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Will weiter für die Nationalmannschaft spielen: Der Recklinghäuser Christoph Rindfleisch (l.).

Rollhockey

Zwei-Klassen-EM: Deutschland schon vor dem Anpfiff der große Verlierer

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  • Kevin Korte
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Der europäische Verband beschließt die Einführung einer „Zwei-Klassen-EM“. Die deutsche Rollhockey-Nationalmannschaft ist schon vor Anpfiff der große Verlierer. 

  • Bei der Rollhockey-EM vom 18. bis 25. Juli startet Deutschland in der schwächeren Gruppe B. 
  • Die Zahl der teilnehmenden Nationen wurde auf zwölf aufgestockt. 
  • Für die Weltmeisterschaft 2021 in Argentinien kann sich Deutschland nicht qualifizieren. 

Der Fußball hat es vorgemacht, der Handball ist in diesem Jahr nachgezogen. Und auch im Rollhockey geht der Trend zu Turnieren in anderer Größenordnung. Zwar starten bei der Europameisterschaft im Sommer - gespielt wird vom 18. bis 25. Juli im französischen La Roche sur Yon - nicht 24 Teams, sondern „nur“ zwölf. Das hatte es zuletzt 1994 gegeben. Ein Umstand, der eigentlich die deutsche Nationalmannschaft freuen sollte. Mehr Spiele gegen Teams auf Topniveau – bis der Haken an der Auslosung deutlich wurde. 

WM in Argentinien ohne Deutschland 

Der Verband loste die Topteams in Gruppe A und die „weiteren Teilnehmer“ in Gruppe B. Der Haken am Modus: Die Teams aus Gruppe B können nicht das Halbfinale erreichen und sich somit nicht für die WM 2021 in Argentinien qualifizieren. Ein herber Schlag für die deutsche Auswahl, die in den vergangenen Turnieren stets das Halbfinale im Visier hatte. „Die letzten Jahre haben wir dieses Ziel zwar verpasst. Aber jetzt überhaupt keine Chance darauf zu haben, ist sehr, sehr bitter“, sagt Christoph Rindfleisch. Der Recklinghäuser ist seit seinem Wechsel vom RHC zu Meister Germania Herringen zum festen Kader-Mitglied der Nationalmannschaft gereift. 

DRIV nimmt zähnekirschend teil

Der 23-Jährige sieht die Zwei-Klassen-EM kritisch: „Als Sportler will man sich mit den Besten messen. Die Spiele gegen die großen Nationen werden uns genommen. Sportlich sind für uns vielleicht noch die Spiele gegen England und Niederlande interessant.“ Der deutsche Rollsport- und Inline-Verband (DRIV) hat sein Team gemeldet. „Zähneknirschend“, wie es in der offziellen Mitteilung heißt. Die Befürchtung: Es scheint fraglich, ob die Verbände „am neuen unteren Ende der Rollhockey-Gesellschaft auch melden.“

Es drohen etliche Absagen

Die Zahl der deutschen Turnierspiele könnte sich durch Absagen drastisch verringern. Rindfleisch: „Und dann muss man sich ernsthaft überlegen, ob es der Aufwand überhaupt wert ist.“ Immerhin ist die Rede von einer EM-Teilnahme. Nach dem Bundesliga-Finale im April stehen zwei Monate Vorbereitung mit Lehrgänge und Trainingslager auf dem Programm – für ein Turnier, das man nicht gewinnen kann. Eine Absage für die Europameisterschaft schließt Rindfleisch aber aus. „Nein. Ich werde mich trotzdem in den Bundesliga-Spielen für einen Kader empfehlen.“ Platz fünf wäre für den DRIV auch ein toller Erfolg – auch bei einer „Zwei-Klassen-EM“. 

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