mittwoch hat sie sich aufs Rad geschwungen. 120 Tageskilometer standen am Ende auf dem Tacho.

Mit Christian Ahlmann (Marl) und Malte Jakschik (Datteln) hoffen noch zwei weitere Sportler aus dem Kreis Recklinghausen auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen.

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