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Beim Go-Turnier in der Innenstadt rauchten die Köpfe. Letztlich siegte Valerii Krushelnytskyi (r.).

Denksport

Analyse beim Kaffee

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RECKLINGHAUSEN - Zwar firmierte die 9. Auflage des Recklinghäuser Go-Turniers unter der Kategorie „Wettkampf“, die Atmosphäre war dennoch gelöst und locker. Obwohl die Verantwortlichen des ausrichtenden Go-Klubs durchaus eine gewisse Anspannung verspürten.

Was wiederum an den kleinen „Störfällen“ rund um das Turnier hing. „Gerne“, das bestätigte Jutta Vagedes aus dem Organisationsteam, hätte sie selbst Spielsteine auf dem Brett verschoben. „Aber rund um so ein Turnier fallen allerhand Kleinigkeiten an, die nur die Konzentration beeinträchtigen.“ Und bei einem Denksport wie dem ostasiatischen Brettspiel „Go“ ist das nunmal nicht förderlich.

Bei dieser Auflage, die Martin Langer in der Turnierleitung betreute, waren wieder Spieler aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar den Niederlanden und Belgien angereist. Insgesamt 52 Spieler starteten im Gemeindehaus St. Peter. „Die Atmosphäre stimmt“, sagte Vagedes. Im Vergleich zu anderen Sportarten, ergänzt Langer, „hilft man sich gegenseitig“. Es überwog bei den Teilnehmern, die Altersspanne reichte von U15 bis Ü50, weniger der Frust über eine verlorene oder schlechte Partie, als der Wissensdurst nach neuen taktischen und spielerischen Varianten. „Es kommt vor, dass ein Spieler bei einem hohen Rückstand aufgibt und beide Kontrahenten bei einem Kaffee die Partie analysieren“, sagt Langer.

Dafür hatten die Verantwortlichen des Go-Klubs mit Hans-Werner Bressan (Castrop-Rauxel) extra einen Experten gebucht, der Tipps und Tricks an die Spieler weitergab. Zudem organisierte der Verein einen „Material-stand“ mit Fachliteratur und Spielmaterial.

Sportlich setzte sich nach den beiden Turniertagen Valerii Krushelnytskyi durch. Der in Köln studierende Ukrainer gewann alle fünf Turnierspiele und verwies Arved Pittner (Berlin) und Chafiq Bantla (Bochum) auf die weiteren Plätze. Bester Recklinghäuser wurde Jürgen Meyer auf Rang 12, Georg Kaczmarek vom Go-Klub wurde 17.

Krushelnytskyi gewann damit auch die U18-Wertung und das Preisgeld, sodass der Go-Klub ihm ein Jahr lang das Startgeld bei allen deutschen Turnieren erstattet. „Wir wollen die Jugend fördern“, erläutert Vagedes. Pittner wurde zugleich bester U16-Spieler. Markus Dittberner (Münster) gewann die Ü50-Wertung.

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