Fußball

Pistolenschuss ein Fall fürs Sportgericht

KREIS RECKLINGHAUSEN - Gleich sieben Fälle hat Bruno Ruch, der Vorsitzende des Kreissportgerichts, am Montag frisch auf seinem Tisch bekommen - Saisonrekord. Viel "Bekanntes" ist dabei, wie Berichte über grobe Foulspiele und Ähnliches. Dass Ruch über das Abfeuern einer Schusswaffe zu urteilen hat, ist dafür ein Novum.

Der Bericht, den der Schiedsrichter nach dem Kreisliga-B-Lokalderby am Donnerstag zwischen SV Westerholt und SuS Bertlich (2:4) verfasst hat, lässt dabei kaum Raum für Spekulationen.

Demnach soll in der 77. Minute etwa 20 Meter hinter der Bertlicher Trainerbank erst Pyrotechnik gezündet worden sein. Dann soll nach Spielschluss inmitten der Bertlicher Jubeltraube auf dem Platz ein Schuss abgefeuert worden sein.

Ob es sich um eine Luftdruckpistole handelte oder gar um eine schärfere Waffe, spielt keine Rolle: „Das kann man doch gar nicht groß unterscheiden“, so Bruno Ruch. „Waffen haben auf dem Fußballplatz nichts zu suchen.“

In unserem Internet-Auftritt wird die Sache trefflich diskutiert. „Zu dem vermummten Typen mit der Schreckschusswaffe kann man nichts anderes sagen als: Vollidiot“, schreibt einer.

Der Vorfall am Donnerstagabend war bereits großes Thema am Rande der Jubiläumsfeierlichkeiten zu „100 Jahre Fußballkreis“. Selbst Georg Schierholz, Vorsitzender des Verbandssportgerichts, zeigte sich fassungslos. Formell zuständig ist zunächst aber das hiesige Kreissportgericht.

Der Vorsitzende Bruno Ruch hat SuS Bertlich zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. So will es die Rechts- und Verfahrensordnung. Vom Inhalt der Stellungnahme hängt ab, ob es zu einer mündlichen Verhandlung kommen wird. Räumt Bertlich die Vorwürfe ein, dürfte dem Klub wohl eine saftige Geldstrafe drohen.

In seinen letzten Wochen im Amt hat Bruno Ruch damit noch eine Menge Arbeit zu erledigen. Der Stuckenbuscher tritt beim Kreistag am 15. April bekanntlich nicht mehr an.

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