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Erzielte die Suderwicher Führung, die nicht zum Derbysieg langte: Sinan Özkaya (M.)

Fußball

Später Derbysieg

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RECKLINGHAUSEN - Als Tobias Schütte Trainer Frank Kandsorra in die Arme fiel, schnaubte der Stuckenbuscher Teammanager mit unüberhörbarer Erleichterung: „Das ist Fußball.“

Das Glück, so schien es für den geplagten Bezirksligisten, hatte sich zurückgemeldet. Der Kopfball von Jakob Knipfer, der nach 94 Minuten zum 2:1-Siegtreffer im Derby bei der SG Suderwich in die Maschen rauschte, besaß für Stuckenbusch erlösende Züge.

Schüttes Aussage würden aber auch die Suderwicher, allen voran Trainer Nassir Malyar, unterschreiben. „Für uns ist es einfach mega bitter.“ Nachdem Knock-out in der 89. Minute beim FC Marl (1:2), nun der Rückschlag in der vierten Minute der Nachspielzeit. „Der Frust ist sehr groß“, kommentiert der Suderwicher Teamchef. „Es nützt nichts. Wir müssen uns schütteln, die Köpfe hochnehmen. Nächste Woche wartet Zweckel.“ Der SV, der sich unter dem Ex-Stuckenbuscher Trainer Michael Pannenbecker formverbessert zeigt, sei eine ganz ähnliche Herausforderung wie Stuckenbusch im Derby. „Sie haben kompakt verteidigt, sind mit einer ganz anderen Einstellung als letzte Woche aufgelaufen“, beobachtet Malyar. Ihm war schon lange vor Anpfiff klar: „Nach einem 3:9 wie gegen Langenbochum präsentiert man sich ganz anders.“

Auf diesen Effekt hatte Frank Kandsorra bewusst gesetzt: Im Dienstagstraining hatte man sich aber am Leiterchen nochmals zusammengesetzt und die Lage analysiert. Zunächst ohne Trainer, dann mit. „Wir halten zusammen“, betont Kapitän Marvin Schulz. „Ich denke, wir haben heute die richtige Antwort gegeben.“

Auflösungserscheinungen, wie sie spöttische Beobachter bei den Sportfreunden erkannt haben wollen, offenbarten sich nicht. Im Gegenteil: „In der Nachspielzeit, mit der letzten Aktion des Spiels zu gewinnen, ist einfach nur geil. Das wird uns definitiv einen Schub geben. Wir leben noch“, schickte Schulz indirekt auch Grüße an die Konkurrenz.

Tatsächlich zerfielen die Stuckenbuscher nicht in ihre Einzelteile. Auch nicht nach der Suderwicher Führung. Kapitän Schulz hatte Denis Toskajs Dribbling robust unterbunden. Roger Roy Gad (Oer-Erkenschwick) zeigte auf den Punkt. Für viele Stuckenbuscher Spieler lag der Tatort außerhalb des Strafraums. Frank Kandsorra urteilte sogar: „Für mich war es nur ein leichter Kontakt. Für einen Elfmeter muss es schon mehr sein.“ Sinan Özkaya verwandelte ungerührt – 1:0 (33.).

„Dann ist es nicht selbstverständlich, dass man nach solch einer Seuchensaison so zurückkommt“, meinte Kandsorra mit Blick auf das prompte Ausgleichstor von Fatih Aldibas (39.). „Viel zu zaghaft“, prangerte Malyar das Abwehrverhalten an. „Drei Spieler stellen nur, anstatt zu attackieren.“

Insgesamt entwickelten die Surker gegen gut organisierte und tief stehende Rot-Weiße, die diszipliniert die Ordnung hielten, wenig Lösungen. Die Sportfreunde boten damit der großen Suderwicher Stärke, das Umschaltspiel, nur ganz wenig Raum. So neutralisierten sich beide Teams, wie zwei Boxer im Ring. Stuckenbusch gelang letztlich der eigentlich nicht mehr für möglich gehaltene K.o.-Schlag. Aber: So ist eben Fußball.

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