Trainerin Laura Neboli gibt den Regionalliga-Fußballerinnen des 1. FFC Reckinghausen Anweisungen.
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Laura Neboli, die Trainerin des 1. FFC Recklinghausen 2003, fordert und fördert ihre Regionalliga-Fußballerinnen.

Fußball

Von wegen der Star ist die Mannschaft - bei diesem Verein steht er an der Seitenlinie

  • Meike Holz
    vonMeike Holz
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Ein kurzer Rückblick auf die Fußball-Europameisterschaft 1996 in England sei an dieser Stelle erlaubt. „Der Star ist die Mannschaft“, hat Bundestrainer Berti Vogts seinerzeit nach dem Titelgewinn betont. Und auch viele Übungsleiter sind stets darum bemüht, das Kollektiv zu würdigen, anstatt einzelne Akteure in den Mittelpunkt zu stellen. Der 1. FFC Recklinghausen 2003 kann jedoch eine Ausnahme machen: Der Star ist die Trainerin.

  • Ehemalige Nationalspielerin ist seit diesem Sommer Teamchefin des 1. FFC Recklinghausen 2003
  • Laura Neboli ist seit Kindertagen fußballbegeistert
  • Verletzungspech führt zur Trainerlaufbahn

Seit gut drei Monaten führt Laura Neboli bei den Regionalliga-Fußballerinnen vom Hohenhorst die Regie an der Seitenlinie. Die 32-jährige Italienerin ist eine wahre Meisterin ihres Fachs: Sie absolvierte 26 Länderspiele, gewann die nationale Meisterschaft in der Serie A und auch den Pokal.

Zu einer derartigen Karriere wäre es fast nicht gekommen. „Meine Mutter wollte, dass ich Gymnastik mache“, sagt Laura Neboli. Die damals Sechsjährige probierte es zwar aus, fand aber kein Gefallen an diesem Sport. Naheliegend war der Wechsel zum Fußball. Ihr älterer Bruder Luca kickte, ihr gleichaltriger Cousin ebenfalls. Und weil ihr Vater Mario die Mannschaft der Jungs auch noch trainierte, war der Wechsel auf den grünen Rasen nur die logische Konsequenz.

Talent wird gezielt gefördert

Und der Startschusss zu einer erfolgreichen Karriere der Abwehrspielerin. Talent sei eine Sache, findet Laura Neboli, die erst in der Jugendmannschaft ihres Heimatvereins spielte und als 13-Jährige zu CF Bardolino wechselte. „Ich hatte auch das Glück, dass ich die richtigen Trainer hatte, die mich förderten.“

Das war besonders in der italienischen Gemeinde am Gardasee der Fall. Laura Neboli spielte in Bardolino als 15-Jährige schon für die Frauenmannschaft in der Serie A, wurde Kapitänin der italienischen U17- und U19-Auswahl und spielte alsbald auch für die A-Nationalmanschaft.

„In der Bundesliga zu spielen, war mein Traum“

Eines führte zum anderen. Laura Neboli lernte einen Spielerberater kennen, der den Kontakt zum damaligen Bundesligisten FCR Duisburg herstellte. „Es war immer mein Traum, einmal in Deutschland zu spielen“, sagt die 32-Jährige.

Die Abwehrspielerin überzeugte in dem dreitägigen Probetraining derart, dass es bis zur Vertragsunterzeichnung nicht lang dauerte. „Ich habe mich auf die neue Herausforderung gefreut.“ Die damals 23-Jährige ging diese ganz gelassen an. „Ich hätte ja keine Minute spielen können“, sagt Laura Neboli. Der Neuzugang musste keineswegs auf die Ersatzbank, sondern wurde schnell zur festen Größe auf dem Spielfeld.

Erste Trainerstation beim Duisburger U13-Nachwuchs

Dass das nun an der Seitenlinie der Fall ist, „war auf keinen Fall so geplant“, versichert die fußballbegeisterte Frau. Der MSV Duisburg hatte für seine U13-Mannschaft eine Trainerin gesucht und die Italienerin angesprochen. Weil sie in dieser Zeit verletzungsbedingt nicht mehr sooft spielen konnte, sagte sie zu. „Ich habe gemerkt, dass es mir großen Spaß macht“, erzählt Laura Neboli und erwarb schnell die B-Lizenz.

In diesem Sommer wechselte die Trainerin von der SGS Essen II zu Liga-Rivale 1. FFC Recklinghausen 2003 und zieht nach den ersten drei Monaten eine positive Bilanz. „Auch wenn wir leistungsorientiert arbeiten, ist hier alles sehr familiär.“ Trotz der großen Umbruchs sei die Regionalliga-Damenmannschaft auf einem guten Weg. „Da wächst etwas zusammen. Wir werden von Woche zu Woche besser“, sagt Laura Neboli über den aktuellen Tabellendritten.

Der Recklinghäuser Verein hat aber auch die zweite Damen-Mannschaft und die U17-Juniorinnen im Blick, die mittelfristig ebenfalls aufsteigen wollen. Auch mit Blick auf dieses Projekt sagt Laura Neboli: „Ich habe hier viel mehr Verantwortung.“

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