+
Anja Valentin und Michael Stommel (r.) bereiten sich intensiv auf ihre Dan-Prüfungen vor, während Michael Jendrny im letzten Training kein Risiko eingehen will.

Karate

Intensive Vorbereitung zahlt sich aus

  • schließen

Recklinghausen - Egal, wie gut man sich auf eine Prüfung vorbereitet, am großen Tag schlottern einem dennoch die Knie. Anja Valentin kann ein Lied davon singen. Die Karateka der Polizeisportvereinigung (PSV) Recklinghausen/Gladbeck hat vor ihrer Prüfung zum 2. Dan mit großer Aufregung zu kämpfen.

Am Ende eines kräftezehrenden Tages, der in Münster mit einem Trainingslehrgang beginnt, kann die Recklinghäuserin wie ihr Vereinskamerad Michael Jendrny, der die Hürde zum ersten Meistergrad überwindet, ihre Urkunde in Empfang nehmen.

Auf dem Weg dorthin muss die 31-Jährige ihr ganzes Können unter Beweis stellen. Denn während die Prüflinge zum 1. Dan genau das zeigen müssen, was ihnen im Vorfeld erläutert worden ist, müssen die Karateka auf dem Weg zum 2. Dan überraschenderweise Neuland betreten. „Nichts von dem, was im Heft stand, wurde verlangt“, erklärt Anja Valentin und schmunzelt: „Wir waren dem Prüfer völlig ausgeliefert.“

"Man bekommt den Kopf frei"

Selbst wenn dieser keinen guten Tag erwischt hätte, braucht sich die Recklinghäuserin keine Sorgen zu machen. Dafür ist sie zu gut vorbereitet. Weil sie in der Kampfkunst ihren Sport gefunden hat und diesen mit großem Engagement ausübt. „Man bekommt den Kopf frei“, sagt sie und verweist auf eine kurze Meditation zu Beginn jeder Trainingseinheit. Die seien für sie daher „eineinhalb Stunden Urlaub“ – eine kurze Auszeit vom Alltag.

„Karate ist sehr vielfältig“, sagt Anja Valentin. „Ab dem Braungurt erkennt man, was man nicht kann.“ Daher trainiert sie auch zu Hause und absolviert zusätzliche Laufeinheiten „Wenn es mein Schichtdienst zulässt“, ergänzt die Recklinghäuserin, die als 16-Jährige Karate für sich entdeckt hat.

„Der ganze Körper wird strapaziert“

„Ich habe erst mit 25 Jahren angefangen“, sagt Michael Jendrny, der als Student gegenüber einer Karateschule gewohnt hat. Eine längere Sportpause folgt zwar, die Begeisterung für Karate ist letztlich aber stärker. Der heute 55-Jährige möchte seinen Sport nicht mehr missen. „Der ganze Körper wird strapaziert. Nach jedem Training ist man ausgepowert.“ Ihm pflichtet Trainer Michael Stommel bei: „Wenn man richtig kaputt ist, fühlt man sich wie neu geboren.“

Auch wenn die Kampfkunst darauf ausgelegt ist, Konfrontationen zu vermeiden und auch die verschiedenen Techniken nicht voll durchgezogen werden, schaut Michael Jendrny im Abschlusstraining vor der Dan-Prüfung nur zu. „Da bin ich abergläubisch“, erklärt der Recklinghäuser.

Rund zwölf Monate bereitet sich Michael Jendrny auf diese Meisterprüfung vor, verbessert die Grundtechniken in den Bereichen Kihon (Grundschule), Kumite (Kampf) und Kata (Formenlauf). Michael Stommel bereitet beide Karateka gut auf den Tag X vor, die Aufregung kann er ihnen aber nicht nehmen. „Je mehr Prüfungen man ablegt, desto schlimmer wird es“, sagt der Trainer aus Erfahrung – am kommenden Sonntag wird er in Bochum die Prüfung zum 3. Dan absolvieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Achtung, Autofahrer: Auf diesem Marler Parkplatz kann es jetzt richtig teuer werden
Achtung, Autofahrer: Auf diesem Marler Parkplatz kann es jetzt richtig teuer werden
Nächster Tiefschlag: Freigabe der Hebewerkbrücke bleibt für lange Zeit ausgeschlossen
Nächster Tiefschlag: Freigabe der Hebewerkbrücke bleibt für lange Zeit ausgeschlossen
Polizei darf Daten des Bandidos-Chefs speichern - Grund sind etliche Vorstrafen
Polizei darf Daten des Bandidos-Chefs speichern - Grund sind etliche Vorstrafen
Volksbank Waltrop: 235 Ja-Stimmen für die Fusion mit Dortmund
Volksbank Waltrop: 235 Ja-Stimmen für die Fusion mit Dortmund
Einsatz im Horror-Haus: Darum bedrohte ein Mann eine Frau mit der Pistole
Einsatz im Horror-Haus: Darum bedrohte ein Mann eine Frau mit der Pistole

Kommentare