Die neue Saison im Handball steht in den Startlöchern. Zumindest sind die Planungen sehr konkret.
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Die neue Saison im Handball steht in den Startlöchern. Zumindest sind die Planungen sehr konkret.

Handball

Die Klubs sind am Zug: Westfälischer Verband stellt zwei Modelle zum Wiedereinstieg vor

  • vonKevin Korte
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Der Handballverband Westfalen plant die Saison 2020/21. Die Frage ist aber: Wie soll der Wiedereinstieg aussehen? Auch die Klubs sind am Zug.

  • Bei virtuellen Staffeltagen stellt der Verband zwei Varianten zum Wiedereinstieg vor
  • Vereine dürfen bis Sonntag abstimmen - und mögliche Verbesserungsvorschläge einreichen
  • Mammut-Programm in der Landesliga

Durch die Corona-Pandemie ist sie schwer in Mode gekommen, die Videokonferenz. In Online-Staffeltagen haben sich Funktionäre des Verbands mit Klubvertretern zusammengeschaltet – im Falle der Männer-Landesliga waren das in der Spitze 80 Teilnehmer. Dabei dürfen die Vereine selbst die kommende Spielzeit mitgestalten.

Konkret liegen jeweils zwei Varianten zur Abstimmung bereit. Vorschlag eins, sieht größere Staffeln mit mehr Spielen, aber auch vermehrtem Abstieg vor.

Vorschlag zwei besteht im Kern daraus, dass mehr Staffeln eingerichtet werden, jedoch mit weniger Mannschaften und entsprechend vergleichsweise wenigen Absteigern.

Für beide Varianten hat der Westfälische Handballverband (WHV) bereits mögliche Ligen-Zusammensetzungen erarbeitet und den Klubs präsentiert.

Der WHV den Ligastart im Oktober. Bei größeren Staffeln zu Anfang des Monats, bei kleineren Staffeln später. Bis 31. Juli sollen alle Partien ausgetragen sein. Bis Sonntag können die Klubs beim Verband ihre Entscheidung einreichen.

Verbandsliga

34 Mannschaften spielen künftig bei den Männern in dieser Klasse. Zur Diskussion stehen die Optionen mit zwei Staffeln (wohl mit je 17 Mannschaften) zu spielen oder in drei Staffeln (zwei Ligen mit elf Teams und eine Staffel mit zwölf Teams).

Wie Nadim Karsifi, Trainer bei Verbandsligist PSV Recklinghausen, doziert, „sind wir in einer Zwickmühle.“ Der Teamchef bevorzugt die Variante mit kleineren Ligen. Allerdings: In diesem Fall müsste die PSV vor allem im Münsterland und Ostwestfalen spielen, darunter ein Gastspiel bei der HSG Altenbeken/Buke, eine Anfahrt ist knapp 150 Kilometer lang. „Für uns ist diese Option dennoch sportlich wohl die bessere Entscheidung“, kommentiert Karsifi. In einer kleineren Liga wäre der Klassenerhalt wohl machbarer.

Wenngleich aus lokaler Sicht die Derbys gegen Teutonia Riemke oder Westfalia Herne wohl entfielen. Michael de Bruyn aus der Sportlichen Leitung der PSV Recklinghausen fragt zurecht: „Es wäre schön, die Derbys vor vollen Rängen zu spielen. Aber was passiert, wenn durch Corona nur Geisterspiele möglich sind?“

Landesliga

70 Teams bei den Männern gehen an den Start. Bei Aufsteiger FC Erkenschwick ist die Vorfreude groß, wie Teamsprecher Sebastian Dücker bestätigt. „Wir sind froh, dass sich etwas bewegt und wir wieder loslegen können.“

Auch die Erkenschwicker befinden sich in einer Zwickmühle, müssen abwägenzwischen sportlichen und geografischen Aspekten. Bei der Variante 1 mit größeren Ligen (geplant sind fünf Staffeln á 14 Teams) müsste der FCE vornehmlich ins Münsterland reisen.

Variante 2 mit sechs Staffeln (Ligagröße: elf oder zwölf Mannschaften) sei laut Dücker für den Aufsteiger „deutlich reizvoller. Wir hätten laut Einteilung Derbys mit dem SV Westerholt, Schalke II oder Riemke II.“ Viele Spieler im Erkenschwicker Kader kommen aus Bochum. „Die können fast zur Riemker Halle radeln“, sagt Dücker.

Laut dem Erkenschwicker habe der Verband zugesichert, dass der Start mit Zuschauern ausgetragen wird. „Ich glaube, ansonsten wäre die Mehrheit der Klubs gegen die Pläne. Ohne Zuschauer brauchen wir kleine Klubs gar nicht erst anfangen. Wir müssen Schiedsrichterkosten zahlen und nehmen durch ausfallende Eintrittsgelder und Bewirtung nichts ein.“

Bei den Frauen gehen in der Landesliga 55 Mannschaften an den Start, darunter die ETG und die PSV Recklinghausen II. Kay Hiller, Trainer von Aufsteiger ETG bevorzugt die Lösung mit großen Ligen. „Ich bin kein Freund kleiner Ligen. Dann hat man zwischendurch noch lange Pausen zwischen den Spielen. Für mich ist das nicht ideal.“

So oder so – bereits jetzt zeigt sich: Für den Verband wird es ein schwieriger Spagat alle Interessen berücksichtigen zu können.

Auch der Handballkreis Industrie plant den Wiedereinstieg in den Ligabetrieb.

Ende Juni hat der HV Westfalen die Staffeleinteilung in Westfalen bekannt gegeben - es gab eine Überraschung.

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