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So kennt man Vanessa Claus: Immer mit vollem Einsatz am Kreis der ETG Recklinghausen.

Handball

Vanessa Claus kämpft sich für ein Comeback zurück - und spielt knapp fünf Minuten

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Für das große Ziel Landesliga-Aufstieg mit der ETG Recklinghausen hat Handballerin Vanessa Claus nach Verletzungen und Babypause am Comeback gearbeitet – dann kam Corona.

  • Vanessa Claus beendet nach 23 Jahren im aktiven Handball ihre Karriere
  • Zum Abschluss gibt es den Landesliga-Aufstieg mit der ETG
  • Zuvor liefert die Kreisläuferin ein bemerkenswertes Comeback

Keine Frage: Der Ehrgeiz hatte Vanessa Claus wieder gepackt. „Ich wusste, dass es meine letzte Saison wird.“ Und für das Ziel Landesliga-Aufstieg quäle man sich doch schließlich gerne. Trotz Verletzungen und einer Babypause kämpfte sich die Kreisläuferin der ETG Recklinghausen also noch zurück – um gegen den HSC Haltern-Sythen II ein Comeback zu geben. Das Saisondebüt!

„Zwei oder vielleicht doch fünf Minuten“, so erinnert sich Vanessa Claus, habe sie an jenem Dienstagabend im März im Bezirksliga-Spiel noch auf die Platte gemusst – weil die angestammte Kreisläuferin Pia Hangebrauck die Rote Karte sah und für den Rest des Spiels ausfiel. Was folgte, ist hinlänglich bekannt: Corona, Lockdown, Saisonabbruch, Aufstieg nach Verbandsentscheid. Und im Falle von Vanessa Claus das Karriereende. „Ich hatte überlegt, noch ein Jahr dranzuhängen, aber wirklich nur ganz kurz.“

"Hundert Prozent oder eben gar nicht"

Die Faktenlage war erdrückend: „Die Mannschaft wird künftig öfter trainieren und die Fahrten in der Landesliga werden weiter. Dazu fehlt mir einfach die Zeit.“ In der Vergangenheit sei es häufiger vorgekommen, dass die Krankenschwester mit Schichtdienst direkt aus dem Krankenhaus mit gepackter Tasche zur Halle brauste.

Und mit einem Motto bricht die 30-Jährige sowieso nicht: „Entweder mache ich etwas zu 100 Prozent oder eben gar nicht. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen.“ Seit ihrem siebten Lebensjahr spielt Vanessa Claus Handball, seit elf Jahren bei der ETG. „Die Mädels sind für mich wie eine Familie. Aber ich möchte der Mannschaft eine Hilfe sein – und kein Klotz am Bein.“

„Schöner Abschluss“ mit dem Aufstieg

Vielleicht hilft auch ein Perspektivwechsel: Claus hat sich nicht gegen die „sportliche Familie“ ETG, sondern für die eigene Familie entschieden. „Die Zeit mit ihm und meinem Partner wird demnächst aufregend genug“, sagt Claus. „Und ich denke, mit dem Aufstieg haben wir noch einen schönen Abschluss geschafft. Auch, wenn ich gar nicht so viel dazu beigetragen habe.“ Über ihr Fünf-Minuten-Comeback kann sie inzwischen lachen.

Die Entscheidung ringt Trainer Kay Hiller jedenfalls höchste Anerkennung ab: „Vanessa ist ein Pfundstyp, die menschlich und sportlich eine Menge auf dem Kasten hat. Eigentlich habe ich sie immer nur lachen sehen. Ich hoffe, sie bleibt uns treu.“

Da kann die nun Ex-Kreisläuferin beruhigen: Schon während ihrer Verletzungspausen – die Mittelhand wird noch mittels einer Platte stabilisiert – feuerte Vanessa Claus von der Tribüne aus an. Klar werde sie die Mannschaft auch künftig unterstützen, sagt sie. Niemals geht man so ganz.

Trio verlässt die ETG - Neuzugänge in Kürze

Drei Spielerinnen werden nicht mit der ETG in die Landesliga gehen: Angelique Nägeler, Vanessa Claus und Torfrau Beate Großmann treten kürzer. Letztere wird den Eisenbahnerinnen im Notfall weiterhin zur Verfügung stehen. Trainer Kay Hiller bedauert die Abgänge: „Das waren alles gute Typen, die gut in die Mannschaft gepasst haben.“ Die Gespräche mit zwei Neuzugängen stünden jedoch kurz vor dem Abschluss, berichtet Hiller.

Nachdem sich die Spielerinnen während des Lockdowns individuell fit gehalten haben, ging es am Dienstagabend erstmals wieder in die Halle – natürlich unter strenger Einhaltung der Auflagen. „Nach der wochenlangen Handballpause hatten die Mädels richtig Bock, was mit dem Ball zu machen“, so Hiller.

Aktuell plant der Teamchef die Vorbereitung. Ab Juli rechnet Hiller seitens des Verbands mit der Erlaubnis für (Geister-)Testspiele. Das Saisonziel für den Landesligisten steht fest: „Als Aufsteiger geht es nur um den Klassenerhalt“, sagt Hiller.

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