Zoe Stens setzt sich im Heimspiel der PSV Recklinghausen gegen die SFN Vechta am gegnerischen  Kreis durch.
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Wuppertal statt Recklinghausen: PSV-Kreisläuferin Zoe Stens – hier beim Recklinghäuser Heimerfolg über die SFN Vechta – ist auch in der 2. Bundesliga gefragt.

Handball

Profi-Frage schwelt weiter - Drittligisten pausieren zunächst nur bis Mitte November

  • Thomas Braucks
    vonThomas Braucks
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Die PSV Recklinghausen sagt ihr Heimspiel ab, eine Handballerin ist am Samstag (31. Oktober) dennoch im Einsatz. Derweil geht die Diskussion über den Status der 3. Liga weiter.

  • Drittliga-Spiel der PSV Recklinghausen gegen Mitaufsteiger Ibbenbüren fällt aus
  • Zwangspause vorerst bis Mitte November
  • Kreisläuferin Zoe Stens dank Zweitspielecht stattdessen für TVB Wuppertal im Einstaz

Es ist doch eine schöne Erfindung, das sogenannte Zweitspielrecht im Handball. Zumindest wenn man auch in schweren Zeiten für den Sport Lust darauf hat. So wie Zoe Stens, Kreisläuferin des Drittligisten PSV Recklinghausen.

Die für Samstag geplante Begegnung gegen Mitaufaufsteiger Ibbenbürener SpVg. wurde 24 Stunden zuvor abgesagt. Es gab Corona-Bedenken beim Gegner. Zoe Stens durfte trotzdem ihre Sporttasche packen. Am Abend stand sie für den TV Beyeröhde-Wuppertal auf der Platte. In der 2. Bundesliga.

Beyeröhde feiert Heimsieg

Es lief gut für das Team des ehemaligen PSV-Trainers Dominik Schlechter: Beyeröhde schlug den HC Rödertal mit 27:22, Zoe Stens steuerte einen Treffer bei. In der 2. Liga soll es weitergehen. Ohne Zuschauer zwar, aber immerhin.

Anders die 3. Liga. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) schickte die Klasse und damit auch die PSV Recklinghausen am Wochenende in die Pause. Allerdings nicht für gesamte Dauer des Lockdowns für den Amateursport, sondern zunächst bis zum 15. November.

DOSB definiert Profi-Sport

Der Grund: Die Frage, wo der Profi-Handball aufhört, sie schwelt weiter. Der DHB verweist auf den Deutschen Olympische Sportbund (DOSB), der in seiner Definition „die 1.-3. Ligen in allen olympischen und nicht-olympischen Sportarten“ unter „Profisport“ fasst.

Nun sind Nationalmannschaft und Olympische Spiele sind für Handballerinnen der PSV Recklinghausen derzeit kein heißes Thema. „Da sind wir nicht so nahe dran“, scherzt PSV-Trainer Daniel Schnellhardt. „Aber ich muss zugeben, dass mir die Definition des DOSB nicht bekannt war.“ Leicht zu entscheiden sei die Sache wohl nicht.

Recklinghäuser sind Amaterverein

Die Probleme stecken auch im Handball im Detail. Ein Beispiel: Kein Geheimnis ist, dass Männer in den Top-Teams der 3. Liga mit ihrem Sport mehr Geld verdienen als Spielerinnen in der 2. Bundesliga der Frauen. Wer ist da Profi, wer Amateur?

Für Schnellhardt und die PSV liegt der Fall klar: Der Recklinghäuser Klub versteht sich als lupenreiner Amateursportverein und agiert auch so. „Deshalb finde es richtig, dass der DHB den Spiel- und Trainingsbetrieb jetzt mal bis zum 15. November aussetzt. Das gibt den Verantwortlichen die Zeit, die Sache in Ruhe zu überdenken.“

PSV Recklinghausen pausiert vorerst bis 15. November

Auch sonst kommt die Bestimmung des DHB, den Betrieb vorerst bis Mitte November auszusetzen, der PSV entgegen. „Das vereinfacht unsere Arbeit und ist so etwas wie ein kleiner Hoffnungsschimmer“, sagt Daniel Schnellhardt. Das Recklinghäuser Trainerteam muss zunächst einmal nur für zwei Wochen individuelle Trainingspläne fürs „Homeoffice“ planen.

Sollte die 3. Liga am Ende als Profi-Handball durchgehen, hofft Schnellhardt zwar nicht auf einen Spielbetrieb. Dafür aber auf die Möglichkeit, unter strengen Hygienevorkehrungen zu einer gemeinsamen Form von Training zurückkehren zu können. „Wenn die Corona-Zahlen es hergeben.“

Was zurück zu PSV-Kreisläuferin Zoe Stens führt. Die darf in Beyeröhde weiter an den Ball, in Recklinghausen darf sie es nicht. Die Sportwelt in Corona-Zeiten ist mitunter merkwürdig.

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