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Die SG Suderwich feiert den 4:1-Derbysieg beim FC/JS Hillerheide.

Fußball

Hektisches Derby

Recklinghausen - Der 4:1-Sieg der SG Suderwich beim FC/JS Hillerheide hat alles geboten, was ein rassiges Derby bieten muss: Viele Tore, einige strittige Szenen und ganz viel Emotionen.

Das Selbstverständnis von Jürgen Klahs hätten die Suderwicher Spieler an den Tag legen sollen. „Selbst in Unterzahl spielen wir das Ding noch souverän zu Ende“, erklärte der Sportliche Leiter der SGS selbstbewusst in der Halbzeitpause. Doch nach dem Platzverweis gegen Dustin Augustin (44., Beleidigung des Gegenspielers) entwickelte sich eine hektische zweite Halbzeit, in der beide Parteien mit den Pfiffen von Tobias Koll haderten. Der Unparteiische aus Hagen geriet zunehmend in den Mittelpunkt.

Einige „gravierende Fehlentscheidungen“ hatte Suderwichs Trainer Nassir Malyar gesehen. Dessen Mannschaft ließ sich dadurch nach komfortabler 2:0-Pausenführung aus dem Konzept bringen. Joel Jedfeld (9.) und Christoph Meyer nach Vorlage vom späterem Rotsünder (35.) belohnten einen blitzsauberen Auftritt der Gäste. Das SGS-Spiel wirkte durchdachter und kontrollierter. „Wir sind nur hinterhergelaufen“, kommentierte FC/JS-Trainer Rabih Such.

Mit den Einwechselungen von Justin Baron und Christian Konzok hatte der Cheftrainer seiner Mannschaft mehr Offensive verordnet – und zunächst auch mehr Struktur. Konzok erzielte prompt das 1:2 (49.). „Wir waren am Drücker“, stellte Such nach Abpfiff fest – und haderte: „Uns fehlte eine Portion Cleverness.“ Denn bis zum Platzverweis von Marvin Sachsenweger nach wiederholtem Foulspiel, der den erneuten Sturmlauf vom umtriebigen Denis Toskaj nur mit unlauteren Mitteln stoppte (72.), war der FC/JS dem Treffer näher.

Dann drohte kurzzeitig der Abbruch: Nach der Ampelkarte kam es zu Tumulten an der Seitenlinie, weil Heides Betreuer Frank Menke zu Boden ging. Die positive Nachricht: Das Derby ging in gesitteter Atmosphäre zu Ende. Auch, weil in erneuter Gleichzahl Max Eggermann für die Entscheidung (83.), später dann Dirk Junge für klare Verhältnisse sorgten – 1:4 (90.+2).

„Insgesamt ist das Ergebnis verdient“, findet Malyar, der über das Zustandekommen nicht einverstanden ist. „Es war zwischendurch sehr hitzig“, gestand der SGS-Trainer. „Dazu hätte es nicht kommen müssen.“ Denn: Mit dem Platzverweis gegen „den überragenden Mann der letzten Wochen“, so Malyar über Augustin, habe seine Formation die Ordnung verloren.

Dass der FC/JS, das nicht ausnutzte, lag laut Such „am heillosen Durcheinander“. Suderwich hatte angesichts der Unterzahl und der neuen Heider Struktur selbst wieder umgestellt. „Wir sind kopflos geworden, haben zu viele lange Bälle ins Zentrum geschlagen, anstatt es geduldig und dann mit Tempoverschärfung über die Außen zu spielen.“ Wie beim Anschlusstreffer.

Übrigens: Am Ende hatten sich alle wieder lieb. „Emotionen gehören zum Derby“, sagt Such. „Aber manche Auswüchse muss ich nicht haben.“

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