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Hätte lieber die Herausforderung in der Landesliga angenommen: HTV-Coach Andreas Gutzeit.

Handball

Plötzlich in der Krise - HTV 95/28 verzichtet auf Landesliga-Aufstieg

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Der HTV 95/28 Recklinghausen verzichtet auf den Aufstieg in die Landesliga. Das könnte eine historische Zäsur für den Klub bedeuten. Trainer Andreas Gutzeit denkt an Rücktritt.

  • HTV 95/28 Recklinghausen verzichtet auf Landesliga-Aufstieg
  • Dreistündige Teambesprechung in der Overberghalle
  • Trainer Andreas Gutzeit ist über Entscheidung "nicht erfreut"

Der Debattierklub hatte seine Pforten geöffnet, nach gut drei Stunden waren in der Overberghalle alle Argumente ausgetauscht. Die überraschende Entscheidung: Der HTV 95/28 Recklinghausen wird nicht für die Landesliga melden.

Das berichtet Trainer Andreas Gutzeit: „Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Aber es gibt Argumente, die lassen sich nicht entkräften.“ Im Kern der Diskussionen: Mit elf Spielern sei der Kader schlichtweg zu dünn besetzt. Torhüter Marcel Knoll, Kreisläufer Kai-Uwe Schulz wollen sich zurückziehen. Daniel Buff, ebenfalls Kreisläufer, steht nur auf Abruf bereit. „Und dann“, sagt Gutzeit, „sind wir handballerisch vielleicht nicht auf so auf einem Level, um in der Landesliga zu bestehen.“

HTV lässt Meldefrist verstreichen

Sportlich hatten die „Ludwiger“ in der abgebrochenen Bezirksliga-Saison Rang zwei belegt und erhielten einen Startplatz für die Landesliga. Aus dem Kreis Industrie hatten außerdem der HSC Haltern-Sythen II, FC Erkenschwick, Teutonia Riemke II und der FC Schalke 04 II per Verbandsentscheid das Aufstiegsrecht erhalten. Dem Vernehmen nach wollen alle vier Klubs künftig in der Landesliga starten.

Die um Mitternacht ausgelaufene Meldefrist bei der Spielleitenden Stelle des westfälische Handballverbands ließ der HTV jedenfalls verstreichen. Bis zuletzt hatte man bei den „Ludwigern“ versucht, Spieler umzustimmen.

„Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gegensätzlich. Eine eindeutige Meinung gibt es nicht“, erläutert Gutzeit. Deshalb die Entscheidung für die Bezirksliga. Eine Liga höher gehörten die Recklinghäuser zweifelsfrei zu den leidgeprüften Klubs: Nach Aufstiegen ging es stets krachend wieder runter.

Gutzeit gehört zur Fraktion pro Aufstieg

Der Trainer betont jedenfalls ganz ausdrücklich: „Meine persönliche Meinung ist, dass wir den Aufstieg wahrnehmen sollten. Vier weitere Mannschaften aus der Bezirksliga gehen auch hoch. Das sind vier Mannschaften auf Augenhöhe plus die üblichen Abstiegskandidaten in der Landesliga.“ Die Chance, in der Klasse zu bleiben, sei also wesentlich höher.

Verzweifelte Suche nach Neuzugängen

Für den Klub, das deutet Gutzeit an, wird der Bezirksliga-Verbleib eine Zäsur bedeuten. „Wir haben verzweifelt versucht, Spieler zu bekommen. Für externe Zugänge sind wir keine gute Adresse, das wird sich mit dieser Entscheidung nicht verbessern.“

Auch der Trainer selbst denkt über Konsequenzen nach: „Nach 20 Jahren ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, sich zu sortieren und über die Zukunft nachzudenken. Über diese Entscheidung bin ich nicht erfreut und werde die Sache in den nächsten Tagen in Ruhe analysieren.“

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