Billard

Die Zeiten ändern sich

Recklinghausen - Es gibt Dinge, die ändern sich einfach nicht – und dazu gehört: „Ein Queue verleiht man nicht.“ Meint Norbert Hasenjürgen, der 1. Vorsitzende des BC Elfenbein Recklinghausen-Süd, mit demonstrativer Entschlossenheit.

Es gibt aber auch Dinge, die sich sehr wohl verändern, und deshalb muss man heute so manchem Zeitgenossen erklären, dass man Queue wie „Kö“ ausspricht und dass damit ein Billard-Stock gemeint ist. Denn man mag es bedauern oder mit einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen: Sicher ist, dass der Billardsport in Deutschland schon wesentlich bessere Zeiten erlebt hat.

Eine Entwicklung, die auch an Recklinghausen nicht vorbeigegangen ist, und so ist der BC Elfenbein längst der einzige Billard-Club der Stadt. Doch immerhin: Der Verein hat den Weg von der Kneipe in die Schule gefunden, was in diesem Fall jedoch nicht kulturell, sondern wortwörtlich zu nehmen ist. Begonnen hat die Geschichte des BC Elfenbein wie bei so vielen Billard-Clubs im Gaststätten-Hinterzimmer, mittlerweile residiert man bereits seit Jahren in der ehemaligen Reitwinkelschule an der Hochstraße 117.

Und die Nachbarschaft ist ebenfalls sportlich: Hinten auf dem Ascheplatz hat die Hobbyfußball-Gemeinschaft ihr Zuhause und im Erdgeschoss trainieren die Faustkämpfer von Boxring 28. „Das ist hier ein solides Miteinander“, erklärt Hasenjürgen, „nur manchmal werden die Parkplätze knapp.“

Woran aber in den seltensten Fällen der BC Elfenbein die Schuld trägt: Ganze 21 Mitglieder zählt der 1965 gegründete Verein noch, wovon in etwa die Hälfte aktiv ist. Und die Tendenz bei der Mitgliedschaft ist eher rückläufig, es fehlt – wie bei vielen anderen Sportarten auch – der Nachwuchs. „Wäre nicht schlecht, wenn der eine oder andere junge Spieler den Weg zu uns finden würde“, sagt Guido Kröger, der an diesem späten Nachmittag gerade ein Testspiel gegen den zweiten Vorsitzenden Ludger Mengel hinter sich hat.

Umständlich verabreden mussten sich die beiden dafür nicht: Jedes Mitglied hat einen Schlüssel für den Vereinsraum, man kann also kommen und gehen, wann man will. In dem einstigen Klassenzimmer stehen zwei Billardtische, eine kleine Theke und eine kleine Sitzecke: Urig mag man die Atmosphäre nennen. An zwei Wänden reihen sich etliche Spinde auf, in denen die Queues verschlossen werden können, und für mögliche Neuankömmlinge ist noch einiges frei. „Nachmittags sind eigentlich immer welche da“, sagt Norbert Hasenjürgen. „Und freitags ist es hier voll“, ergänzt Ludger Mengel.

Acht Euro als Monatsbeitrag verlangt der BC Elfenbein, der aktuell zwei Teams im Meisterschaftsbetrieb hat. Gespielt wird „Freie Partie“, die schlichteste Form des Carambolage-Billards, bei der der Spielball die beiden anderen Bälle einfach ohne Einschränkung berühren muss.

Telegen ist etwas anderes, das gibt man beim BC Elfenbein durchaus zu, dennoch existieren zu den Leuten, die im Klassenzimmer nebenan die viel medienpräsentere Billard-Variante Snooker hobbymäßig betreiben, kaum Querverbindungen. Über die verschiedenen Arten des Pool-Billards rümpft man nicht unbedingt die Nase, doch Norbert Hasenjürgen sagt deutlich, was er davon hält: „Das ist wie der Unterschied zwischen Tennis und Tischtennis.“

Kontakt zum BC Elfenbeim:

Norbert Hasenjürgen unter 67680 oder 02331/2054510 (di.)

---- Gruppen, die Interesse haben, dass wir vorbeischauen und sozusagen unsere Nase durch die Tür zum Trainingsraum stecken, melden sich einfach bei uns unter 18052416 oder 18052426 oder per E-Mail unter rzsport@medienhaus-bauer.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Im Sommer ist Schluss
Im Sommer ist Schluss
Im Sommer ist Schluss
Favoriten geben sich keine Blöße
Favoriten geben sich keine Blöße
Favoriten geben sich keine Blöße
Berbic tritt zurück
Berbic tritt zurück
Berbic tritt zurück
Neustart am Quellberg
Neustart am Quellberg
Neustart am Quellberg
Schüler begeistern bei "Hits für Kids"
Schüler begeistern bei "Hits für Kids"
Schüler begeistern bei "Hits für Kids"

Kommentare