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Bester Werfer beim HTV und (Mit-)Entscheider des Derbys: Daniel Brunner, der sich hier gegen Markus Friemel (9) durchsetzt.

Handball

"Mental total versagt"

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RECKLINGHAUSEN - Die Eisenbahner Turngemeinde steht kurz vor dem Abstieg in die Bezirksliga. Beim 20:22 im Stadtderby gegen den HTV 95/28 versagten den Eisenbahnern die Nerven.

Ein Derby, das laut HTV-Trainer Andreas Gutzeit alles hatte, „außer Qualität“. Unzählige Fehler hatte sein Gegenüber Steffen Lüning auch gesehen. „Derby hin oder her. In keinem Spiel dürfen uns solche Nachlässigkeiten unterlaufen“, polterte der Spielertrainer, der mit sechs Treffern sogar noch bester Werfer seiner Formation war.

„Die Chancenverwertung hat uns das Genick gebrochen. Wir haben mental total versagt.“ Vier Siebenmeter einschließlich „zehn Hundertprotziger“, wie Lüning nachzählte, ließen die Eisenbahner aus. „Wir sind an uns selbst gescheitert.“

Für Andreas Gutzeit hatte das einen Grund. „Marcel Knoll hat uns das Spiel gerettet.“ Der HTV-Torhüter verdiente sich mit etlichen Glanztaten das Sonderlob des Trainers. „Das hat die ETG gestresst.“

In der Tat kamen die Hausherren, die im Abstiegskampf jeden Zähler gebrauchen können, besser ins Derby – 3:1 (9.). „Das war alles sehr ordentlich. Aber in der Konsequenz waren wir nicht entschlossen genug“, kritisierte Lüning, der sich eigentlich nur aufs Verteidigen beschränken wollte, nach gut einer Viertelstunde aber auch offensiv auf der Platte blieb. Da hatte der HTV mittlerweile ausgeglichen (4:4) und übernahm sogar die Führung (7:5, 22.).

Trotz der engen Spielstände verfolgte Andreas Gutzeit „so entspannt und locker wie wohl noch nie“ die restliche Spielzeit. „Die Mannschaft hat mit Leidenschaft verteidigt und endlich die Vorgaben umgesetzt.“ Zwar kippte die stets enge Partie zugunsten der ETG (16:14), aufgesteckt hatte der HTV nicht. „Weil wir den Gegner mit unseren Fehlern wieder aufgebaut haben“, haderte Lüning.

Die „Ludwiger“ übernahmen wieder die Führung (19:18) und holten zum entscheidenden Schlag aus. Daniel Brunner (mit sieben Treffern bester HTV-Werfer) und Kevin Polnik erhöhten binnen 17 Sekunden auf 21:18 (58.). „Das war sicherlich mitentscheidend“, befand Gutzeit. „Wir haben das ausgenutzt, was uns die ETG angeboten hat.“ Zwar stellte Lüning in den Schlusssekunden auf eine offene Deckung um und erzielte selbst sogar den Anschlusstreffer zum 20:21. „Aber wir konnten unsere Fehler nicht mehr ausbügeln“, bilanzierte Lüning.

Abgestiegen ist seine Formation noch nicht, da am Samstagabend der SV Eintracht Dolberg bei Borussia Höchsten auch mit 20:22 verlor, kommt es am nächsten Samstag in Ahlen zum Endspiel um den Relegationsplatz. Um diesen Rang zu erreichen, muss die ETG mit fünf Toren Unterschied gewinnen. „Aber darum brauchen wir uns erst einmal keine Gedanken machen“, erklärt Lüning. „Mit dieser Leistung haben wir nichts in der Landesliga verloren.“ In der kommenden Trainingswoche will der Spieltrainer „einige Dinge ansprechen. Wir müssen uns steigern, ansonsten brauchen wir gar nicht erst nach Dolberg zu fahren.“

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