Rudern

Olympia im Blick, aber was dann? Das plant Franziska Kampmann nach 2021

  • Christine Horn
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Ruderin Franziska Kampmann vom RV Waltrop hatte das Ticket für Tokio in der Tasche. Dann kam Corona. Sie hat klare Ziele für die Zeit nach 2021.

Beim einzigen internationalen Vergleich 2020 gewann die neue Schlagfrau des Doppelvierers, Franziska Kampmann vom RV Waltrop (v.l.), gemeinsam mit Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide und Daniela Schultze EM-Silber.

Die Erfolgsbilanz ist beeindruckend: 2014 wurde Franziska Kampmann Zweite bei der Junioren-WM im Doppelzweier, 2015 gewann sie im Doppelvierer WM-Gold. Der Sprung in das U23-Lager gelang eindrucksvoll, denn 2017 sprang bei der WM im Doppelvierer gleich Bronze heraus. Dann die logische Konsequenz: Mit 20 Jahren wurde sie in die A-Nationalmannschaft berufen, gewann mit dem Doppelvierer gar das Weltcup-Finale. Dann der Höhepunkt ihrer Karriere: Im März 2020 wurde sie für Olympia in Tokio nominiert. Die Vorzeigeathletin wollte konzentriert auf dieses Ereignis hinarbeiten, um dann mit dem Hochleistungssport aufzuhören.

„Verschiebung war ein harter Schlag für mich“

Doch dann kam Corona. Und die Olympia-Absage. Wann ihr klar war, dass sie doch noch ein Jahr dranhängen würde? „Die Verschiebung war ein harter Schlag für mich. Aber dann hatte ich für mich sofort entschieden, noch ein Jahr weiterzumachen. Auch wenn die drei Jahre zuvor auch schön waren. Irgendwie wären sie aber doch fast umsonst gewesen“, erzählt die 23-Jährige. Und sie glaubt: „In zehn Jahren hätte ich mich bestimmt geärgert, wenn ich jetzt im Sommer aufgehört hätte. Denn Olympia ist ja nun einmal ein Ziel, das man als Sportler erreichen will.“

Weil Kaderathleten als Berufssportler eingestuft werden, dürfen Deutschlands Top-Ruderer derzeit trainieren. Wenngleich nicht in der gewünschten Form. So war das Trainingslager in Portugal im November abgesagt worden. Und wurde kurzerhand nach Berlin verlegt. Es sei ruhig vor Ort. „Wir haben Einzelzimmer und essen einzeln. Jedes Mal, bevor wir nach Berlin kommen, müssen wir einen Fragebogen ausfüllen. Letztlich kommen wir uns nur im Boot nahe“, erzählt Franziska Kampmann.

Fünf Kandidatinnen für die vier Rollsitze

Es gibt im Moment einen Kreis von fünf Athletinnen, die sich für einen Rollsitz im Doppelvierer bei Olympia bewerben. Neben Franziska Kampmann sind dies Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide, Michaela Staelberg und Daniela Schultze. Wie ihre Chancen stehen, auch für Olympia 2021 nominiert zu werden? „Mein Ziel ist es, die Leistung zu Beginn des Jahres 2020 zu bestätigen. Es wird noch einen Ergometer-Test geben, in dem das aktuelle Leistungsniveau ermittelt wird. Bis Mitte Februar soll wohl klar sein, wer die Vier sein werden“, erläutert die 23-Jährige.

Sie frage sich oft, ob in der aktuellen weltweiten Pandemie-Lage Olympia stattfinden müsse. „Denn der Sport ist nicht alles“, sagt sie überzeugt. Wenngleich sie die Hoffnung hege, dass die Wettbewerbe stattfinden. „Wenn aber abgesagt wird, dann bitte früh. Dann kann man sich auf andere Dinge konzentrieren.“ Der Studentin der Agrarwirtschaft kommt die Online-Uni derzeit sehr entgegen. Bis zu ihrem Abschluss stehen jedoch noch vier Klausuren und die Bachelor -Arbeit an.

Wie auch immer sich die Corona-Lage entwickelt, von der letztlich auch die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio abhängt, steht für Franziska Kampmann eines fest: Im Sommer 2021 ist Schluss mit dem Hochleistungssport. Ob mit oder ohne Olympia.

Rubriklistenbild: © Detlef Seyb

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