Reiten

Schweizer Bundesgericht lässt Ahlmann-Klage nicht zu

MARL. Sportlich ist Springreiter Christian Ahlmann nach einem turbulenten Jahr in die Spur zurückgekehrt, auf juristischem Gebiet ist der Fall Ahlmann dafür nun endgültig beendet – allerdings wieder zu Ungunsten des dreimaligen Europameisters aus Marl.

Das Schweizer Bundesgericht hat dem Reiter vor Kurzem per Fax mitgeteilt, dass es das Verfahren gegen das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS nicht zur Verhandlung zulassen wird. Das Bundesgericht ist die einzige Instanz, um gegen die Rechtsprechung des CAS vorzugehen. Eine Begründung steht allerdings nach Worten des Reiters noch aus. Ahlmann hatte diese Entscheidung zwar befürchtet. Trotzdem stellt sich beim 35-Jährigen einer neuerliche Enttäuschung ein: „Es ist schwer zu glauben, dass es heutzutage möglich ist, jemanden zu bestrafen wie man es möchte.“ Zur Erinnerung: Die ebenfalls in Hongkong des Capsaicin-Gebrauchs überführten Reiter Tore Hansen (Norwegen), Denis Lynch (Irland) und Bernardo Alves (Brasilien) kamen jeweils mit dreieinhalb- bis viereinhalbmonatigen Sperren wegen verbotener Medikation davon, die, wie noch jüngst im Fall von Tore Hansen, auch vom CAS bestätigt wurden. Nur Ahlmann wurde wegen eines Dopingvergehens für insgesamt acht Monate gesperrt – mit weit reichenden Folgen. „Man muss sich vorstellen, was da alles dranhängt“, so der Marler. Während Lynch, Hansen und Alves beispielsweise 2012 in London startberechtigt sind, finden die olympischen Reiterwettbewerbe in England definitiv ohne Ahlmann statt. Als Dopingsünder wird er keine Starterlaubnis erhalten. „Sehr ungerecht und nicht nachzuvollziehen“, lautet der Kommentar des Marlers: „Es geht mir dabei gar nicht um Freispruch, sondern um eine angemessene Bestrafung, wie sie die anderen auch erhalten haben.“ Ganz zu schweigen vom Makel des Dopers, als den er sich nicht sieht. Ob die Familie Ahlmann nun weitere Schritte z. B. gegen Verantwortliche der Reiterlichen Vereinigung einleiten wird, die das Ahlmann-Verfahren vor dem CAS überhaupt erst in Gang gesetzt hatten, ist ungewiss. Christian Ahlmann ist „die ganze Sache so leid, ich hab’ da keinen Bock mehr drauf“.

Rubriklistenbild: © A2824 Franz-Peter Tschauner (dpa)

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