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Die Entscheidung in Runde 2: Nachdem der Suderwicher Ali Arslan den Serben Nedeljko Cvorovic ein zweites Mal auf den Boden geschickt hat, bricht der Ringrichter den Kampf ab.

Kampfsport

Früher K.o.

SUDERWICH - Manchmal kommt es anders, als man denkt. Als Ignacio Neuhausen, Trainer der Abteilung Mixed Martial Arts (MMA) und Kickboxen der SG Suderwich, den serbischen Profi-Boxer Nedelko Cvorovic beim Warmmachen beobachtet, ist er sichtlich beeindruckt. „Er ist sehr muskulös.“ Sollte der Heim-Kampf seines Trainerkollegen Ali Arslan gut ausgehen können?

Schließlich hat der 30-Jährige selbst die Siegchancen ob der kurzen Vorbereitungszeit im Vorfeld bei „unter 50 Prozent“ taxiert. „Ein Schlag kann den Kampf entscheiden.“ Ignacio Neuhausen, der das Kampfsportevent in der Helmut-Pardon-Halle mit Isa Topal organisiert hat, rechnet mit dem Schlimmsten, als Ringsprecher Mustafa „Buddy“ Sereney am Sonntagabend nach knapp 30 Amateurkämpfen gegen 22 Uhr die ersten Profis ins Rampenlicht bittet. „Wenn Ali die erste Runde übersteht, hat er eine Chance“, fügt Neuhausen hinzu.

Höflicher Applaus begleitet den Serben auf den Weg in den Ring, kräftiger Jubel brandet hingegen auf, als der Lokalmatador zu seinem zweiten Profikampf aufgerufen wird. Die Anfeuerungsrufe für den Suderwicher Boxtrainer verstummen, als der Ringrichter den Kampfrichter freigibt.

Viele Zuschauer hält es dann nicht mehr auf der Tribüne oder ihren Stühlen. Dicht gedrängt säumen sie den Boxring und verfolgen gespannt, wie die Fäuste fliegen. Geschickt weicht Ali Arslan seinem Gegenüber aus, muss nur selten einen Treffer hinnehmen. Stattdessen sackt Cvorovic in der ersten Runde nach einem Leberhaken mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen.

Während Ali Arslan in einer Ecke des Boxrings wartet, dass sich sein Gegner berappelt, sprechen ihm die Zaungäste Mut zu. „Super. Weiter so. Du schaffst das. Der kann nicht mehr.“ In Runde zwei ändert sich am Kräfteverhältnis der beiden Protagonisten nichts. Der Suderwicher Boxer schickt den Serben ein weiteres Mal auf den Boden. Cvorovic wird angezählt, macht aber weiter. Das ändert sich, als Arslan den nächsten Wirkungstreffer setzt und sein Gegenüber in die Knie zwingt. Mit einer eindeutigen Armbewegung zeigt der Ringrichter an: Das war’s. Der Rest ist kollektiver Jubel.

Und nun? Der 30-Jährige gönnt sich zwei freie Tage. „Am Mittwoch geht es mit dem Training weiter.“ Denn wie so oft heißt es, nach dem Kampf ist vor den Kampf. Dann wohl aber um einen Titel, was Ali Arslans Promoter derzeit auslotet. Eine längere Pause wird der Suderwicher Faustkämpfer nicht einlegen können, „Die Gegner werden nicht leichter“, weiß Ignacio Neuhausen aus Erfahrung.

Vor den Profis stehen Amateure im Rampenlicht. Kinder und Jugendliche schnuppern erste Ringluft. Die Jüngsten kämpfen mehr mit dem Lampenfieber als mit dem Gegner. Lautstarke Unterstützung der gut 250 Zuschauer ist ihnen in jedem Fall gewiss. Das gilt auch für Emirhan Kepez, der vor Ali Arslan den K1-Hauptkampf (MMA) bestreitet. In drei Runden à zwei Minuten gibt der Suderwicher gegen Artur Derksen alles. Die Folgen einer Erkältung wiegen zu schwer, um das Duell für sich nach Punkten entscheiden zu können. Nichtsdestotrotz fällt die Bilanz seines Trainers Ignacio Neuhausen positiv aus. Was auch für das gesamte Kampfsportevent gilt. Eine Neuauflage ist angedacht, dann aber an einem Samstag.

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