Basketball

"Dürfen den Start nicht verschlafen"

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RECKLINGHAUSEN - Bezirksligist Eisenbahner Turngemeinde bereitet sich auf die nächste Spielzeit vor – und setzt auf Teamgeist und Zusammenhalt.

Wenn montags und donnerstags auch der letzte Schüler das Hittorf-Gymnasium verlassen hat, stürmt eine bunte Mischung an Männern im Alter von 20 bis über 50 Jahren in die große Dreifachsporthalle an der Kemnastraße. Ab 19 Uhr trainieren dort die Basketballer der ETG Recklinghausen. Alle drei Mannschaften in Bezirksliga, Kreisliga und Kreisklasse trainieren zur selben Zeit. Manchmal jeder für sich, gerade während der Spielbetrieb pausiert auch alle gemeinsam.

Nicht so am letzten Montag. Denn der Saisonauftakt für die ETG I steht mit der ersten Runde im WBV-Pokal kurz bevor (siehe Info). ETG-Spielertrainer Sebastian Walkowiak erhofft sich trotz des Klassenunterschiedes eine „spannende Partie“ im „kleinen Derby“ gegen den Marler BC. „Einige der Spieler kennt man“, sagt er und bezieht sich auf Duelle bei Streetball-Turnieren oder auf der Freiplatzanlage am Stadion Hohenhorst. Er selber wird nicht mit dabei sein, weilt im Urlaub in Norwegen.

Und das Wort „Trainer“ hört der frischgebackene Vater auch nicht so gerne. „Wir sind eine Demokratie in der ersten Mannschaft geworden“, sagt Walkowiak, der in der eh knappen Vorbereitungszeit keine Einheit mitmachen konnte. Es ist einer der Gründe, warum es schleppend läuft für den Bezirksliga-Dritten der Vorsaison. Auf das Aufstiegsrecht zur Landesliga verzichtete die ETG auf angesprochene demokratische Weise.

Nach zwei souveränen Jahren auf Bezirksebene fürchtet Walkowiak den Kaltstart aber nicht: „Wenn wir genug Spieler sind, können wir in der Liga sehr gut mithalten.“ Der Kader ist beisammen geblieben. „Schnelligkeit und Größe“ zeichnet die „Eisenbahner“ laut Walkowiak aus, wobei ein alles überragender Center im Aufgebot fehlt, die ETG aber auf den „kleineren“ Positionen mit einigen Spielern von knapp 1,90 Meter Körpergröße gespickt ist. Mal wieder lag es am Montag an Nils Kampmann (Trainer der ETG II), das Training der ersten Mannschaft mit zu übernehmen. „Beide Teams dürfen den Start nicht wieder verschlafen“, sagt der 30-Jährige, „daran arbeiten wir jetzt. Ab nächster Woche auch verstärkt mit Systemen und Spielabläufen.“

Ein Drittel der Halle ist für diejenigen reserviert, die es „ruhiger angehen lassen wollen“, wie Rainer Schleusener beschreibt. Der 51-Jährige ist seit ein paar Monaten zusammen mit Kampmann Abteilungsleiter. Beide haben das Amt von Gründer Marcel Sawallich übernommen. Schleusener selbst spielt in der „Dritten“, ist damit der Älteste in der bunt gemischten Mannschaft, in der Anfänger sowie erfahrenere Spieler, die kürzertreten wollen, Platz finden.

Nachdem sein Vorgänger drei Seniorenteams aus ursprünglich ein paar Freizeitspielern ausgebaut hat, macht es sich die neue Abteilungsleitung nun zur Aufgabe, auch Jugendliche für Basketball unter dem ETG-Dach zu begeistern. Ab einem Alter von 16 Jahren wird nach Spielern für eine mögliche Mannschaft gesucht. „Eine Konkurrenz zu Citybasket wollen wir aber nicht sein“, merkt Schleusener an. Er sucht Jungs, die so anfangen wie Marcel Sawallich und sein Team von Freizeitspielern, das vor mehr als einem Jahrzehnt erst bei HTV Recklinghausen und später dann bei den „Eisenbahnern“ ihr sportliches Zuhause fanden.

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