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Bei Spielen des SV Herta will der Fußballkreis genauer hinschauen.

Fußballkreis hat entschieden

Nach Gewaltausbruch in Vinnum: SV Herta darf weiter spielen - aber unter Aufsicht

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  • Thomas Braucks
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Beim Spiel zwischen Westfalia Vinnum und dem SV Herta 23 in der Fußball-Kreisliga ist es zu Ausschreitungen gekommen. Jetzt hat der Fußballkreis Recklinghausen entschieden.

Update, 18. September, 17 Uhr:

Das für den kommenden Sonntag geplante A-Kreisliga-Spiel zwischen Tabellenführer Genclikspor und Westfalia Vinnum ist abgesetzt. Der Geschäftsführer der Recklinghäuser, Muharrem Gürbüz, hat angeboten, die Partie zu verschieben. Dieses Angebot haben der Fußballkreis und Westfalia Vinnum, der noch immer unter Schock steht, gern angenommen: Der Tabellen-13. der Kreisliga A2 beklagt nach der Schlägerei am letzten Sonntag verletzte Spieler. Möglicherweise hätte man keine Mannschaft zusammenbekommen.

Update, 18. September, 14:45 Uhr:

Der Kreisfußballausschuss hat am Dienstagabend (17.9.) zu dem Fall getagt. Am Ende griffen die Teilnehmer allerdings nicht zur schärfsten Waffe des Sportrechts: den Verein SV Herta oder zumindest die erste Mannschaft per einstweilige Verfügung aus dem Spielbetrieb zu nehmen. 

Dies bedeutet: Das für Sonntag angesetzte Kreisliga-Spiel zwischen dem SV Herta Recklinghausen und dem SV Hochlar soll wie geplant stattfinden, wie der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey sagt. Allerdings unter Aufsicht des Kreises und anders als in der Kreisliga üblich unter der Leitung eines Schiedsrichtergespanns.

Schiedsrichtergespann auf dem Platz soll für Ordnung sorgen

Und dabei wird es vorläufig bleiben. Der Kreisfußballausschuss hat beschlossen, dass alle Spiele der drei Seniorenmannschaften des SV Herta (Kreisliga A2, Kreisligen B3 und B4) künftig von einem Schiedsrichter und zwei Assistenten geleitet werden, sie sollen für Ordnung sorgen. 

Die Kosten für die Maßnahme trägt allein der SV Herta. Zwar ist sie zunächst auf sechs Monate befristet, in denen der Spielbetrieb läuft. Den Recklinghäuser Klub dürfte das trotzdem eine vierstellige Summe kosten. 

Zudem hat der Fußballkreis beschlossen, ein Sportgerichtsverfahren gegen den SV Herta einzuleiten. Das soll aber erst beginnen, wenn die weiteren Ermittlungen abgeschlossen sind. Dazu gehört auch, dass der Kreis den Verein SV Herta zu einer Stellungnahme zu den Vorfällen auffordert. Sollte der Verein hier nicht Klartext reden, könnte der Kreis doch noch weitere Maßnahmen bis hin zum Ausschluss beschließen.

Update, 18. September, 13:30 Uhr:

Mit Spannung wird nun abgewartet, wie Fußballkreis und Verband reagieren. Die Bild berichtet, dass Gundolf Walaschewski (Präsident des FLVW) einen Ausschluss der Mannschaft von Herta Recklinghausen befürworten würde - allerdings sei dafür ein Antrag des Fußballkreises die Voraussetzung. 

Der Hinweis des Fußballkreises, dass Herta seit acht Jahren nicht negativ aufgefallen sei, dürfte übrigens auch nicht ganz zutreffend sein: Die Dattelner Morgenpost berichtete 2013 über das Spiel zwischen Borussia Ahsen II und Herta Recklinghausen - und schrieb damals von fliegenden Fäusten, Jagdszenen auf dem Platz und einem Polizeieinsatz.

Update, 17. September, 14:00 Uhr: 

Auch GW Erkenschwick, ebenfalls Gegner von Westfalia Vinnum und SV Herta Recklinghausen in der Kreisliga A2, will nun ein Zeichen setzen. Mit eine Plakataktion wollen sie sich gegen Gewalt im Amateurfußball stark machen und hoffen auf weitere Unterstützer. Auch hat der Verein angekündigt, nicht mehr gegen den SV Herta Recklinghausen spielen zu wollen, wenn der Verein nicht ein klares Zeichen setzt und sich von den gewalttätigen Spielern und Zuschauern ihres Vereins distanziert.   

Update, 16. September, 18:20 Uhr:

Unsere Kollegen von cityInfo.TV haben ein Video hochgeladen, das ein Zeuge aufgenommen hat und dadurch mutmaßlich selbst zum Gewaltopfer wurde. (Stand: 16.09.2019, 18 Uhr)

Update, 16. September, 17:30  Uhr:

Hans-Otto Matthey, Vorsitzender des Fußballkreises, zeigt sich tief betroffen. „Das muss man deutlich unterstreichen. So etwas gab es hier bisher noch nie. Umso betroffener bin ich über das, was jetzt vorgefallen ist. Vor allem über die Brutalität, die dort an den Tag gelegt wurde.“

Neben den polizeilichen Ermittlungen wird nun auch der Fußballkreis aktiv werden – wenn auch mit ungleich bescheideneren Mitteln. „Vom Verband aus sind wir verpflichtet, in solchen Fällen ein Verfahren einzuleiten“, sagt Matthey. Der Recklinghäuser hat bereits den Präsidenten des Westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW), Gundolf Walaschewski, informiert.

SV Herta äußert sich bislang nicht

Der SV Herta wollte sich zu Ereignissen in Vinnum nicht äußern. „Ich kann dazu nichts sagen“, so der Vorsitzende Ahmed Omayrat auf Anfrage. „Ich war nicht dabei, weil ich das Spiel unserer zweiten Mannschaft verfolgt habe.“

Westfalias Vereinschef Kunibert Gerij schließt in einer Stellungnahme hingegen aus, dass Vinnum noch einmal gegen die Recklinghäuser antritt.

Update, 16. September, 15:45 Uhr:

Die Polizei hat einen 30-jährigen Recklinghäuser als ersten Tatverdächtigen der Massenschlägerei ermittelt. Die weiteren Ermittlungen zur Identifizierung der weiteren Tatverdächtigen laufen, teilt die Polizei Coesfeld mit. Der Tatvorwurf lautet auf Körperverletzung bzw. Gefährliche Körperverletzung. Nach Angaben der Polizei sind am Sonntagnachmittag acht Menschen verletzt worden, davon zwei schwer. Sie sollen einen Bruch des Oberschenkels und einen Knochenbruch im Gesicht erlitten haben.

Zeugen, die Tatvideos oder Tatbilder auf ihren Handys haben, werden gebeten, sich mit der Polizei in Lüdinghausen unter der Rufnummer 02591/7930 in Verbindung zu setzen.

Update, 16. September, 13:30 Uhr:
Gäste-Spieler und deren Anhänger, so die Polizei, seien auf Spieler und Zuschauer aus Vinnum losgegangen. Die ermittelt nun.

Der Fußballkreis Recklinghausen hält sich mit einer Bewertung noch zurück. An diesem Dienstagabend kommt der Kreisfußballausschuss turnusgemäß zu einer Sitzung zusammen. Dort will man über den Fall beraten.

Ganz einfach wird das nicht. Der Kreis braucht verlässliche Zeugen, Rückennummern von Spielern, Namen, um sportrechtlich aktiv zu werden. Ein Video von der Schlägerei, das inzwischen im Netz kursiert, ist inzwischen auch beim Fußballkreis gelandet. Inwieweit es hilft, gegen einzelne Spieler vorzugehen, ist offen.

Wertung der Partie bleibt bestehen

Ein weiterer möglicher Ansatzpunkt: Augenzeugen zufolge soll die Schlägerei von Zuschauern ausgelöst worden sein, die dem Verein SV Herta zuzuordnen seien. Sollte sich das bestätigen, so könnte der Fußballkreis den Verein belangen. Die erste Mannschaft des SV Herta selbst, die in dieser Konstellation seit acht Jahren am Spielbetrieb teilnimmt, sei nie negativ aufgefallen, heißt es beim Kreis.

Fest steht: Was den sportlichen Teil der Partie angeht, dürfte es beim 1:0-Erfolg für Westfalia Vinnum bleiben. Der Schiedsrichter hatte das Spiel bereits abgepfiffen, als es zur Auseinandersetzung kam.

Auch ein Streit am Europaplatz ist kürzlich eskaliert. Die Polizei verteilte Platzverweise.

Update, 15. September, 21:35 Uhr:

Das Sportliche rückte beim 1:0 (0:0) von Westfalia Vinnum gegen den SV Herta 23 in den Hintergrund. Nach dem Abpfiff  brachen Tumulte aus, die in einer Massenschlägerei mündeten.

Polizeistelle Coesfeld meldet acht Verletzte

Nach Polizeiangaben sei es zu einer Massenschlägerei gekommen. Acht Menschen seien verletzt worden - davon zwei schwer. Nach einer Schiedsrichterentscheidung sind etwa 20 Gästespieler und deren Fans auf Spieler der Heimmannschaft losgegangen, teilte die Polizei Coesfeld mit. Polizei und Rettungsdienst waren mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Update, 15. September, 18:10 Uhr:

Wurde die Partie nach 90 Spielminuten abgebrochen?  "Zuschauer sind  in der Schlussphase aneinandergeraten“, berichtet Zakaria Chamdin, Teamchef des SV Herta 23. Weil Schiedsrichter Hasan-Can Öztürk während der Rudelbildung am Spielfeldrand die Partie beendete, herrschte bei den Gästen zunächst Ungewissheit.  In der offiziellen DFB-Statistik wurde später das 1:0 aufgeführt.

„Auf dem Platz war es ruhig“, betont Chamdin, dem der Spielverlauf aber nicht gefiel. „Wir hätten dieses Spiel eigentlich 4:1 oder 5:1 gewinnen können“, sagt der  Reckinhäuser Trainer und verweist auf eine Vielzahl an Chancen, die sich seine Mannschaft herausspielte.

Viele Chancen, kein Ertrag

 „Wir hätten noch Stunden weiter spielen können und nicht getroffen“, haderte der Trainer. Mehmet Ali Fidan und Egzon Shala seien mehrfach aussichtsreich gescheitert, berichtet Chamdin. Pech hatte auch Sascha Berneike, der den Ball in der zweiten Halbzeit an die Latte setzte. Besser machte es Vinnum: David Olschewski traf zum 1:0 (65.).

Auch an mehreren Schauplätzen in Castrop-Rauxel flogen am Wochenende die Fäuste. Die Polizei musste eingreifen.

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