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Isabelle Gerfer und ihre Stute Ironie du Bois Halleux auf dem Weg zum Sieg im Großen Preis von Gahlen.

Reitsport

Zum ersten Mal in 25 Jahren: Kein Stechen in Gahlen

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DORSTEN - Isabelle Gerfer hat auf ihrer Stute Ironie du Bois Halleux den Großen Preis von Gahlen gewonnen. Die Reiterin vom RV Kurtscheid sorgte dabei für ein Novum in der 25-jährigen Turniergeschichte: In der voll besetzten Halle an der Nierleistraße gelang Gerfer der einzige "Nuller".

Als Isabelle Gerfer am Samstagabend als 26. Starterin im Großen Preis von Gahlen den letzten Sprung fehlerfrei meisterte, brandete in der voll besetzten Halle an der Nierleistraße tosender Beifall auf. Die 22-Jährige fiel ihrem Pferd mit dem außergewöhnlichen Namen Ironie du Bois Halleux um den Hals und wollte die Umarmung gar nicht mehr lösen. Sollte dieser Ritt den Sieg in der höchst anspruchsvollen Drei-Sterne-Prüfung bedeuten? Die junge Amazone aus dem Rheinland zog sich zunächst in die Abreitehalle des RV Lippe-Bruch Gahlen zurück, übergab die elfjährige Stute aus belgischer Zucht in vertraute Hände und schaute sich den Ritt des letzten Starters Joachim Heyer an. Als dann der Routinier patzte, nahm Gerfer die ersten Glückwünsche entgegen. Sie bewertete ihre Qualifikation für die U25-Tour beim CHIO in Aachen 2018 zwar noch als größeren Erfolg in ihrer jungen Karriere, dennoch freute sie sich sehr über den Sieg in Gahlen. Was diesen Triumph so besonders machte? Sie war die einzige Reiterin unter 30 Startern, die eine Nullrunde hinlegte. Neun Paare kassierten vier Fehlerpunkte, sechs weitere noch einen zusätzlichen Zeitstrafpunkt. Nur für Christoph Brüse war kein Hindernisfehler notiert worden, allerdings leistete er sich einen ärgerlichen Zeitstrafpunkt. „Ironiechen“ oder „Zicke“, wie Gerfer ihre Stute gerne nennt, ist seit drei Jahren im Stall der Architekturstudentin, die für den RV Kurtscheid (Rheinland-Pfalz) reitet. Damals hatte dem Paar niemand Großes zugetraut, niemand anderes wollte die braune Stute haben. Am Rande erzählte man sich in Gahlen, dass die Summe des bisherigen Preisgeldes höher sei als der damalige Kaufpreis. „Wir sind mittlerweile gut zusammengewachsen. Ich hatte heute ein super Gefühl“, erzählte Isabelle Gerfer strahlend. Ein Albtraum indes müsste ein solches Ergebnis für jeden Parcoursbauer sein. Dessen Ziel ist es, dass im günstigsten Fall ein Viertel der Starter fehlerfrei bleibt und ins Stechen einzieht. „Einen Parcours zu bauen, ist immer ein Grenzgang. Es wurmt mich schon ein bisschen, dass wir nur einen Nuller hatten“, gab Martin Otto, Parcoursbauer in Gahlen, zu. Doch er betonte auch: „Wir hatten keine Totalausfälle. 24 Starter hatten neun Strafpunkte oder waren besser, diese Quote ist gut. Letztlich habe ich lieber ein Ergebnis wie heute statt fünf Nuller und wiederum fünf Paare, die sich zerlegen. Wir haben auch so guten, spannenden Springsport gesehen.“ Beste Reiterin aus der Region war Angelique Rüsen (RFV Alt Marl/4 Fehlerpunkte) auf Cooper als Vierte. Markus Renzel (Alt Marl/5) wurde auf Stella 13., Meike Dieckmann (Kirchhellen/5) mit Leviathan 17. Michael Beckmann auf Crimpack’s Carlot (Alt Marl/17) kam derweil auf Platz 28.

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