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Der  SV Herta Recklinghausen I  wird am Sonntag nicht gegen den SV Hochlar 28 antreten.

Fußball

Der SV Herta hat seine erste Mannschaft zurückgezogen - das sind die Auswirkungen

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  • Thomas Braucks
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Nach den Ausschreitungen beim Kreisliga-A-Spiel bei Westfalia Vinnum meldet sich Zakaria Chamdin. Der Teamchef des SV Herta ist zurückgetreten, die erste Mannschaft ist abgemeldet.

Update: 20. September, 15:40 Uhr

Der SV Herta hat am Freitag Taten folgen lassen: Wie am Donnerstag angekündigt, wurde Zakaria Chamdin, Trainer der ersten Mannschaft und Geschäftsführer, beim Fußballkreisvorsitzenden Hans-Otto Matthey vorstellig. Die erste Mannschaft wird als Folge der Massenschlägerei bei Westfalia Vinnum in der Kreisliga A2 nicht mehr antreten, Chamdin selbst und alle Spieler verlassen den Verein. 

Erster Absteiger steht fest

Sportlich war es das mit dem SV Herta in der Kreisliga A. Dass Spieler aus der zweiten Mannschaft (Kreisliga B3) einspringen, ist kein Thema. Nicht nur das für Sonntag angesetzte Recklinghäuser Lokalduell zwischen SV Herta und SV Hochlar fällt aus. In der Staffel A2 werden alle Partien des SV Herta aus dem Spielplan genommen. Damit ist der entsprechende Gegner ab sofort sonntags spielfrei. Bereits absolvierte Begegnungen des SV Herta werden aus der Wertung genommen – was nun dazu führt, dass Westfalia Vinnum in der Tabelle wieder auf den vorletzten Platz rutscht: Gegen die Recklinghäuser erkämpfte der Klub am vergangenen Sonntag seinen einzigen Saisonsieg (1:0). Was bedeutet dies alles nun für das sportgerichtliche Verfahren?

Die aktuelle Tabelle nach dem Herta-Rückzug.

Sportgericht machtlos

Gegen Spieler des SV Herta, die im Verdacht stehen, an der Schlägerei beteiligt gewesen zu sein, kann das Kreissportgericht zunächst wohl nicht vorgehen. Denn: Melden sich Spieler beim SV Herta ab, sind sie außerhalb des Systems DFB und für das Kreissportgericht nicht zu greifen. Erst wenn sie sich einem neuen Klub anschließen – etwa in der Wechselperiode im Winter bis 31. Januar –, könnten sie wieder vom Sportgericht vorgeladen werden. Anders verhält es sich mit dem Klub SV Herta. „Dass Trainer, Geschäftsführer oder Spieler austreten, ist uninteressant – der Verein bleibt in der Gesamtverantwortung“, sagt der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey. Deshalb werde weiter ermittelt – und irgendwann vor der Kammer verhandelt. Das aber kann noch etwas dauern: Weder Herta noch Vinnum haben bislang die vom Kreis geforderte Stellungnahme eingereicht.

Update: 19. September, 19:00 Uhr

Chamdin kündigt nicht nur seinen sofortigen Rückzug an, sondern auch den der gesamten Mannschaft. Damit steht der SV Herta vor dem Heimspiel gegen SV Hochlar am Sonntag ohne erste Mannschaft da. 

„Die Rote Linie ist überschritten“, sagt Z akaria Chamdin. Er habe in den letzten Tagen einige Morddrohungen erhalten. „Ich gehe zur Polizei und erstatte Anzeige“, kündigt er an. „Ich habe eine Familie, kleine Kinder. Mit den Drohungen ist eindeutig eine Grenze überschritten worden.“ 

"Wir selbst stehen unter  Schock"

Nach der Massenschlägerei mit acht Verletzten am Ende des Gastspiels in Olfen „stehen wir selbst unter Schock“, betont Chamdin. „Wir bedauern zutiefst, was unter den Zuschauern abgelaufen ist. Wir sind selbst gegen Gewalt und für einen fairen Sport.“ 

Dass der SV Herta Recklinghausen keinen Kontakt nach Vinnum aufgenommen habe, um sich zu entschuldigen, stimme nicht. Er selbst, so Chamdin, habe Anfang der Woche Kontakt zum Verein gesucht und sich nach den Verletzten erkundigt. „Ich wollte sie im Krankenhaus besuchen, ihnen Blumen vorbeibringen und ihnen gute Besserung wünschen. Ich habe leider noch keine Information, in welchem Krankenhaus sie liegen.“ 

Chamdin spricht  von "Hetzjagd" 

Nach den Ausschreitungen und den Berichterstattungen sei regelrecht „eine Hetzjagd gegen Trainer und Spieler“ gestartet worden, führt der Teamchef des SV Herta fort.  Wegen der Drohungen fasste Zakaria Chamdin den Entschluss, mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. 

In einer emotionalen Mannschaftssitzung („Es sind Tränen geflossen“) am Mittwochabend teilte er seinen Spielern den Entschluss mit. „Sie erklärten sich solidarisch und wollen ebenfalls aufhören.“

Gespräch mit  dem  Kreisvorsitzenden

Schon im für Sonntag geplanten Lokalderby gegen den SV Hochlar 28 werde man nicht mehr antreten. Darüber wolle man den Kreisvorsitzenden Hans-Otto Matthey am Freitag in einem persönlichen Gespräch informieren.

Was die Folgen der Massenschlägerei betrifft, „wollen wir die polizeilichen Ermittlungen abwarten“, sagt Zakaria Chamdin und führt fort: „Zu einem Streit gehören immer zwei.“ Er selbst habe am Sonntagnachmittag von Zuschauern „rassistische Äußerungen“ von Vinnumer Zuschauern gegen seine Mannschaft vernommen.

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