+
Gibt auch in der kommenden Saison die Anweisungen beim HTV: Trainer Andreas Gutzeit (M.).

Handball

Vertrag auf Lebenszeit

  • schließen

RECKLINGHAUSEN - Kleine Zeitreise gefällig? Der FC Bayern ist Deutscher Meister, Wladimir Putin ist russisches Staatsoberhaupt und Andreas Gutzeit ist Trainer des HTV 95/28. Spötter mögen nun zurecht Fragen, wo der nostalgische Wert, in dieser Aufzählung liegt. Aber: Wir reden aber nicht über das Jahr 2019, sondern über 1999. Es gibt eben Dinge, die ändern sich nicht.

Die bereits als Landesliga-Absteiger feststehenden Ludwiger verkündeten, dass der 57-Jährige Wittener im kommenden Jahr seine 20. Spielzeit auf der HTV-Bank bestreiten wird.

Andreas Gutzeit (57):

„In meinem Alter vergisst man schonmal Sachen, aber daran kann ich mich noch sehr genau erinnern. Auf der Jahresabschlussfeier hatte ich meine endgültige Zusage gegeben. Und ich hätte im Leben nicht daran gedacht, dass ich so lange bleiben werde.“

Die Anfangszeit soll gar nicht unerfolgreich gewesen sein?

„Stimmt. Wir sind sofort in die Bezirksliga aufgestiegen und sind Stadtmeister geworden. Damals hatten wir auch eine Toptruppe beisammen. Wenig später sind wir auch in die Landesliga hochgegangen. Das müsste 2003 gewesen sein. Schon da habe ich gemerkt, dass wir beim HTV ein kleiner Klub sind.“

Wie hat sich das über die Jahre geäußert?

„Der Verein hat keine Portokasse, um hochkarätig nachzulegen. Die besten Spieler wurden weggekauft, die älteren Spieler haben aufgehört. So waren wir wenige Jahre später wieder in der Kreisliga.“

Es folgten noch zwei weitere Aufstiege in die Landesliga. Gab es ein besonderes Spiel, an das sie sich gern erinnern?

„Ein einzelnes Spiel hervorzuheben ist immer schwierig. Die Duelle mit der ETG und der SG Suderwich haben immer besondere Bedeutung. Die Relegationsspiele um den Aufstieg haben immer ihren Reiz, weil man meist in einer proppenvollen Halle spielt.“

Gab es denn auch Momente, wo sich eine Trennung angebahnt hat?

„Natürlich habe ich nach schweren Niederlagen manchmal den Gedanken gehabt, hinzuwerfen. Das habe ich schnell wieder verworfen. Ich bin kein Typ, der vor einer Herausforderung wegrennt. Dass sich der Verein nach einer Saison die Frage stellt, ob ich der Richtige bin, ist legitim. Selbst diesbezüglich habe ich nie Stimmen gehört, die gesagt haben, der Gutzeit muss weg. Das zeigt die große Verbundenheit zwischen mir und diesem Klub.“

Gab es denn in der Zeit beim HTV einen besonderen Spieler?

„Spieler wie Daniel Brunner, Kevin Polnik oder auch Michael Schiwek haben es mir angetan. Sie hängen mit Herzblut an diesem Verein und sind trotz vieler Angebote nicht abgehauen. Auch Maik Tottmann. Den konnte ich nachts anrufen, wen ich noch einen Torwart brauchte – und er war am nächsten Morgen pünktlich an der Halle. Ich könnte noch viele Spieler nennen. Aber solche Menschen macht ein Verein aus. Und über die Zeit sind daraus echte Freundschaften entstanden."

Und selbst stehen Sie auch mit 57 Jahren noch auf der Platte?

„Ich finde es gut, dass der Verein ein Herz für alte Leute hat (lacht). Ja, bei den Alten Herren und in der zweiten Mannschaft spiele ich noch mit. Bei der Ersten gehe ich im Training schonmal ins Tor, auf Außen oder an den Kreis und versuche ein paar Bälle zu fangen.“

Wie ist der Stand bei den Planungen für die neue Saison?

„Wir werden zeitnah einen Termin suchen, um über die Ausrichtung zu sprechen. Das betrifft nicht nur die nächste Saison. In der Jugend müssen wir etwas tun. Für die Bezirksliga brauchen wir Spieler, die den Kader auffrischen und ergänzen. Wichtig ist auch, dass die aktuellen Spieler bleiben. Ich schicke niemanden weg.“

Nach 20 Jahren stellt sich die Frage: Wie lange bleibt Andreas Gutzeit noch Trainer beim HTV?

„Mindestens noch 20 Jahre (lacht). Tatsächlich bekomme ich noch Anfragen, auch von meinem Heimverein Ruhrtal Witten. Darüber denke ich nicht nach. Ich habe hier einen Vertrag auf Lebenszeit. Man wird mich so schnell nicht los (lacht).“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Achtung, Autofahrer: Auf diesem Marler Parkplatz kann es jetzt richtig teuer werden
Achtung, Autofahrer: Auf diesem Marler Parkplatz kann es jetzt richtig teuer werden
Nächster Tiefschlag: Freigabe der Hebewerkbrücke bleibt für lange Zeit ausgeschlossen
Nächster Tiefschlag: Freigabe der Hebewerkbrücke bleibt für lange Zeit ausgeschlossen
Polizei darf Daten des Bandidos-Chefs speichern - Grund sind etliche Vorstrafen
Polizei darf Daten des Bandidos-Chefs speichern - Grund sind etliche Vorstrafen
Volksbank Waltrop: 235 Ja-Stimmen für die Fusion mit Dortmund
Volksbank Waltrop: 235 Ja-Stimmen für die Fusion mit Dortmund
Einsatz im Horror-Haus: Darum bedrohte ein Mann eine Frau mit der Pistole
Einsatz im Horror-Haus: Darum bedrohte ein Mann eine Frau mit der Pistole

Kommentare