+
Zurück auf dem Thron: Nicht immer souverän, am Ende aber verdient holte die PSV den Titel zurück in den Norden der Stadt.

Handball

PSV holt den Titel

  • schließen

RECKLINGHAUSEN - Wer auch immer den Spielplan der Handball-Stadtmeisterschaft entworfen hatte, zeigte ein glückliches Händchen. Allzu kühn war die These aber auch nicht, dass Verbandsligist PSV und Landesligist ETG den Titel unter sich ausmachen würden. Dass letztlich mit 11:8 der Henkelpott in den Norden der Stadt wanderte, war laut beiden Teamchefs „verdient“.

Dirk Bergmann, eigentlich Übungsleiter der Kreisklassen-Mannschaft und diesmal Urlaubsvertretung von ETG-Spielertrainer Steffen Lüning, lobte die Steigerungsfähigkeit seiner Mannschaft: „Im ersten Spiel gegen den HTV war es noch Not gegen Elend. Im zweiten Spiel lief es schon flüssiger. Im dritten Spiel waren wir dann da.“ Tatsächlich hatte das „Finale“ zunächst der Außenseiter bestimmt – 5:3 (10.). „Zum Glück“, führte PSV-Trainer Michael Brannekämper aus, „haben wir den Dreh bekommen.“ Als klassenhöchster Verein war die PSV zwar als Favorit ins Turnier gestartet, hatte sich allerdings selten so verkauft. „Wir haben uns schwergetan. Um in der Verbandsliga zu bestehen, müssen wir noch viel tun.“

Dass die „Polizisten“ Potenzial haben, bewiesen sie zwischen Minute 11 und 21: Mit flüssigem und druckvollem Spiel über den Rückraum drehte der Ausrichter die Partie. Nach dem Ausgleich zur Pause (6:6, 15.) zog die PSV davon (10:6, 20.). „Aber es funktioniert eben nur phasenweise“, monierte Brannekämper. Dabei bezog er sich auf die folgende Phase, wo die Partie erneut hätte kippen können. Am Konjunktiv merkte man bereits: Es kam nicht dazu. Obwohl die ETG alle Möglichkeiten hatte.

„So kannst du kein Spiel gewinnen“, schlug Bergmann die Hände über den Kopf zusammen, als beim Stand von 8:10 aus ETG-Sicht zunächst Dominik Driesel an Jonas Beermann scheiterte und Alexander Stautenberg weit über das Tor hob (27.). Yannis Grasediecks Treffer zum 11:8 war nicht nur die Vorentscheidung (28.), sondern auch der Endstand. „Ich habe viele gute Ansätze gesehen“, betonte Brannekämper, „aber auch Steigerungspotenzial.“

Weil sowohl die PSV – 12:8 gegen die SG Suderwich und 17:12 gegen den HTV – als auch die ETG – 10:9 gegen den HTV und 18:10 gegen die SGS – ihre beiden Auftaktpartien gewonnen hatten, kam es im letzten Turnierspiel erst zu einem „Finale“.

Was Bergmann zuversichtlich stimmte: „Für die dünne Spielerdecke und die Umstände, dass wir uns in dieser Konstellation einspielen mussten, war es gut.“ Als Belohnung ließ der Interimstrainer eine Kiste Bier springen. „Das haben sich die Jungs verdient.“

Ganz ähnlich war die Stimmung beim HTV, der nach dem 12:15 gegen Bezirksligist Suderwich gar Letzter wurde. „Wir haben uns nicht blamiert“, befand Michael Schiwek. Ein Gemisch aus Spieler der ersten und zweiten Senioren, Altherren-Spielern und reaktivierten Kräften wie Mantas Kasperavicius war für die „Ludwiger“ angetreten.

„Unser Altherren-Team am Freitagabend war stärker“, lachte Schiwek. „Wir haben alle drei Matches offen gestaltet. Mit mehr Spielglück gewinnen wir gegen die ETG und Suderwich. Aber dieses Turnier ist nicht der Maßstab für uns.“

Das hatte sich Alexander Gerdes, Teamchef der SGS schon erhofft – und wurde nicht enttäuscht. Wenngleich noch Störfaktoren auftauchten: „Wir hätten jedes Spiel gewinnen können. Aber dafür müssen wir unsere Chancen nutzen und nicht die Schuld auf die Schiedsrichter abwälzen“, so Gerdes.

Diese hatten – trotz aller kritischen Szenen – sogar zwei Befürworter: „Die Schiedsrichter haben gut gepfiffen“, befand ETG-Trainer Bergmann. Und Fachschaftsleiter Wolfgang Temme zog zufrieden Bilanz. „Die Unparteiischen hatten das Geschehen im Griff. Wichtig ist, dass sich kurz vor Saisonstart niemand verletzt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Online-Voting: Wer sind die Sportler des Jahres 2019 im Kreis Recklinghausen?
Online-Voting: Wer sind die Sportler des Jahres 2019 im Kreis Recklinghausen?
Recklinghausen lockt mit verkaufsoffenem Sonntag in die Altstadt - und mehr
Recklinghausen lockt mit verkaufsoffenem Sonntag in die Altstadt - und mehr
Die U17 des VfB Waltrop muss nach Schalke: "Wir sind nicht chancenlos"
Die U17 des VfB Waltrop muss nach Schalke: "Wir sind nicht chancenlos"
Weiße Pracht vor dem Rathaus Herten: So lief die  Eröffnung der "Winterwelt"
Weiße Pracht vor dem Rathaus Herten: So lief die  Eröffnung der "Winterwelt"
Gina-Lisa Lohfink zeiht sich bei Instagram aus - Fans gehen viel zu weit
Gina-Lisa Lohfink zeiht sich bei Instagram aus - Fans gehen viel zu weit

Kommentare