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Stuckenbuschs Michael Lackmann (l.) zieht an den Hillerheidern Erdem Reis und Marcel Juber vorbei.

Fußball

Stuckenbusch kann aufatmen

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RECKLINGHAUSEN - Schon wieder versagt Bezirksligist FC/JS Hillerheide in einem ganz wichtigem Spiel und verschärft damit die Abstiegssorgen.

Allzu ausgelassen feierten die Sportfreunde aus Stuckenbusch ihr 3:0 (1:0) auf der Maybacher Heide nicht. Für die Rot-Weißen war der Auswärtssieg fraglos ein „großer Schritt zum Klassenerhalt“, wie Trainer Frank Kandsorra hinterher feststellte. „Ein paar haben wir aber noch zu gehen“, wehrte der Teamchef jegliche Glückwünsche zur Rettung (noch) ab.

Mit seiner Einordnung vor dem Spiel lag Kandsorra völlig richtig: Es gebe „einige Mannschaften“, denen es „wesentlich schlechter“ gehe. Nun darf man nicht den Fehler machen, den FC/JS – gerade bei noch sechs Möglichkeiten – gänzlich absprechen, dass der Fünf-Punkte-Abstand zum rettenden Ufer ein unaufholbarer Rückstand sei. Aber selbst der Sieger sprach dem Spiel den „Derbycharakter“ ab. „Ich hatte mehr Gegenwehr erwartet. So waren wir das bessere Team und der verdiente Sieger“, bilanzierte Kandsorra.

Ohne großen Aufwand zum Derbyerfolg bei einer abstiegsbedrohten Mannschaft zu kommen, sind äußerst bedenkliche Anzeichen. Zumal der Glaube selbst bei den handelnden Personen schon schwindet. „Von allem zu wenig“ hatte Hillerheide-Trainer Rabih Such gesehen. Im Spielaufbau kombinierte der FC/JS ganz gefällig, wurde mit jedem Meter näher an das Stuckenbuscher Tor aber auch ungefährlicher. Und umgekehrt ließ Heide in der Arbeit „gegen den Ball“ schon gehörigen Platz zum Gegenspieler. „20 Minuten haben wir es noch ganz ordentlich gemacht“, beobachtete Such. „Man hat gemerkt, die Mannschaft ist nervös geworden.“

Diese Nervosität kanalisierte sich in einem völlig missglückten Rückpass von Marcel Juber, der so einen Eckball verursachte. Die kurze Ausführung mit anschließender Flanke fand den am Fünfmeterraum völlig ungedeckten Igor Ilic – 0:1 (39.). „Immer diese sch... Ecken“, fluchte Schlussmann Michel Schnell. Sein Trainer blieb diplomatischer: „Wie ein roter Faden“ ziehe sich diese Schwäche durch den Saisonverlauf. „Dadurch fangen wir uns immer wieder leichte Gegentore“, analysierte Such. „Zurzeit kommen wir auch nicht in Frage, ein Spiel zu drehen.“

In der Tat hätte Michael Lackmann bei seinem kümmerlichen Versuch, die Partie schon vor der Pause entscheiden können (45.+1). Mittelfeldmann Mykola Makarchuk besiegelte mit einem Doppelpack aber das Hillerheider Schicksal (76., 87./FE). Lediglich zweimal kam der FC/JS einen Torerfolg nahe. Beide Male scheiterte Max Kadura. Zunächst an Schlussmann Niklas Eßmann (25.), später an der Abseitslinie (66.).

Dass durch die Ausfälle von Tim Gilgner, Bryan Guddatis, Christian Konzok und Samet Civkin 14 von 30 Saisontoren fehlten, wollte Such nicht unerwähnt lassen, aber auch nicht als Ausrede durchgehen lassen. „So wird das nichts mit dem Klassenerhalt. Wir scheitern an ganz grundlegenden Dingen.“ Eben von allem zu wenig.

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