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Michael Rietdorf als Kreisläufer, so wie hier im Pokalspiel bei Westfalia Welper, wird wohl nur eine Ausnahme bleiben.

Handball

"Wenn Not am Mann ist..."

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Recklinghausen - Not macht erfinderisch. Steffen Lüning und Rolf Albus haben auf das Verletzungspech, das die Landesliga-Handballer der Eisenbahner Turngemeinde verfolgt, reagiert: Im Kreispokalspiel bei Westfalia Welper beorderten die Trainer ihren Torhüter Michael Riedorf in der Schlussphase aufs Feld.

Der 28-Jährige empfahl sich mit einem sehenswerten Treffer für weitere Einsätze auf der ungewohnten Position. Auch im Landesliga-Duell gegen den SV Westerholt am Sonntag (11 Uhr, Walter-Lohmar-Halle)? „Nein“, sagt Rietdorf, „mein Ausflug ist beendet“. Gleichwohl kann es, dass Simon Kozowy auch in weiteren Spielen alleiniger Torhüter bleiben wird. „Wenn Not am Mann ist“, sagt der Bochumer, „bin ich der Letzte, der sich quer stellt.“

Auch wenn er als A-Jugendlicher ein halbes Jahr lang als Kreisläufer aushalf, blieb Rietdorfs Wirkungskreis immer auf der anderen Seite des Spielfeldes. Und das auch in einer anderen Disziplin. Als Sechsjähriger schloss er sich den Fußballern von Blau-Weiß Weitmar an und spielte dort bis zur C-Jugend. Nach deutlichen Niederlagen entlud sich der Frust der Teamkollegen, die im Torhüter den Schuldigen sahen. „Ich hatte keine Lust mehr, ich wollte nicht immer der Sündenbock sein.“

Rietdorf wechselt als 14-Jähriger zum Handball

Rietdorf wollte eigentlich dem Sport gänzlich abkehren, was seine Mutter jedoch untersagte und ihn vor die Wahl stellte: Wasserball oder Handball. Wofür sich der seinerzeit 14-Jährige entschied, ist klar. Zunächst spielte er bei Teutonia Riemke, lernte dort seine jetzigen Teamkollegen Steffen Lüning und Andreas Driesel kennen, zwischenzeitlich für TuSEM Essen, später für die PSV und nun die ETG.

Gleichwohl ist Michael Rietdorf auch bei vielen weiteren Vereinen in der Region aktiv, dann allerdings in einer ganz anderen Rolle: Vor sieben Jahren entschied er sich den Schiedsrichterschein zu machen. „Ich habe mich in einem Spiel benachteiligt gefühlt.“Der Ärger darüber war so groß, dass er den Worten „Das kann ich besser“ Taten folgen ließ. Dadurch änderte sich Rietdorfs Blick auf Entscheidungen der Unparteiischen. „Sicherlich ist mal ein falscher Pfiff dabei, aber am Ende gleicht sich doch eh alles aus.“

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