Stilecht mit der deutschen Flagge posieren (v.l.) Steuermann Felix Heinemann (l.) Marc Leske, Jacob Schulte-Bockholt, Finn Knüppel und René Stüven für das Siegerfoto.
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Stilecht mit der deutschen Flagge posieren (v.l.) Steuermann Felix Heinemann (l.) Marc Leske, Jacob Schulte-Bockholt, Finn Knüppel und René Stüven für das Siegerfoto.

Rudern

Krönung der U23-Karriere

RECKLINGHAUSEN - Es sah gar nicht gut aus. Erst Sechster. Nach 500 Metern. Auch nach 1000 Metern. Weit zurück. Dann Fünfter. 500 Meter vor dem Ziel. Doch der Vierer mit Steuermann von Rene Stüven drückte im Finale bei der U23-Ruder-WM in Plovdiv (Bulgarien) zum Schluss derart aufs Gaspedal, das er sich mit einem irren Finish noch die Bronzemedaille sicherte.

Stüven reckte den Arm in den Himmel von Plovdiv. Erst nach rechts Richtung Tribüne. Dann nach links, wo Trainer Peter Thiede das Rennen mit dem Rad verfolgte und ebenso jubelte wie sein Team. „Wir sind nach hinten heraus einfach cool geblieben.“, sagte der Recklinghäuser Ruderer vom RV Emscher Wanne-Eickel, der damit seine Karriere in der U23-Klasse mit einer Medaille abschließen konnte.

Es war aber ein harter Weg dorthin: Nach dem Vorlauf, der nicht mit der direkten Qualifikation für das Finale endete, und nach dem erfolgreichen Hoffnungslauf haben Trainer und Team die Rennen analysiert und die Taktik grundlegend verändert.

„Durch das GPS-System hatten wir exakte Daten über die Rennverläufe und festgestellt, dass wir viel zu schwankend gefahren sind“, analysierte Stüven. „Daraus haben wir dann unsere Schlüsse fürs Finale gezogen und wollten öfter, aber kürzer höhere Frequenzen fahren.“ Dass dadurch einiges anders lief, das Team am Start nicht so gut wegkam, nahm man in Kauf und „letztlich sind wir alle cool geblieben und haben immer geglaubt, dass die Taktik aufgeht“, so Stüven.

Italien und Neuseeland bestimmten das Tempo, letztlich galt es, die im Vorlauf starken Türken zu knacken. Was schließlich auf den letzten 500 Meten gelang. Rene Stüven, Finn Knüppel (Schwerin), Jacob Schulte-Bockholt (Krefeld), Marc Leske (Krefeld) und Steuermann Felix Heinemann (Dortmund) holten Schlag um Schlag auf, angepeitscht von den deutschen Anfeuerungsrufen von der Tribüne und „als ich dann im Augenwinkel das Boot der anderen gesehen habe, da wusste ich, jetzt kann es reichen“, so Stüven.

Mit der besten 500-Meter-Schlusszeit aller Teams entrissen die Deutschen auf der Außenbahn der Türkei die Bronzemedaille, die vor dem Schlussviertel noch zwei Sekunden entfernt lag.

Als der Regattasprecher Ergebnis bekanntgab, gab es kein Halten mehr. Italien, der U23-Weltmeister feierte eine große Party. Die Deutschen gleich mit. „Das war ein schönes Gefühl“, meinte Stüven. Am Steg angekommen gingen die Feierlichkeiten weiter. Bronze fühlte sich an diesem Tag wie mehr an. Wie ein Sieg.

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