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Kurz nach Abpfiff musste FC/JS-Schlussmann Michel Schnell tief in sich gehen. Das 3:5 gegen den Aufsteiger aus Gelsenkirchen hat tief gesessen.

Fußball

Hillerheide hat Redebedarf

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HILLERHEIDE - Rabih Such ist in Fachkreisen für seine ruhige und sachliche Art bekannt. Weshalb der Hillerheider Trainer auch nicht für Kurzschluss-Reaktionen bekannt ist. Umso größer dürfte also der Nachhall an der Maybacher Heide nach dem 3:5 (3:2) mit dem SV Horst-Emscher II sein.

Als der Cheftrainer zu seiner Analyse ansetzte, hatte sich die Mannschaft schon in die Kabine zurückgezogen. In einer ersten Krisensitzung noch auf dem Feld hatte Alexander Geßner zur Generalabrechnung angesetzt. In den Umkleiden folgte Teil zwei. Such klagte da schon über etliche „Undiszipliniertheiten“. Es beginne schon im Training, ziehe sich wie ein roter Faden durch die Spielvorbereitung – und gipfelte in einer „desolaten zweiten Halbzeit“.

Keine Frage, in Summe ist der Sieg der Gäste, übrigens der dritte in Serie, verdient. Zu verhindern war er allemal. „Aber wenn man die Vorgaben, die wir in der Kabine besprechen, nicht umsetzt, dann haben wir keine Chance“, polterte Such.

Dabei ging es weniger um Taktik oder individuelle Fehler, sondern um viel Grundlegenderes: „Die Einstellung passt nicht. Es sind immer alle anderen schuld, nur man selber nicht“, kritisiert Such, dem zudem der Ton untereinander nicht gefällt. „Einige Spieler müssen sich hinterfragen“, kündigte Such indirekt Konsequenzen an. Es werden unruhige Tage auf der Heide.

Zur Hillerheider Ehrenrettung sei ausdrücklich erwähnt: Bis kurz vor der Halbzeit lieferte der FC/JS ein ganz solides Heimspiel ab. Obwohl der Horster Führungstreffer durch Ismail Simsek eigentlich entgegen des Spielverlaufs fiel (27.), sackte Hillerheide (noch) nicht in sich zusammen. Der postwendende Ausgleich durch Max Kadura (29.) leitete die stärkste Phase ein. Bryan Guddatis (35.) und Tim Gilgner (42.) erhöhten auf 3:1. Hillerheide schien auf der Siegerstraße.

Dann setzte aber eine (zunächst) unerklärliche Abwärtsspirale ein, dessen Zustandekommen die Ereignisse nach Abpfiff viel einleuchtender machten. Tobias Rimböck kurz vor (44.) und Kevin Wrede (46.) kurz nach der Pause glichen aus. Der eingewechselte Adem Kurti erzielte mit ganz viel Übersicht das 3:4, als er den zu weit vor seinem Kasten stehenden Michel Schnell mit einem 40-Meter-Heber überlistete (66.).

Hillerheide fahndete hier schon seit längerer Zeit nach der passenden Antwort. Verzweifelten Flanken oder kopflose Dribblings in die „weiße Wand“ aus Horster Abwehrspielern sind jedenfalls nicht die vielsprechendsten Lösungsansätze. Allenfalls statistischen Wert hatte noch Philip Knizas Treffer zum Endstand (90.). Das sieht beim Platzverweis für Tim Gilgner (90.+2) nach einer Tätlichkeit anders aus: Heides bester Angreifer (acht Saisontore) dürfte damit wohl mehrere Wochen fehlen.

Gerade jetzt, wo auf der Hillerheide wohl alles auf den Prüfstand kommt.

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