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Das gefeierte Paar in Leipzig: Christian Ahlmann genießt mit Caribis Z die Ovationen des Publikums.

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Ahlmann und die Magie der Messehalle

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MARL/LEIPZIG - Es gibt Orte, die sind speziell, obwohl sie nicht besonders sind. Die Messehalle Leipzig ist ein Zweckbau, der im Zuge des Programms „Aufbau Ost“ entstanden ist. Für Christian Ahlmann ist sie ein magischer Platz.

Am Sonntag brandete erneut Jubel auf in Messehalle 1, der Springreiter aus Alt-Marl hatte die Weltcupprüfung gewonnen. Nicht zum ersten Mal triumphierte der 44-Jährige hier: Sieben Siege, sechs davon in Weltcupprüfungen, hat der Reiter mittlerweile gefeiert, es ist eine eindrucksvolle Bilanz.

Warum es ausgerechnet in Leipzig immer wie auf Schienen läuft? „Keine Ahnung, warum. Aber in Leipzig klappt es einfach sehr oft“, antwortet der Reiter. Er fühle sich in der Sachsenmetropole wohl, seine Pferde täten das auch. Zeno, Cöster, Taloubet, nun Caribis – so heißen die siegreichen Vierbeiner, alle hoch talentiert und von ihren Charakteren so verschieden. Es wird bereits von seinem Wohnzimmer geschrieben, das er in Leipzig habe, von der besonderen Wohlfühlatmosphäre in der Stadt von Bach und Mahler.

2000 mit Zeno, seinem ersten Klasse-Pferd, fing alles an. Damals war Leipzig noch keine Weltcup-Station. Christian Ahlmann erinnert sich gut an jeden einzelnen Sieg. „Der wichtigste Erfolg war der Gewinn des Weltcupfinals 2011“, sagt der Reiter, „der schönste der im letzten Jahr.“

Vor zwölf Monaten hatte bereits im Vorfeld festgestanden, dass sein Ausnahmekönner Taloubet in Leipzig in den Ruhestand verabschiedet werden sollte. In seinem letzten Springen gewann der 18-Jährige – es war ein Finale, das Hollywood sich nicht hätte besser ausdenken können.

„Es war klar, dass der Tag kommen würde, ihn zu verabschieden“, sagt Ahlmann, wieso er nicht sentimental, sondern mit Stolz auf diesen Tag zurückblickt: „Da kann man nur glücklich sein, dass es so gekommen ist.“

Mit dem Schimmel Caribis Z schrieb der 44-Jährige nun also die sagenhafte Erfolgsgeschichte fort. Es war der vielleicht überraschendste Sieg für den Reiter in Leipzig. Der Zwölfjährige hat auf Fünf-Sterne-Niveau erst drei Große Preise gewonnen, jetzt also die Weltcupprüfung. „Umso schöner ist, dass es nach einem schwierigen Jahr wieder weitergeht“, sagt der Reiter.

Christian Ahlmanns Erfolge von Leipzig: • 2000 – Zeno (Großer Preis) • 21. Januar 2007 – Cöster • 1. Mai 2011 – Taloubet Z; Gewinn des Weltcups. • 22. Januar 2012 – Taloubet Z • 20. Januar 2013 – Taloubet Z • 21. Januar 2018 – Taloubet Z; gleichzeitig Verabschiedung des Ausnahmepferdes in der Messehalle. • 20. Januar 2019 – Caribis Z

Der Umbruch im Stall sei zwar noch nicht vollzogen, aber er sei auf einem guten Weg. So gut, dass er nun die Führung in der Westeuropaliga übernommen hat und fürs Weltcupfinale im April ein heißer Siegkandidat ist. Schade nur, dass dieses in Göteborg, nicht in Leipzig stattfindet. Auf seinen nächsten Besuch in seinem Wohnzimmer muss Christian Ahlmann nun zwölf Monate warten.

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