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Marko Milovanovic (kniend) erlöste den FC 96 mit seinem Treffer zum 4:3.

Fußball

Unwiderstehliches Ende

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RECKLINGHAUSEN - Aus 0:3 mach 4:3. Der FC 96 dreht gegen den SV Herta 23 in der Schlussphase ein irres Derby, bei dem zwei verschossene Strafstöße und ein Platzverweis nicht das Hauptgesprächsthema sein sollten.

Mit der Witterung hatten beide Mannschaften ihre liebe Mühe. Ergänzt wurde das durch eine „komische Pfeiferei“, wie Herta-Trainer Zakaria Chamdin sagte, von Schiedsrichter Henrik Stöttelder (Heiden). Für den Sportlichen Leiter der 96er, Adrian Przibilka, hätte die Partie „niemals“ angepfiffen werden dürfen. Auf dem Parkplatz stürzte während des Spiels ein Baum auf ein Auto. „Man stelle sich vor, da laufen Menschen lang“, gab er einen Denkanstoß.

Unterdessen wurde im Stadion gespielt. Im „Kessel“ des Hohenhorsts peitschte zwar der Wind, die Bedingungen waren aber keineswegs irregulär. Und zunächst agierten nur die „Gäste“, die nur knapp 600 Meter Anreise hatten. „Das war die stärkste Saisonleistung“, befand Chamdin über die ersten 70 Spielminuten. „Wir haben vieles richtig gut gemacht.“

Weniger auf spielerischer Ebene, Sturm und der glitschige Untergrund ließen kaum kombinativen Fußball zu. „Die Grundtugenden waren gefragt“, erläutert Amel Odobasic. „Die haben wir komplett vermissen lassen.“ Der 96-Trainer ärgerte sich über den Auftritt seiner Mannschaft. „Wir reden über die Basis eines jeden Fußballspiels. Läuferisches Engagement und Zweikampfbereitschaft.“ In Halbzeit eins ging man bei den Hausherren den Duellen eher aus dem Weg oder man kam viel zu spät. „Wir hatten Glück, nicht noch höher zurückzuliegen“, merkt Odobasic an.

In der Tat, Hertas umtriebiger Angreifer Mamoudou Camara verschoss einen an ihm verschuldeten Foulelfmeter (26.) und vertändelte nach Wiederanpfiff das 0:4 (60.). „Davon hätten wir uns nicht mehr erholt“, glaubt Odobasic. Auch deshalb monierte Chamdin, der den SVH mit Faruk Turgut betreut, trotz dreier Auswärtstore die mangelnde Chancenverwertung. „Wir müssen 5:0 führen, bevor 96 das erste Tor macht.“

Ein Freistoßtor von Egzon Shala (38.) und ein Doppelpack von Camara (45.+1, 52.) stellten die Weichen scheinbar auf Auswärtssieg. Mit der Einwechslung von „Kampfschwein“ Serkan Umar schickte Odobasic ein Signal an seine Mannen. „Er hat den Willen und die Moral bei der Mannschaft geweckt“, lobt Odobasic. Zudem gestand der Teamchef ein: „Herta hat uns auch eingeladen.“ Ein im Nachschuss verwandelter Handelfmeter von Max Wilk (67.) war der Auftakt für ein unwiderstehliches Ende der 96er. Nach Wilks Ausgleichstreffer (75.) reklamierte Egzon Shala so heftig auf Abseits, dass ihn Stöttelder mit der Ampelkarte vom Feld stellte.

Der eingewechselte Robin Demes (84.) und Marko Milovanovic (86.) machten mit ihren Treffern die irre Wende perfekt. „Wir brauchten ein Erfolgserlebnis“, blickte Odobasic auf zuletzt drei Niederlagen in Serie. „Deshalb kann ich über die ersten 70 Minuten hinwegsehen.“

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