Jan Binias (r., hier im Trikot der Spvgg. Erkenschwick) verpasste mit der VSG Altglienicke nur denkbar knapp die Regionalliga-Meisterschaft.
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Jan Binias (r., hier im Trikot der Spvgg. Erkenschwick) verpasste mit der VSG Altglienicke nur denkbar knapp die Regionalliga-Meisterschaft.

Fußball

"Das ist schon extrem bitter" - Spitzenreiter muss Verfolger zum Aufstieg gratulieren

  • Thomas Braucks
    vonThomas Braucks
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Die Corona-Pandemie hat so manchen Traum platzen lassen. Wohl kaum einen Fußballklub traf es so hart wie den Berliner Regionalligisten VSG Altglienicke – und damit auch den Recklinghäuser Jan Binias.

  • Recklinghäuser Jan Binias spielt mit VSG Altglienicke starke Saison
  • Regionalliga-Spitzenreiter steigt  nach Verbands-Entscheid nicht auf
  • Fußballer hoff auf Pokal-Wettbewerb

Der 22-jährige Suderwicher, Deutscher Meister mit den B- und A-Junioren von Borussia Dortmund, hat im vergangenen Sommer seinen Spind bei der Spvgg. Erkenschwick geräumt und beschlossen, seine Laufbahn in der Bundeshauptstadt fortzusetzen. 

Jan Binias heuerte bei der Volksport-Gemeinschaft (VSG) Altglienicke an, einem Verein mit mehr als 1000 Mitgliedern im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Die Fußballabteilung ist ambitioniert und bietet gute Voraussetzungen für Regionalliga-Fußball, wie Jan Binias berichtet. 

Berliner spielen glänzede Saison

Das Team ist namhaft besetzt, das Trainingspensum ähnelt dem im Profi-Fußball. Trotzdem spielte der Klub zuletzt vor allem gegen den Abstieg. „Deshalb lautete das Ziel im vergangenen Sommer eigentlich, mal eine ruhige Saison zu spielen“, so Binias. Es kam anders. Der neue Trainer, Routinier Karsten Heine (schon bei Union Berlin oder Hertha BSC verantwortlich), schlug voll ein. Altglienicke spielte eine glänzende Saison.

Jan Binias: „Das hat irgendwann eine Eigendynamik entwickelt.“ Die VSG wurde Herbstmeister und verteidigte die Tabellenspitze auch bis zur Unterbrechung wegen Corona. Am Wochenende nun hat der Nordostdeutsche Fußball-Verband die Regionalliga-Saison endgültig abgebrochen – und den punktgleichen Tabellenzweiten Lok Leipzig zum „Corona-Meister“ erklärt. Die Sachsen haben ein Spiel weniger absolviert und weisen damit den besseren Punktequotienten auf. „Was soll ich sagen? Das ist schon extrem bitter für uns und den Verein“, sagt Binias. 

Happy-End im Pokal?

Für die Funktionäre hat der Recklinghäuser dabei sogar Verständnis. „Es musste nun mal eine Entscheidung her. Auch wenn sie anders ausgefallen wäre – einen Verlierer hätte es immer gegeben.“ Der heißt in diesem Fall Altglienicke: Die Chance aufs Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga (mutmaßlich gegen den SC Verl) ist dahin. 

Aber vielleicht gibt es für die VSG und Binias doch noch ein Happy-End. Ein kleines zumindest. Die VSG Altglienicke steht immerhin noch im Halbfinale des Berliner Landespokals, Gegner ist der BFC Dynamo Berlin. Die Chancen auf den Einzug in den DFB-Pokal stehen nicht schlecht. Es wäre der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.

 „Was man so hört, soll der Pokal am Anfang der neuen Saison sportlich ausgetragen werden“, sagt Jan Binias. Der Recklinghäuser, der neben dem Fußball ein Studium zum Sportbetriebswirt absolviert, wäre dabei: Seinen Vertrag bei der VSG hat er gerade um ein Jahr verlängert.

 Über Binias' Zeit beim  BVB lesen Sie hier

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