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Stuckenbuschs Igor Ilic (l.) sorgt dafür, dass Dennis Eicjhel Bekanntschaft mit der nassen Asche macht.

Fußball

Dreckiger Derbysieg

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RECKLINGHAUSEN - Seitdem sich SW Röllinghausen in scheinbar auswegloser Lage befindet, meldet sich der Aufsteiger mit dem 2:1-Derbysieg über die Sportfreunde Stuckenbusch zurück im Abstiegskampf.

Und Frank Fuhrmanns Bilanz hätte treffender gar nicht sein können: Einen „dreckigen Sieg“ sah Röllinghausens Trainer. Nicht nur, weil die Spielkultur in engen Grenzen verlief, auch die Waschmaschine im SWR-Geräteraum dreht nach diesen 97 Derbyminuten auf Hochtouren, um die Kluften von der Asche zu befreien.

„In jeden Zweikampf“ haben sich die Röllinghäuser geworfen. Fuhrmann, der mit Daniel Konert den Aufsteiger betreut, lobte auch den läuferischen Einsatz. „Aber das ist das Mindeste, was wir in unserer Situation tun können.“ Stuckenbusch-Trainer Frank Kandsorra würdigte, dass der Aufsteiger „seine letzte Chance“ im Klassenkampf nutzte. „Darauf waren wir eigentlich vorbereitet, aber konnten es nicht verhindern.“

In der Tat ist es verwunderlich. Da nehmen Fuhrmann und Konert ihrer Mannschaft vor gut zwei Wochen den Druck, indem sie im Prinzip den Abstieg als unvermeidlich einstufen. Plötzlich läuft die Maschine: Vier Punkte aus den letzten beiden Spielen. Mit einem Sieg im Kellerduell beim SV Horst-Emscher II wäre der Anschluss zum rettenden Ufer wieder hergestellt. „Es ist wieder alles drin“, sagt Fuhrmann.

Weil, und das ist die Quintessenz dieses Derby-Sonntags, der Spielverlauf für Röllinghausen günstig war. Ein Freistoß von Fabian Mackowiak, vor Wochenfrist noch der Schütze des 2:2-Ausgleich beim FC Marl, segelte ins lange Eck – 1:0 (56.). „Das hat uns die nötige Rückendeckung gegeben“, erklärt Fuhrmann. Nach der Roten Karte für Jakob Knipfers Aussetzer, der Stuckenbuscher trat nach einem Zweikampf seinem am Boden liegenden Gegenspieler in den Brustkorb (61.), kippte die Partie in Richtung der Hausherren. Einen Konter vollendete Levent Oral zum 2:0 (71.). Pech für SWR, dass Schiedsrichter Eugen Heidenreich mehrere aussichtsreiche Konter wegen Abseitsstellung zurückpfiff. „So mussten wir bis zum Ende zittern“, sagt Fuhrmann. Mario Droste hatte einen der wenigen Röllinghäuser Stellungsfehler zum Anschlusstreffer genutzt. Auch in der siebenminütigen Nachspielzeit fiel nicht mehr der erhoffte Ausgleich aus Stuckenbuscher Sicht, die nach der Gelb-Roten Karte gegen Jan Wittig (Handspiel, 90.) sogar nur noch zu neunt agierten.

„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, formuliert Kandsorra. „Es war eigentlich ein typisches Spiel für ein Remis. Aber wenn man die Chancen nicht nutzt, wird man dafür bestraft.“ Stuckenbuschs Trainer bezog sich auf die Szene kurz nach Wiederanpfiff, als sich nach einer Kopfball-Ablage von Onur-Sahin Altay weder Marvin Schulz noch Knipfer zuständig fühlten, um den Ball ins leere Röllinghäuser Tor zu schieben (48.). „Die Führung hätte uns sicherlich geholfen“, sagt Kandsorra. Die fiel wenig später auf der anderen Seite. Und half dem Aufsteiger, sich im Kampf um den Klassenerhalt zurückzumelden.

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