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Zwei Meter Sicherheitsabstand zwischen den Zuschauern einzuhalten ist beim Marktplatzspringen unmöglich.

Woche des Sports

Diesjährige Woche des Sports und Marktplatzspringen sind ersatzlos gestrichen

Seit Donnerstagnachmittag ist es amtlich: Die Woche des Sports in Recklinghausen (19. Mai bis 1. Juni) findet in diesem Jahr nicht statt. Komplett abgesagt aufgrund des Corona-Virus.

  • Athleten warteten auf grünes Licht
  • Logische Folge
  • Schweden sind erstaunt

Für die Vereine bedeutet dies, dass ihre Vorbereitungen für die Katz’ waren. Besonders schwer trifft es aber Hans Timmermann, Organisator des Recklinghäuser Marktplatzspringens im Stabhochsprung, das in diesem Jahr seine 39. Auflage erleben sollte.

 „Von den Vorbereitungen her war ich mit allem fertig“, sagt er, „die Sponsoren hatten ihre Zusage gegeben, das Programmheft ist fertig, die Vorstellung des Plakats war terminiert, die Athleten warteten nur noch auf grünes Licht.“

Lange Ungewissheit

Wochenlang hatte er im Ungewissen gelebt: Rundherum wurden alle Veranstaltungen abgesagt. Ob Fußball in den untersten Ligen mit 30, 40 Zuschauern, Tischtennis in höheren Klassen mit fünf Interessierten – alles pausierte. Großveranstaltungen sind bis Ende August untersagt. Die Leichtathletik-Europameisterschaft im August in Paris wurde abgesagt, das ISTAF in Berlin am 13. September ebenfalls. Nur die Woche des Sports hatte noch planmäßig stattfinden sollen, darin eingebunden das Recklinghäuser Marktplatzspringen.

Sicherheitsabstand nicht einzuhalten

„Da stellte sich die Frage“, so Timmermann, „ob Stabhochsprung ein Großereignis ist.“ Für ihn ist die Absage der Woche des Sports und des Marktplatzspringens nur logisch, kam seiner Meinung nach aber viel zu spät: „Es kann nicht sein, dass Polizei oder Ordnungsamt eine Gruppe von drei, vier Leuten, die zu eng zusammensteht, auflöst, das Marktplatzspringen mit 1 000 Zuschauern aber stattfindet. Wir wären gar nicht in der Lage, für den Mindestabstand von zwei Metern für sorgen.“

Am Freitag war für ihn telefonieren angesagt. Sponsoren und Sportler wollten unterrichtet werden. Der finanzielle Schaden hält sich in Grenzen. „Natürlich sind die Flugtickets für die Athleten reserviert“, sagt Timmermann, „da ist die Frage, ob ich sie ohne zusätzliche Kosten stornieren kann.“ Mit den Sponsoren besteht die Vereinbarung, dass sie erst im Nachhinein ihren Obolus entrichten. Hier muss er also keine Rückzahlungen fürchten.

Equipment aufgestockt

 „Allerdings haben wir das Equipment aufgestockt“, sagt Timmermann, „zum Beispiel mit neuen Ständern. Und um die Ergebnisse über den Verband live online stellen zu können, musste ein neuer Laptop angeschafft werden!“ Die Fahrtkosten, um bei Wettkämpfen die Stabhochspringer zu beobachten, mit ihnen zu sprechen und sie nach Recklinghausen einzuladen, rechnet er gar nicht mit. Erste Reaktionen auf die Absage hat er gestern schon erhalten. „Die Schweden sind sehr erstaunt, denn dort finden alle Wettkämpfe statt“, berichtet er.

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