Der Recklinghäuser Philipp Exner ist ein begeisterter Fallschirmspringer – bei dieser Perspektive auf Dubai ist das nur allzu verständlich.
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Der Recklinghäuser Philipp Exner ist ein begeisterter Fallschirmspringer – bei dieser Perspektive auf Dubai ist das nur allzu verständlich.

Fallschirmspringen 

Rund 50 Sekunden im freien Fall - "Das ist ein unbeschreibliches Gefühl"

  • Meike Holz
    vonMeike Holz
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Es gibt Sportarten, die im Schatten der  weitverbreiteten Disziplinen stehen. Der Recklinghäuser Philipp Exner hat sich für so ein entschieden und ist als Fallschirmspringer sehr erfolgreich.

  • Philipp Exner macht ersten Tandemsprung als Student in den USA
  • Recklinghäuser hat mehr als 6500 Sprünge absolviert
  • Weltmeisterschaft in  Sibirien aufs kommende Jahr verschoben

Manchmal können spontane Ideen der Beginn einer Erfolgsgeschichte sein. Im Fall von Philipp Exner trifft’s zu. Dem schnellen Entschluss folgten Titel und Rekorde auf internationaler  und nationaler Ebene.

Der Recklinghäuser hatte schon immer ein Faible für Sportarten, die für einen gewissen Adrenalinkick sorgen. Egal ob Bungee-Jumping oder Base-Jumping (Fallschirmspringen von festen Objekten), Philipp Exner scheut keine Herausforderung. Und das ganz ohne mulmiges Gefühl kurz vor dem Start. „Es kostet mich keine Überwindung“, sagt der 41-Jährige. „Das hat es noch nie.“ 

Absprung aus 4000 Metern Höhe

Vielmehr ist da der Reiz, etwas Neues ausprobieren zu wollen. So wie im Jahr 2003, als Philipp Exner während seines Studiums in San Diego/USA an einem Flugplatz vorbeikommt und sich „ziemlich spontan“ für einen Tandemsprung entscheidet. 

Wie sich die 4 000 Meter zwischen Absprung in luftiger Höhe und Landung auf festem Boden unter den Füßen anfühlen, vermag der Recklinghäuser nur schwer in Worte zu fassen. Es sei ein Gefühl der Freiheit, erklärt er mit einem Leuchten in den Augen. Dieses Erlebnis sei einfach unbeschreiblich. Und derart faszinierend, dass er nach dem ersten Sprung alsbald eine Ausbildung beginnt und die Fallschirmsprunglizenz erwirbt. 

"Eine der sicherste Sportarten"

Etwas Außergewöhnliches mache er nicht. „Für mich ist es nur ein Sport“, sagt Exner und will sogleich mit einem Vorurteil aufräumen. „Fallschirmspringen ist eine der sichersten Sportarten der Welt.“ Zu Unfällen kommt es nur, wenn sich die zumeist erfahrenen Springer schlichtweg überschätzen. 

Philipp Exner geht seinen Sport nach wie vor konzentriert an. Mehr als 6 500 Fallschirmsprünge hat er bereits gemacht. Und viele weitere sollen noch hinzukommen. 

Enormer Traingsaufwand und weite Fahrten

In diesem Jahr wollte der Recklinghäuser eigentlich an den Weltmeisterschaften in Sibirien teilnehmen. Die wurden aus nachvollziehbaren Gründen abgesagt und sollen im kommenden Jahr nachgeholt werden. Ob Philipp Exner dann dort an den Start gehen wird, ist noch offen. 

Nach 17 intensiven Jahren möchte Philipp Exner kürzertreten. „Der Sport ist doch mit einem hohen Trainingsaufwand verbunden“, sagt der Geschäftsmann. Und mit weiteren Fahrten zu Wettbewerben. „Das Hobby Fallschirmspringen wird aber bleiben“, versichert er. Und wenn der Recklinghäuser ankündigt, etwas weniger machen zu wollen, „dann dürfte ich immer noch mehr als andere Springer machen“, fügt er schmunzelnd hinzu. 

Sport in familiärer Umgebung

Philipp Exner will das Fallschirmspringen nicht missen, sich in familiärer Umgebung mit Freunden, die das gleiche Hobby haben, treffen. Man trifft sich. So wie man Philipp Exner fast jeden Sonntag auf dem Flugplatz Loemühle in Marl antrifft. 

Wenn es das Wetter zulässt, macht er gut zehn Sprünge an einem Tag, vor Meisterschaften können es auch schon zwischen zwölf und 20 werden. Eigentlich ist Fallschirmspringen kein Wettkampfsport.  „Bei uns gibt es kein schneller, weiter, höher oder besser“, sagt der 41-Jährige. 

Meistertitel und Rekorde

Dennoch gibt es nationale wie internationale Wettbewerbe. Und in den Disziplinen Free-Style und Free-Fly ist Philipp Exner erfolgreich, was sechs Deutsche Meister-Titel, je zwei Welt- und Europarekorde und drei nationale Bestmarken belegen. 

Zu zweit (Free-Style) oder zu dritt (Free-Fly) gilt es eine Kür zu zeigen. Und zwar in den gut 50 Sekunden, in denen Fallspringer im freien Fall sind, ehe rund fünf Minuten die sogenannte Schirmfahrt folgt.  Trockenübungen am Boden zu Trainingszwecken gibt es nicht. „Wir probieren oben aus, was möglich ist“, sagt Exner mit Verweis auf die vielen Trainingssprünge.

Sport ist ganzjährig möglich

Auch wenn beim Verein für Fallschirmsport Marl ganzjährig gesprungen werden kann, wenn es die Wettbedingungen zulassen, „brauche ich manchmal die Winterpause“. Doch so weit ist noch nicht lange nicht.

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